Wenn der Herbst Einzug hält und die Trails feucht, eisig oder matschig werden, stehen zwei Wege offen: Dein Mountainbike endet in der Winterpause – oder du nutzt es weiter. In beiden Fällen ist eine sorgfältige Pflege essenziell. Im Folgenden zeigen wir dir, worauf du bei Einlagerung und Winterbetrieb achten solltest.
❄️ Im Überblick: MTB richtig auf den Winter vorbereiten
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Reinigung: Gründlich säubern, besonders Antrieb, Kettenblatt, Kassette & Lager. Keinen Hochdruckreiniger verwenden
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Kette & Schaltung: Gut trocknen, mit wetterfestem Öl schmieren; Schaltwerk entspannen.
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Lager & Dichtungen: Mit etwas Feinmechaniköl schützen, Korrosion vorbeugen.
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Bremsen: Beläge entlasten, ggf. Hebel fixieren; Scheiben sauber und fettfrei halten.
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Reifen: Luftdruck leicht reduzieren (ca. 1 bar bei Lagerung), gelegentlich drehen.
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Rahmenpflege: Nach Reinigung mit Schutzspray konservieren, vor Feuchtigkeit schützen.
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Lagerung: Trocken, frostfrei und möglichst gleichbleibende Temperatur; horizontal bei Scheibenbremsen.
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Winterbetrieb: Regelmäßig reinigen, feuchteresistentes Kettenöl („wet lube“) nutzen, Bremsen & Dichtungen häufiger prüfen.
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Reifenwahl: Breitere Profile (2,4 Zoll) & Tubeless-System für mehr Grip und Pannenschutz.
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Rahmen- & Schraubenschutz: Metallteile einfetten, Schutzfolien anbringen, Gewinde pflegen.

Im Winter kann ein Mountainbike schnell mal so aussehen, deswegen ist gute Pflege wichtig. Foto: Unsplash
1. Einlagern: So bringst du dein Bike sicher durch den Winter
Wenn dein MTB den Winter über stehen bleibt, geht es vor allem darum, Korrosion, Materialermüdung und Schäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden. Hier sind die wichtigsten Schritte:
Gründliche Reinigung zuerst
Bevor irgendetwas geschmiert oder konserviert wird, solltest du dein Rad putzen. Verwende lauwarmes Wasser und einen Bike-spezifischen Reiniger, aber keinen Hochdruckreiniger – dieser kann Dichtungen und Lager beschädigen. Beim Reinigen besonders wichtig: Kettenblatt, Kassette, Schaltung, Innen- und Außenseiten der Laufräder.
Nach dem Abspülen am besten mit einem trockenen Tuch nachwischen und schwer erreichbare Stellen mit Druckluft (z. B. mit Standpumpe) vorsichtig je nach Bedarf entfeuchten.
Im nächsten Schritt geht es an die Pflege die einzelnen Bikeparts. Hier deine Checkliste:
Kette, Schaltung und Antrieb
- Nach der Reinigung die Kette gut trocknen und mit einem nicht zu flüssigen Kettenöl einfetten. Überschüssiges Kettenfett abwischen.
- Schaltungsspannung: Schalte auf das kleinste Ritzel vorne und hinten, damit das Schaltwerk und die Federn nicht dauerhaft unter Spannung stehen.
Lager & Dichtungen
- An offenen Bauteilen wie Steuersatz, Tretlager oder Naben kannst du einen kleinen Tropfen geeignetes Feinmechaniköl auf die Dichtungen bzw Kontaktstellen auftragen. So bleibt das Material geschützt.
Erstmal heißt es putzen und pflegen, wenn dein Bike den Winter über eingelagert werden soll. Foto: Claudia Klingelhöfer
Bremsen
- Wenn möglich, entferne die Bremsbeläge oder stelle sicher, dass sie nicht über längere Zeit gegen die Scheibe gedrückt bleiben. So verhinderst du Kontaktrost.
- Außerdem kannst du (bei hydraulischen Bremsen) die Bremshebel mit Gummibändern zum Lenker ziehen, so sparst du dir vermutlich das Entlüften zu Beginn der Saison.
Rahmen
- Nach Reinigung kannst du Rahmen und Metallteile mit einem Sprüh- oder Pflegemittel behandeln, das Feuchtigkeit abweist. Das hilft, selbst in feuchter Umgebung Korrosion zu vermeiden.

