Schlafsack Guide: Worauf kommt es beim Schlafsack an?

Sommer-Zeit ist Schlafsack-Zeit. Bei milden Temperaturen bei Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel im Schlafsack schlafen gehört wohl zu den schönsten Dingen, die der Sommer mit sich bringt. Auch im Urlaub, auf der Berghütte oder unterwegs ist der Schlafsack ein beliebtes Utensil. Kein Wunder – der Schlafsack ermöglicht es Dir, einfach dort zu bleiben, wo es Dir gefällt. Sei es am Meer, im Auto oder auf dem Berg. Am nächsten Tag geht es mit der Tour weiter. Du solltest jedoch – je nach Vorhaben – den richtigen Schlafsack bei Dir haben. Darauf kommt es an:

 

Schlafsack-Guide: Das richtige Material für das richtige Wetter


Frieren oder Schwitzen? Beim Campen oder Biwakieren sollte man beides NICHT. Weder im Sommer noch im Winter. Darum geben die Hersteller von Schlafsäcken auch Temperaturangaben (nach der Europäischen Norm EN 13537) an, an denen man sich orientieren kann. 

Comfort Wert, bei dem eine „Norm-Frau“ gerade noch nicht friert
Limit Wert, bei dem ein „Norm-Mann“ gerade noch nicht friert
Risk oder Extrem Diese Grenze solltest Du besser nicht austesten. Sonst besteht die Gefahr zu unterkühlen

Natürlich kommt es aber immer auch darauf an, welche Kleidung man unter dem Schlafsack trägt, wie der gesundheitliche Zustand ist, und wie die Verhältnisse vor Ort sind. Informiere Dich immer genau, wie die Bedingungen und die Temperaturen vor Ort sind und rüste Dich mit dem entsprechendem Schlafsack aus.

 

Der richtige Schlafsack bei Plusgraden

Wenn es draußen sommerlich warm ist, macht es besonders viel Spaß draußen zu schlafen. Damit man bei Temperaturen ab 25 Grad Plus nicht ins Schwitzen gerät, sind Schlafsäcke zu empfehlen, die vor allem atmungsaktiv sind. Es gibt eine große Auswahl an Kunstfaserschlafsäcken, die der Haut die nötige Luft zum Atmen geben. Aber auch Daunenschlafsäcke sind zu empfehlen, da sie Feuchtigkeit gut aufnehmen können. 

 

Der richtige Schlafsack für kalte Nächte

Wenn man am See übernachtet oder der Wind über den Berg zieht, kann es ziemlich kühl werden. Für diesen Fall empfehlen sich Daunenschlafsäcke. Der Vorteil: Daunen halten besonders warm. Außerdem ist das Gewicht von Daunenschlafsäcken relativ gering und die Schlafsäcke lassen sich gut verstauen. Unerlässlich, wenn man einen langen Aufstieg vor sich hat. Auch an kalten Frühlings- und Herbsttagen und vor allem bei Schnee und Minustemperaturen empfehlen sich vor allem Daunenschlafsäcke

Achtung: Regelmäßiges Lüften und Trocknen ist bei Daunenschlafsäcken sehr wichtig. Daunen nehmen nämlich Körperflüssigkeiten wie Schweiß auf. Mittlerweile sind Daunen häufig so behandelt, dass sie wasserabweisend sind.

 


Foto: Mountain Equipment

Schlafsack-Guide: Daune und Kunststoff im Vergleich


Der Daunenschlafsack

Die Daune machts. Das betrifft nicht nur Bettzeug, sondern auch Schlafsäcke. Daunenschlafsäcke sind in der Regel teurer und langlebiger als Kunststoffschlafsäcke. Das liegt natürlich an der Produktion, immerhin kommen Daunen von Enten oder Gänsen. Daunen bezeichnen das Untergefieder der Tiere, wobei Gänsedaunen als hochwertiger gelten. Meistens bestehen die Daunenschlafsäcke aus einer Mischung von Daunen und Kleinfedern. Je mehr Daunenanteil der Schlafsack hat, desto hochwertiger und teurer ist er. 

Die Qualität der Daunen in Daunenschlafsäcken ist unterschiedlich. Du erkennst sie an der Cuin-Angabe – auch unter Bauschkraft, Loft, oder Fillpower bekannt.

