Auf Skitour mit der Familie

Endlich hat es geschneit. Die winterliche Landschaft ist unbeschreiblich schön und es ist nur allzu verlockend eine Skitour zu starten. „Mama! Papa! Was machen wir denn heute?“ Na, eine Skitour, was denn sonst? Skitouren mit den Kleinen sind kein Ding der Unmöglichkeit. Wir haben für Dich und Deine ganze Familie oder Freunde tolle Tipps zusammengefasst, die auch für die Kids ein tolles Winterabenteuer werden. Natürlich stellst Du Dir die Frage, welche Skitouren-Ausrüstung für Kinder benötigt wird. Wie warm müssen die Kleinen denn eigentlich angezogen werden? Erfahre alles, was Du wissen musst, damit Skitourengehen für Dich, sowie für die Kids ein absoluter Outdoor-Spaß wird. 

 

  • Was Du über Skitouren mit Kindern wissen musst
    • Pausen tun gut
    • Bei der Planung zu berücksichtigen
    • Wohin solls gehen?
  • Auf die richtige Ausrüstung kommt es an
    • Kinder Alpinski mit Adaptern für Alpinbindung
    • Kinder Tourenski mit eigener Skitourenbindung
  • Wie warm sollen die Kinder angezogen werden?
  • Empfehlungen und Regeln für das Pistentourengehen vom Experten
  • Zusammenfassung

 

 

was du über skitouren mit kindern wissen musst


Christian Thiele, der Autor des Buchs „101 Dinge die ein Skitourengeher wissen muss“ verrät, auf was es beim Skitourengehen mit den Kleinen ankommt. Nur weil Eltern Skitouren lieben, müssen das Kinder noch lange nicht. Thiele nennt es ein „Projekt“ Skitouren zu einem Familien Abenteuer zu machen, das Groß und Klein Spaß macht. Auf gar keinen Fall sollte hinter einer Familien Skitour Zwang stehen. Vielmehr zählt das tolle Erlebnis, der Ausflug als Familie und ein belohnender Kuchen, verbunden mit viel Spaß. Auch wenn der Ehrgeiz der Eltern noch so groß ist, sollte dieser nicht an den Kindern ausgelassen werden. Lustig könnte bei einer Skitour durch den Wald auch sein, kurze Pausen einzulegen um etwa Tierspuren zu beobachten, die sich durch die märchenhafte Silhouette des Winterwalds schleichen oder einfach ein paar Snacks aus der Brotzeitdose zu naschen – so Walter Zörer, der staatlich geprüfter Berg- und Skiführer ist und Skitouren mit Kindern anbietet. Der Winter bietet viel zu entdecken. Zwischendrin ist eine Pause genau das richtige. Die Getränke sollten am besten warm sein, sprich warmes Wasser oder trinkbereiter Tee. Kalte Getränke verbrauchen nämlich mehr Energie als warme. 

 

 

Pausen tun gut!

Passend zum Stichwort Brotzeitdose sollten auch Pausen gut überlegt sein. Thiele rät, lieber mehr als weniger Pausen einzulegen. Sogar alle 30 Minuten kann man kleine Pausen machen. Es ist sinnvoll, die Pausen kurz zu halten, damit die Kleinen zwar erholt, aber nicht ausgekühlt sind. 

 

Bei der Planung zu berücksichtigen

Wie anstrengend eine Skitour sein darf, hängt natürlich unter anderem von der Kondition des Kindes ab. Aber nicht nur. Themen wie die richtige Schneelage oder die Länge der Tour sind entscheidend. Damit Du etwas im Vorhinein planen kannst, erscheinen ungefähr 250 bis 300 Höhenmeter pro Stunde als plausibel, so Christian Thiele. Steile, eisige Hänge oder Bedingungen wie etwa Bruchharsch, die auch erfahrenen Tourengehern zu schaffen machen, sollten in Gesellschaft von Kindern vermieden werden. Kinder haben weniger lange Beine, kürzere Ski und sind viel leichter als Erwachsene, was ihnen beim Tourengehen zu schaffen machen kann. Sind die Kids schon um die zehn Jahre, können auch Touren auf nahegelegene Gipfel überlegt werden. Vorerst kannst Du die Kleinen auf Touren mit ungefähr eineinhalb Stunden und groben 400 Höhenmetern mitnehmen, so Walter Zörer. Bitte beachte bei Touren, dass alle Gruppenmitglieder ein LVS-Gerät tragen. Safety first. Du solltest auch im Internet nach Webcams suchen und nochmal den Wetterbericht überprüfen. Sicher ist sicher. Außerdem machen Skitouren in der Sonne eben mehr Spaß als im Schatten.