Kette, Schaltung und Antrieb reinigen gehört vor der Wintereinlagerung dazu. Foto: Claudia Klingelhöfer
Reifen
- Reduziere den Luftdruck moderat – typischerweise auf etwa 1 bar (bei robusten Reifen) oder dem Hersteller entsprechend. So vermeidest du Belastung auf Reifenwülste. Im Idealfall drehst du die Reifen im Winter öfter mal.
- Fährst du tubeless, dann fülle etwas Dichtmilch nach.
Lagerung
- Optimal ist eine trockene, frostfreie Umgebung ohne große Temperaturschwankungen. Hängend oder stehend? Hängend spart Platz und du musst die Reifen nicht ab und an drehen. Aber: Bei Scheibenbrems-Bikes sollte die Lagerung horizontal erfolgen, damit der Bremsdruck gleichmäßig bleibt und keine Luft ins hydraulische System gezogen wird.
Wenn du all das beachtest, steht deinem Bike ein zuverlässiger Winterschlaf bevor – und im Frühjahr kannst du direkt wieder loslegen, ohne umfangreiche Reparaturen durchzuführen.
2. Winterbetrieb: Was du beim Fahren bei Kälte, Schnee und Matsch beachten solltest
Fährst du auch bei Schnee und Matsch weiter, solltest du deinem Mountainbike ein bisschen Winterliebe schenken. Dafür haben wir hier die wichtigsten Punkte gesammmelt:
Regelmäßige Reinigung nach jeder Ausfahrt
Winterbedingungen bringen Salz, feinen Schlamm und Schmutz mit – alles Feinde deines Bikes. Nach jeder Tour solltest du Rahmenteile, Antrieb und besonders die Unterrohre reinigen. Insbesondere darf kein Salz am Rahmen oder an Lagerstellen haften bleiben.

Bist du auch im Schnee auf dem Mountainbike unterwegs, solltest du es nach jeder Fahrt gründlich reinigen. Foto: Canva
Kette und Schaltung
- Kettenschmierung: In nassen, matschigen Bedingungen eignet sich ein feuchtebeständiges Kettenöl („wet lube“). Es haftet besser unter Nässe, bringt aber den Nachteil mit sich, Schmutz anzuziehen.
- Wachs vs Öl: Wachsbasierte Schmiermittel bieten in trockenen Bedingungen saubere Laufleistung, verlieren aber bei Feuchtigkeit an Wirksamkeit. In echten Winterbedingungen ist ein gutes Wetteröl in der Praxis oft die bessere Wahl. Wer sich also überlegt auf eine gewachste Kette umzustellen, kann damit noch bis zum Frühjahr warten.
- Saubere Komponenten: Kassette, Kettenblätter und Schaltwerk regelmäßig reinigen und von Schmutz befreien.
Bremsen
- Bremsbeläge nutzen sich bei Nässe schneller ab – kontrolliere sie öfter und tausche sie bei geringer Restdicke.
- Bremsscheiben kannst du mit Isopropylalkohol säubern, um fettige Rückstände zu entfernen.
- Und wie im Sommer gilt: Achte darauf, dass keine Öle oder Fette auf die Bremsflächen kommen – bereits geringe Kontamination kann die Bremsleistung stark reduzieren.
Federgabel & Dämpfer
- Reinige regelmäßig Staubabstreifer und Dichtungen von Schlamm und Ablagerungen und tröpfle Herstelleröl an die Dichtflächen. In extremen Minustemperaturen können Dichtungen etwas härter werden.
Reifen
- Breitere Reifen mit grober Stollenstruktur hast du als Mountainbiker ja sowieso, ggf. lohnen sich aber nochmal breitere Pneus (z.B. 2,4 Zoll) wenn du viel mit relativ schmalen (z.B. 2,2 Zoll), leichtläufigen Reifen unterwegs warst.
- Tubeless-Systeme sind empfehlenswert, da niedrigerer Druck möglich ist, ohne dass Schläuche platzen. Wenn Du also immer schon mal auf Tubeless umstellen wolltest, dann ist jetzt im Winter die beste Gelegenheit dazu.
- Reduziere den Luftdruck moderat (z. B. 0,2–0,4 bar), um mehr „Fläche“ zu bekommen – aber Vorsicht vor Durchschlägen.

Im Winter lohnen sich eventuell breitere Reifen oder ein etwas reduzierterer Luftdruck, um mehr Grip zu haben. Foto: Canva
Rahmen, Korrosion & Oberflächenschutz
- Nach jeder Ausfahrt kannst du mit einem feuchten Tuch oder mildem Pflegemittel Spritzschutz vom Rahmen entfernen.
- Trägst du zusätzlichen Rahmenschutz oder Schutzfolie (z. B. im Bereich von Kettenstrebe), vermindert das Abnutzung durch Matsch.
- Metallteile wie Schrauben, Bolzen oder Befestigungen solltest du regelmäßig kontrollieren und etwas einfetten, um Rostbildung zu vermeiden.
Gewinde & Kontaktstellen
- Pedale, Schrauben, Sattelstütze, Vorbau: gelegentlich lösen, reinigen und mit feinem Fett oder Kupferpaste behandeln – vor allem, wenn sie mit Streusalz in Kontakt gekommen sind.
- Achte darauf, Fett oder Öl nicht in bewegte Komponenten wie Lager, Gabelbuchsen oder Bremssysteme gelangen zu lassen.
Schutzbleche & Zubehör
- Leichte Schutzbleche oder Mudguards helfen, Schmutz und Wasser von Schaltung, Bremsen und Antrieb fernzuhalten.
- Wenn du im Dunkeln fährst: reflektierende Elemente oder Licht gehören im Winter immer dazu.
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