Die Cuin-Angabe oder die Bauschkraft ist ein klassisches Qualiätsmerkmal der Daune. Zur Ermittlung der Bauschkraft wird die Daune in einen Messzylinder gegeben und komprimiert. Je besser sich die Daune im Anschluss wieder ausdehnt umso höher ist ihre Wärmeleistung und damit auch ihre Qualität. Eine Fillpower von mindestens 700 Cuin steht beispielsweise für eine sehr hohe Qualität. 

Achtung: Beim Kauf von Daunenschlafsäcken spielt auch das Thema Fairness eine große Rolle. Viele Hersteller – wie beispielsweise Mountain Equipment oder Deuter – verwenden Daunen mit einem RDS – „Responsible Down Standart“. Ein Standard, der besonderen Wert auf den Tierschutz legt

 

 

 

Der Kunstfaserschlafsack

Er ist kompakt und unkompliziert: Der Kunstfaserschlafsack. Außerdem ist er preiswerter als der Daunenschlafsack. Nässe macht ihm weniger aus, zudem ist er pflegeleichter. Dafür aber weniger langlebig als ein Daunenschlafsack und er hat ein höheres Packmaß.

Übernachtest Du in Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit, ist es ratsam auf die Kunstfaser-Variante zurückzugreifen. Aber auch die Daunenschlafsäcke sind geeignet – vorausgesetzt Du kombinierst sie mit einem Biwak-Sack.

 

 

 

Schlafsäcke aus Wolle

Schlafsäcke aus Wolle bestehen ähnlich wie Schlafsäcke mit Daunenfüllung aus Naturfasern. Wollschlafsäcke sind atmungsaktiv, antibakteriell und klimaregulierend. Die Firma Grüezi bag stellt seit einigen Jahren Wollschlafsäcke her und wurde dafür unter anderem mit dem Outdoor Industry Award und dem German Design Award ausgezeichnet. Die Schlafsäcke mit Almwolle Isolation wurden für Temperaturen im Plusbereich entwickelt. Die Almwolle kann Feuchtigkeit aufnehmen ohne an Isolationsfähigkeit zu verlieren. 

Für  Minustemperaturen hat Grüezi bag die DownWool entwickelt. Die Füllung des Schlafsacks besteht aus 70 Prozent Daune und 30 Prozent speziell behandelter Wolle. Die Daune sorgt für eine sehr hohe Isolationsleistung bei geringem Eigengewicht.  Wolle hat wiederum die Eigenschaft zu isolieren und Feuchtigkeit aufzunehmen. Dadurch bleibt die Daune länger trocken und behält somit ihre sehr hohe Isolationsfähigkeit.

 

Fotos: Grüezi Bag

 

Die passende Isomatte ist entscheidend

Beachte eins: Egal, für welchen Schlafsack Du Dich entscheidest, es ist enorm wichtig, dazu auch die passende Isomatte zu kaufen. Für einen erholsamen Schlaf und die optimale Wärmeversorgung ist dies essentiell. Schließlich möchte keiner auf einem unebenen, kalten Boden nächtigen.

Isomatten: Warum sie so wichtig sind. 

 

Schlafsack-Guide: Wie pflege ich meinen Schlafsack?


Beschichten oder Imprägnieren?

Die richtige Oberflächenbehandlung ist bei Kunststoffschlafsäcken entscheidend. Aber auch die Kunststoffhüllen von Daunenschlafsäcken werden beschichtet, damit keine Feuchtigkeit in die Daunen dringt. Hersteller beschichten die Kunststoff-Fasern beispielsweise mit Silikon, damit sie nicht ineinander verhaken und dadurch brechen. Das verlängert die Langlebigkeit und die Bauschfähigkeit des Schlafsacks. 

Daunenschlafsäcke kann man imprägnieren. Dazu gibt es entweder Sprays, oder Waschimprägnierungen. Wenn Du Deinen Schlafsack wäschst ist es absolut wichtig, ihn gut trocknen zu lassen. Beachte jedoch: Um Deinen Schlafsack oder die bestehende Imprägnierung nicht zu beschädigen, ist es besser, Deinen Schlafsack zum Experten zu bringen, damit dieser ihn professionell behandeln kann. Damit gehst Du kein Risiko ein.

Generell gilt: Schlafsäcke – egal ob Synthetik oder Daune –  wirklich nur dann zu waschen, wenn es absolut notwendig ist. Daunenschlafsäcke sollte man besser nicht selbstständig waschen, sondern sie lieber zum Experten bringen. Statt die Schlafsäcke  zu waschen, ist es ratsamer sie regelmäßig zu lüften. Am besten nach jeder Tour eine Weile nach draußen hängen, oder ihn in einen trockenen Raum ausbreiten. Das erhöht die Langlebigkeit

 

Warum ist das Lagern wichtig? 