 


©Walter Zörer

 

Wohin solls gehen?

Das richtige Ziel von Skitouren auszuwählen ist wichtig. Idealerweise plants Du Eure Familien Skitour im Winter dort, wo es eine Seilbahn oder Skipisten gibt. Toll ist, wenn ein Aufstieg durch den Wald, aber eine Abfahrt über die Piste möglich ist. Bei fast allen Skigebieten gibt es Karten, auf denen alle Wege, Pisten und Hütten eingezeichnet sind. Wir haben für Dich und Deine Familie folgende drei Touren in den schönen Alpen ausgewählt. Eine davon liegt in Tirol.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf die richtige Ausrüstung kommt es an


Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen. Daher ist es umso wichtiger, dass Kinder Spaß an der Skitour haben, damit der Familien Ausflug für alle ein Genuss wird. Dazu gehöhrt auch, Pausen in den Hütten einzuplanen. Und das richtige Equipment dabei zu haben. Relativ schnell, ob Groß oder Klein, kann eine Skitour mit der falschen Ausrüstung zum Fiasko werden. Blasen an den Füßen, zu große oder zu kleine Skitourenschuhe, das Fell klebt nicht richtig, die Tourenski sind einfach zu schwer oder die Steighilfe macht sich andauernd selbstständig. Wer kennt diese Probleme nicht? 

Für die Kinder ist ein leichtes und einfach zu bedienendes Material entscheidend, damit nicht nur die Eltern, sondern die ganze Familie Spaß auf der Tour hat. Je weniger Gewicht die Ausrüstung der Kleinen hat, desto leichter fällt ihnen der Aufstieg auf den Berg. Natürlich spielt auch das Budget der Eltern eine Rolle beim Kauf der Ausrüstung. 

 

Kinder-Alpinski mit Adapter für die Alpinbindung

Natürlich gibt es auch die Variante, dass die Alpinski mit Adaptern in der Bindung für das Tourengehen angepasst werden. Diese Variante eignet sich besonders, wenn man erst einmal testen will, ob dem Kind Skitourengehen überhaupt Spaß macht. Es gibt spezielle Bindungseinsätze – auch Tourenadapter genannt – die in der Alpinskibindung in wenigen Handgriffen zur Tourenbindung umfunktioniert werden können. Der Alpinskischuh kann für dieses Vorhaben verwendet werden, idealerweise hat der Schuh eine Hike- and Ride- Technologie. Zum Gehen können die oberen Schnallen offen gelassen werden, falls der Schuh keine derartige Technologie hat. Der Bindungseinsatz kann sobald die Skitour beendet ist, einfach und unkompliziert demontiert und im Rucksack verstaut werden. Hersteller wie zum Beispiel Kohla bieten Klebefelle an, die man sich selbst zuschneiden und auf die Größe der Alpinski anpassen kann. 

Nicht nur bei den Klamotten bemerkt man, dass die Kleinen schnell wachsen. Auch Alpinski des Vorjahres, die an kein kleineres Geschwisterchen mehr gegeben werden können, können schnell im Keller verstauben. Gerade für Skitoureneinsteiger eignet sich der Alpinski des Vorjahres recht gut. Bei dieser Variante kann auch wieder ein Tourenadapter in die Alpinbindung gegeben werden. Felle kannst Du entweder kaufen und zuschneiden, oder Du verwendest alte Felle. Christian Thiele empfiehlt eine Skilänge, die etwa 10 Zentimeter kürzer ist als die für die normalen Pistenski. Warum? Zu lange oder schwere Ski sind echte Spaßbremsen für die Kleinen. 

