Skitourengeher auf Grat vor Sonne auf nachhaltiger Skitour

Tipps für verantwortungsvolles Skitourengehen

Skitourengehen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Faszination, abseits überfüllter Skipisten in unberührter Natur unterwegs zu sein, lockt immer mehr Menschen in die Berge. Doch mit dem Boom wächst auch die Verantwortung, nachhaltig und umweltfreundlich unterwegs zu sein. Hier sind unsere Tipps, um deine Skitour möglichst umweltfreundlich zu gestalten.

 

Das Comeback des Skibergsteigens

 

Der Freizeit-Wintersport verlagert sich bereits seit einigen Jahren in allen Alpenländern weg von der Piste hin ins freie Gelände. Damit wird es wieder möglich, abseits großer Menschenmassen im Schnee und mitten in unberührter Natur unterwegs zu sein. Doch mit diesem Schritt abseits der gesicherten Pisten unterwegs zu sein, kommt auch die Verantwortung gegenüber der Natur, in der wir uns bewegen. Das fängt nicht erst mit Anschnallen der Ski an, sondern geht schon bei der Tourenplanung los.

 

Verantwortungsvolles und nachhaltiges Skitourengehen

 

Von der Ausrüstung über die Anreise bis zur Aufstiegsspur. Du hast die Wahl. Die Wahl für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit der Natur, den Mitmenschen und am Ende mit uns selbst. Hier findest du ein paar Gedankenanstöße und Richtlinien, wie du deine Freizeitaktivitäten im Einklang mit der Natur und deinen Mitmenschen ausüben kannst und dabei das gute Gewissen hast, das, was du liebst, zu bewahren und mit Rücksicht auf andere zu agieren.

 

Skitourengeherinnen in Aufstieg bei nachhaltiger Skitour

Um umweltfreundlich auf der Skitour unterwegs zu sein, kommt es auf eine gute Vorbereitung an. Foto: Sport Conrad

 

Vor der Tour: Nachhaltige Tourenplanung und umweltbewusster Konsum

 

1. Tourenplanung

 

Plane deine Touren mit Führern und Karten, die das DAV-Gütesiegel „Natürlich auf Tour“ tragen. Sie zeigen dir neben den Aufstiegsrouten zusätzlich auch Schongebiete und Schutzzonen der Wildtiere. Informiere dich ebenso rechtzeitig über die Wettersituation und Lawinenlage und beziehe sie in deine Tourenplanung ein.  

 

2. Wähle eine umweltschonende Anreise zur Skitour

 

Umweltfreundlich Skitouren zu gehen, beginnt bereits mit der Anreise. Denn die Anreise verursacht bei Tagesausflügen immer noch den größten CO2-Ausstoß. Wer Fahrgemeinschaften bildet oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt, reduziert den ökologischen Fußabdruck. Der DAV empfiehlt deshalb auch, längere Reisen zu planen statt viele Tagesausflüge.

Bist du vor Ort angekommen, dann nutze offizielle Parkflächen und parke nur auf ausgewiesenen Parkplätzen. Achte darauf, weder Zufahrten oder Rettungsgassen zu blockieren noch auf Privatgrund oder Flächen des Naturparks zu parken.

 

3. Deine nachhaltige Skitourenausrüstung

 

Die Ausrüstung, die du schon hast, ist natürlich die nachhaltigste. Solltest du aber mal etwas Neues brauchen, dann achte beim Kauf auf qualitativ hochwertige und langlebige Ausrüstung, die nach anerkannten Umwelt- und Sozial-Standards wie bluesign®, Grüner Knopf, Responsible Down Standard, Fair Wear Foundation etc. produziert wurde.

Kaufe überlegt ein und frage dich, ob es wirklich ein neues Produkt sein muss oder ob du den Lebenszyklus deines alten Produktes durch gute Pflege und Reparatur noch verlängern kannst. Du kannst auch darüber nachdenken, ob du für jede Sportart ein eigenes Produkt benötigst oder ob eine Multiuse-Lösung für unterschiedliche Sportarten am Berg auch für deinen Bedarf in der Stadt funktioniert. Achte zudem darauf, dass deine Produkte frei von PFC sind. Hier gibt es mittlerweile wirklich gute DWR-Lösungen, die auf schädliche Substanzen verzichten.