Nachdem Du Deinen Schlafsack benutzt hast, ist es wichtig, ihn richtig aufzubewahren, damit er sich länger hält. Am besten Du bewahrst in in dem Packsack oder Aubewahrungssack auf, in dem Du ihn gekauft hast. Wichtig ist vor allem, dass der Schlafsack trocken ist. Aber auch die Art wie du ihn lagerst, ist entscheidend. 

Du solltest Deinen Schlafsack lieber regelmäßig in den Packsack stopfen, anstatt hineinzufalten oder zu rollen. Das wäre eher kontraproduktiv, da Knick- oder Druckstellen, die immer wieder an der gleichen Stelle gemacht werden, auch Schäden bei  deinem Schlafsack  verursachen können. Vor allem Daunenschlafsäcke sind empfindlich. Man sollte sie beim Verpacken nicht zu stark komprimieren, besser ist es, ihn etwas lockerer zu packen. Die Daunen könnten brechen oder die Fasern können reißen, wenn der Schlafsack falsch gelagert ist. Viele Hersteller haben deshalb extra Aufbewahrungssäcke für Daunenschlafsäcke. 

 

Schlafsack-Guide: Auf die grösse komm es an


Nicht nur das Material des Schlafsacks spielt eine wichtige Rolle, damit man abends im Freien nicht friert, auch die Größe des Schlafsacks ist entscheidend. Der Schlafsack sollte idealerweise nah am Körper anliegen. Ist er zu groß, entstehen zu viele Freiräume, in die kalte Luft hinein kann. Ist der Schlafsack zu klein, ist er erstens nicht bequem, zweitens können dann einzelne Körperteile, wie Arme oder die Schultern, auskühlen.

Die Längen der Schlafsäcke ist meistens angegeben. Achte darauf, dass Du nicht die exakt gleiche Länge wie Deine Körpergröße nimmst – schließlich brauchst Du auch Bewegungsfreiheit. Zu groß sollte der Schlafsack trotzdem nicht sein. 

 

 

Schlafsack-Guide: die Form ist wichtig 


Es gibt unterschiedliche Typen von Schlafsäcken für die unterschiedlichsten Touren. 

Hier haben wir Dir die Typen aufgezählt:

Mumienform = Die Schnittform beim Mumienschlafsack hat  – gleich einer Mumie – mit eingefasstem Kopf ein besonders hohes Wärmeretentionsvermögen bei vergleichsweise niedrigem Gewicht. Ideal zum Übernachten im Zelt oder im Freien

Eiform = Eine Variante der Mumienform. Besonders im Brust- und Hüftbereich sind sie deutlich breiter geschnitten als Mumienschlafsäcke. Ein Vorteil ist, dass man die Beine anwinkeln kann.

Deckenform = Der Deckenformschlafsack ist ähnlich wie eine Bettdecke geschnitten. Er eignet sich besonders gut zum Campen oder um am See zu übernachten oder für eine Hüttenübernachtung. Für längere Touren mit extremen Witterungen ist er nicht geeignet. Er ist dünner, isoliert weniger und hat ein höheres Packmaß als andere Schlafsäcke.  Eine klassische Deckenform hat beispielsweise ein Hüttenschlafsack. Ideal für einen schönen Hüttenabend, nicht geeignet für eine Bergtour samt Übernachtung im Freien.

Biwak = Der Biwaksack ist ein winddichter, meist auch wasserdichter Sack, der bei Übernachtungen im Freien, dem sogenannten Biwakieren als Außenhülle verwendet. Er schützt vor Nässe, Schmutz und Auskühlung.

Mehr übers Biwakieren erfährst Du in unserem Biwak-Guide

 

Schlafsack-Guide: Reißverschluss rechts oder links?


Ist der Schlafsack von guter Qualität, ist der Reißverschluss innen abgedeckt. Nicht nur, weil er dadurch bequemer ist, dadurch ist die Isolation auch gewährleistet.

Ob der Reißverschluss nun links oder recht sein sollte, hängt ganz vom persönlichen Empfinden ab. Für einen Rechtshänder ist es vielleicht angenehmer, wenn der Reißverschluss an der linken Seite ist, für eine Linkshänder ist es vielleicht günstiger, wenn er rechts liegt.

 

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