 

 

Kindertourenski mit eigener Skitourenbindung

Wenn Du merkst, dass die Kinder Spaß am Tourengehen haben und die Familien Skitour eher die Regel als die Ausnahme ist, dann lohnt sich eine tolle Ausrüstung. Auch für Kinder gibt es spezielle Tourenski. Mit dem SL 80 bietet zum Beispiel Dynafit einen ab 990 Gramm schweren Ski, den neben dem geringen Gewicht durch sein einfaches, intuitives Handling ein fehlerverzeihendes Fahrverhalten verspricht. Auch das Thema Bindung spielt eine große Rolle. Die Bindung auf dem Kinder-Tourenski sollte einen niedrigen Auslösewert haben. Begründet ist dies darin, dass im Fall eines Sturzes die Bindung auslösen soll. Beispielsweise die ST Rotation 7 von Dynafit, eine rahmenlose Bindung, deckt bei 613 Gramm beispielsweise eine Z-Wert-Bandbreite von 2,5 bis 7 ab. Sie ist speziell für leichte Tourengeher entwickelt. Hier ist die Rede von Pinbindungen oder Techbindungen, die dafür kompatible Schuhe erfordern. Einige kleine Touren-Skischuhe für Damen können geeignet sein.

Die Hagan Z02 Junior ist eine eigene Rahmen Tourenbindung für Kinder mit Stoppern. Diese Bindung legt vor allem Wert auf Sicherheit. Auch diese Bindung hat eine Z-Zahl zwischen 2 und 7, was dafür sorgen soll, dass die Tourenbindung auf die Körpergröße, das Gewicht und das skifahrerische Können der Kinder oder Jugendlichen angepasst werden kann. Der Vorteil von Rahmenbindungen ist, dass der Alpinschuh verwendet werden kann. Am leichtesten tun sich die Kinder oder Jugendlichen mit einem Alpinschuh, der eine Hike and Ride Funktion hat, wie beispielsweise der Salomon QST Access 70 T Kinder Skischuh. Ein solch gehfähiger Schuh benötigt, um in Pinbindungen oder Techbindungen, sowie auch Rahmenbindungen zu passen, eine Wechselsohle

 

 

 

Wie warm sollen die Kinder angezogen werden?


Was zieht man nun den Kleinen an, damit sie nicht frieren aber auch nicht übermäßig schwitzen? Am besten ziehst Du den Kids eine Skiunterwäsche an. Da der Modus bei Familien Touren mit Kindern nicht auf Wettkampf gestellt ist, reicht in den meisten Fällen eine normale Skihose aus. Es gibt natürlich auch für Kinder eigens dafür entwickelte Skitouren Hosen. Während des Aufstiegs sind die Kleinen am besten mit einem Fleece- oder Funktionspulli bedient. Für die Abfahrt kannst Du gerne den Anorak einpacken. Auch Wechselbekleidungen – wie für die Großen – sollten auf keinen Fall fehlen. Mütze und Sonnenbrille sind ebenso wichtig. Für die Abfahrt empfiehlt sich ein Helm und eine Skibrille. Die Kids sollten eigentlich keinen eigenen Rucksack tragen. Kinderrucksäcke mit beispielsweise leichtem Gepäck wie etwa Handschuhe sind aber durchaus in Ordnung.

 

©Walter Zörer

 

 

Empfehlungen und regeln für das pistentourengehen vom Experten


Jeder Erwachsene sollte stets die Regeln für das Pistentourengehen befolgen. Umso wichtiger wird die Thematik, wenn Kinder bei der Tour dabei sind. Wir haben für Euch in Zusammenarbeit mit Dynafit und Patrick Jost, einem staatlich geprüften Berg- und Skiführer (IVBV), Empfehlungen zusammengetragen, die beim Tourengehen in Skigebieten wichtig sind. Patrick Jost ist zudem Inhaber des Hindelanger Bergführerbüros, ist Mitglied des VDBS und sitzt in  der Prüfkommission in der TU München für Staatliche Berg- und Skiführerprüfungen.