 

Zwei Skitourengeherinnen im Aufstieg auf verantwortungsvoller Skitour

Halte dich unterwegs an Wald-Wild-Schongebiete und versuche keine Spuren außer deiner Aufstiegs- und Abfahrtsspur zu hinterlassen. Foto: Sport Conrad

 

Umweltfreundlich auf Skitour – darauf kommt es im Gelände an

 

4.  Respektiere Schutz- und Schongebiete von Pflanzen und Tieren

 

Beim Skitourengehen bewegen wir uns im freien Gelände und damit in einem sensiblen Ökosystem. Halte dich deshalb in Waldgebieten und an der Waldgrenze auf üblichen Skirouten, Forst- und Wanderwegen, halte Abstand zu Baum- und Strauchgruppen  und schone Aufforstungen und Jungwald.

Oft scheint eine wunderschöne, schneebedeckte und vermeintlich freie Schneise die perfekte Abfahrtsroute zu sein. Hier sollte unbedingt bedacht werden, dass es sich um Aufforstungsflächen handeln kann, die dringend für die Verjüngung der alpinen Wälder zur Aufrechterhaltung aller Schutzfunktionen benötigt werden. Bei der Abfahrt über diese Flächen können mit den scharfen Kanten der Skier große Schäden an den Jungbäumen unter dem Schnee angerichtet werden. Diese Jungbestände sind auch oft der Aufenthaltsbereich von Wildtieren.

Um umweltverträglich auf Skitour unterwegs zu sein, sollten wir uns bewusst machen, dass Wildtiere im Winter auf ihre Energiereserven angewiesen sind. Störungen durch Menschen können ihre Überlebenschancen verringern. Deshalb: Lärm vermeiden, Wildtieren möglichst ausweichen, sie nur aus der Distanz beobachten, Futterstellen umgehen, Hunde anleinen und auch nicht in der Dämmerung oder nachts auf Tour gehen. 

Spezieller Schutz für Raufußhühner: Raufußhühner sind Überlebenskünstler, allerdings sind sie vom Aussterben bedroht. Jede Flucht im Winter kann ihnen das Leben kosten, deshalb sollten Gipfel, Rücken und Grate, an denen sie sich bevorzugt eingraben, im Hochwinter vor 10 Uhr und nach 16 Uhr gemieden werden.

 

5. Halte dich an Markierungen und Pistenregeln

 

Beachte Markierungen, Hinweise und Routenempfehlungen des DAV Projektes #natürlichauftour. So gehst du sicher, dich auf naturverträglichen Aufstiegsrouten zu bewegen. Bewegst du dich auf der Piste, wirf einen Blick auf die Verhaltensregeln für Skitouren auf Pisten. Eine gute Übersicht findest du auf den Seiten des DAV.

 

6. Hinterlasse keinen Müll

 

Den eigenen Müll wieder mit ins Tal zu nehmen, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Ist es nur leider nicht immer. Deswegen: Nimm den Müll bitte wieder mit. Dazu zählt auch die Bananenschale. Unter den klimatischen Bedingungen in den Bergen verrotten allerhöchstens regionale Obst- und Gemüsesorten. Tropische Früchte, wie u.a. die Bananenschale, braucht hingegen 1-2 Jahre. Auf einer konventionellen Banane finden sich außerdem eventuell Pestizide, die in den Bergen sowieso nichts zu suchen haben.

 

Verrottungszeiten für Müll am Berg

 

  • Bananenschale: 1 – 2 Jahre
  • Papiertaschentuch: 1 – 5 Jahre
  • Orangenschale: 1 – 3 Jahre
  • Zigarettenstummel: 2 – 7 Jahre
  • Nylonfasern: 60 Jahre
  • Zeitung: 1 – 3 Jahre
  • Blechdose: 500 Jahre
  • Plastikflasche: 500 – 1.000 Jahre
  • Babywindel: 500 – 800 Jahre

Quelle: Österreichischer Alpenverein

Das sind nur die Verrottungszeiten, noch gar nicht mal mitgedacht, dass Müll wie Zigarettenstummel auch Schadstoffe enthalten, die den Boden und das Grundwasser verseuchen können. 

Unser Tipp: Funktioniere einfach einen Packsack zum Müllbeutel um, dann hast du alles dabei. 

 

Lasst uns gemeinsam helfen, unsere Natur und Tierwelt zu schützen, damit wir und die nächsten Generationen noch viel Freude daran haben können. Rücksicht und Achtsamkeit schließt den Spaß an der sportlichen Betätigung nicht aus, sondern macht sie sogar wertvoller.

 


 

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