Wir waren mit Plogging-Pionier Erik Ahlström beim Plogging in Garmisch-Partenkirchen unterwegs. Hier erfährst du, was es mit dem Trend auf sich hat und wie du selbst mit dem Ploggen loslegen kannst.
Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich mit vollen (Müll-)Händen draußen zum nächsten Mülleimer gelaufen bin. Um den Müll wegzuwerfen, den ich am Fluss, im Wald, auf dem Trail gesammelt habe. Von anderen Menschen mit Absicht liegen gelassen oder durch einen unglücklichen Umstand dort gelandet. Für meinen Sohn ist es mittlerweile zum Spiel geworden, Müll unterwegs einzusammeln und in unsere Packsäcke zu stecken. Und so, die Welt beim Spazierengehen und Radfahren ein bisschen sauberer zu machen. Mit einem ähnlichen Gedanken ist auch Plogging entstanden. Einfach und wirkungsvoll.
Was ist Plogging?
Plogging ist eine umweltbewusste Kombination aus Joggen und Müllsammeln. Du machst also erstmal nichts anderes, als beim Laufen nebenbei Abfälle einzusammeln. Der Begriff stammt aus dem Schwedischen („plocka upp“ = aufheben + jogging) und wurde vom schwedischen Umweltaktivisten Erik Ahlström begründet. Er hat Plogging 2017 ins Leben gerufen, um auf die Umweltverschmutzung aufmerksam zu machen – und Menschen zu motivieren, aktiv etwas zu tun. Mittlerweile gibt es fast überall auf der Welt Plogging-Veranstaltungen.

Joggen und dabei Müll sammeln, fertig ist Plogging. Foto: Sport Conrad
Warum solltest du Plogging ausprobieren?
Plogging ist effektiv, alltagstauglich und motivierend. Es vereint Bewegung mit Umweltschutz, verbessert Fitness und Haltung – und zeigt sofort Wirkung in deiner Umgebung.
Dabei muss es nicht immer ein Plogging-Event sein, auch alleine kann man den Müll am Wegrand sammeln. Schließlich machen kleine Aktionen den Unterschied: Zigarettenstummel sind z. B. extrem umweltschädlich – ein einziger kann bis zu 5 Liter Wasser verschmutzen. Plastikflaschen brauchen bis zu 400 Jahre, um zu verrotten. Und sie verschwinden nie vollständig – sie zerfallen zu Mikroplastik, das letztlich in Böden, Tieren und sogar unserem Körper landet.

Wusstest du, dass ein Zigarettenstummel bis zu 5 Liter Wasser verschmutzen kann? Foto: Unsplash
Schon gewusst? So lange braucht Müll, um in der Natur zu verrotten
Gerade in den Bergen bleibt Müll oft über Jahrzehnte liegen. Hier haben wir ein paar Zahlen, auf Basis des Österreichischen Alpenvereins zusammengefasst:
| Abfallart | Verrottungszeit |
| Taschentuch | ca. 1–5 Jahre |
| Zigarettenstummel | 2–7 Jahre |
| Bananenschale | ca. 1–3 Jahre |
| Kaugummi | 5 Jahre |
| Zeitung | 1–5 Jahre |
| Konservendose (verrostet) | 50–500 Jahre |
| Aludose | 200–500 Jahre |
| Plastiktüte | 100–500 Jahre |
| PET-Flasche | ca. 500 Jahre (nie ganz weg) |
| Glasflasche | bis zu 50.000 Jahre |
Plogging in der Praxis – 5 Tipps, die wir vom Event mit Erik Ahlström mitnehmen
Beim gemeinsamen Plogging in Garmisch wurde klar: Plogging macht Spaß und ist für jede:n machbar – mit minimalem Aufwand und maximalem Impact.
- Beutel oder Eimer mitnehmen – für spontanes Müllsammeln reicht schon ein einfacher Stoffbeutel.
- Handschuhe nicht vergessen – damit bist du hygienisch und sicher unterwegs.
- Augen auf in beliebten Gegenden – besonders auf Wanderwegen, an Parkplätzen oder an beliebten Fluss- und Seeufern liegt oft viel Müll.
- Zwei Minuten reichen schon – du musst nicht gleich eine Stunde ploggen, schon wenige Minuten helfen.
- Teilen motiviert – ob im Team oder auf Social Media, gemeinsam macht’s mehr Spaß.

Plogging macht gemeinsam natürlich viel mehr Spaß, wie bei unserem Event in Garmisch-Partenkirchen. Foto: Sport Conrad
Nachhaltiger leben – auch vor & nach der Joggingrunde
Plogging ist mehr als ein Trend – es steht für einen achtsamen und bewussten Umgang mit unserer Umwelt.
Unsere CSR-Managerin Maria hat noch ein paar einfache Tipps, wie du ganz einfach umweltbewusster im Alltag unterwegs bist und Müll vermeiden kannst:
1. Eigene Trinkflasche & Brotdose nutzen
Statt Einwegflaschen oder Take-away-Verpackungen auf nachfüllbare Flaschen und langlebige Behälter aus Edelstahl oder Glas setzen – spart Plastik und Geld.
2. Stoffbeutel immer dabeihaben
Eine faltbare Stofftasche passt in jede Tasche oder Jacke – und verhindert spontane Plastiktüten beim Einkaufen.
3. Weniger To-Go – mehr selber machen
Ob Kaffee, Snacks oder Mittagessen: Was du selbst zubereitest, erzeugt weniger Müll – und ist meist gesünder und günstiger.
Sport Conrad CSR-Managerin Maria auf unserem Plogging-Event mit Erik Ahlström. Foto: Sport Conrad
4. Reparieren statt wegwerfen
Ob Kleidung, Schuhe oder Taschen – oft reicht ein kleiner Handgriff für ein zweites Leben.
5. Vorbild sein – und gemeinsam mehr erreichen
Dein Verhalten zählt: Wer bewusst konsumiert, Müll vermeidet und nachhaltige Alternativen nutzt, inspiriert andere. Gemeinsam im Team – ob bei der Arbeit, in der Familie oder mit Freund:innen – entstehen aus kleinen Ideen schnell große Veränderungen.
Fazit: Einfach losploggen – und ein Zeichen setzen
Alles was du zum ploggen brauchst, sind ein Beutel, die passenden Schuhe und natürlich Motivitation. So kannst du ganz easy in nur wenigen Schritten ein Zeichen für eine saubere Umwelt setzen.
Weitere Infos zum Thema Plogging findest du auf der Webseite von Erik Ahlström.