 

Empfehlung 1: Lokale Regelungen beachten

Bitte informiere Dich über die landesspezifischen und regionalen Regelungen oder etwaige Sperrungen und Warnhinweise. Idealerweise gehst Du mit Deiner Familie dort auf Tour, wo es kein Verbot für Pistentouren gibt. Benutzt am besten gekennzeichnete Aufstiegsrouten oder solche, die ausschließlich für Skitourengeher ausgewiesen sind. Gesperrte Pisten gilt es grundsätzlich zu vermeiden.

 

Empfehlung 2: Verantwortungsvoll bergauf und bergab
Beachte auf alle Fälle, dass der reguläre Skibetrieb Vorrang hat und durch Eure gemeinsame Skitour nicht beeinträchtigt wird. Ein friedliches Miteinander auf der Piste zwischen Tourengeher und Skifahrern oder Snowboardern stellt das A und O dar. Verantwortungsbewusstsein und die Rücksichtnahme gilt es immer zu beachten. Auch, wenn Du liebend gerne neben Deinen Kindern oder Deinen erwachsenen Begleitern gehst, versuch es zu vermeiden. Die beste Variante für eine Pistentour ist hintereinander zu gehen. Bleib am besten mit Deiner Truppe stets am Pistenrand. Ganz wichtig, besonders für die Kleinen: quert beim Aufstieg keine Hänge und fahrt am Rand ab. 

 

Empfehlung 3: Besondere Vorsicht bei Dunkelheit
Pistenpräparierungen werden vielerorts nachts gemacht. Bitte informiert euch vorab darüber, welche Pisten in der Nacht präpariert werden, zu welchen Uhrzeiten dies passiert und wie die Abläufe sind. Pistengeräte sind manchmal an Seilwinden festgemacht, diese könnten lebensgefährlich werden. Grundsätzlich gilt für jede Skitour: bei Einbruch der Dämmerung oder bei Dunkelheit sich und alle Gruppenmitglieder sichtbar machen. Unfälle können vermieden werden, wenn Stirnlampen eingeschaltet und reflektierende Kleidung getragen wird.

 

Empfehlung 4: Rücksichtnahme auf Natur und Tiere
Skitourengehen macht am meisten Spaß bei ausreichend Schnee. Ist die Schneedecke zu dünn, kann dies Schäden an den unterm Schnee begrabenen Pflanzen verursachen. Auch die Bodendecke könnte beschädigt werden. Es rät sich, bestehende Aufstiegsspuren zu nutzen. Am späten Abend oder nachts empfiehlt sich leise zu sein, damit die Waldtiere nicht gestört werden. Und die goldene Regel, Winter wie Sommer lautet: vergesst bitte nicht, Euren Müll wieder mitzunehmen.

 

Empfehlung 5: Gebühren bezahlen
Nicht überall darf man gratis parken. Auch für Tourengeher gilt, etwaige anfallende Gebühren für Parkplätze, Mautstraßen oder Tickets für Tourengeher zu bezahlen. Fair währt am längsten – anfallende Kosten dürfen gerne bezahlt werden. 

 

©Walter Zörer 

 

 

Zusammenfassung


Nun bist Du bestens informiert über die wichtigsten Fakten bei der Planung, und Ausrüstung, die Du bei Deiner Tour mit der Familie brauchst. Nun heißt es die Rucksäcke packen, die Skifelle aufziehen, Wechselbekleidung, Tee und ein paar Snacks einzupacken und los geht das nächste Familien Abenteuer. Mit einer Einkehr in der Hütte zwischendrin – versteht sich. Wir wünschen Euch eine schöne und sportliche Zeit in den Bergen!

 

Skitouren sind Deine große Leidenschaft? Bleib mit diesen Artikeln und mit unseren Tipps im Thema:

 Skitouren Guide – Der richtige Ski für Deine Tour

→ Sicher mit der richtigen Lawinenausrüstung

 KNOW-HOW: Skitourenfelle zuschneiden

→ Effektives Training für Skitourengeher mit BLACKROLL®