Mountainbike-Fahrtechnik: 10 Tipps für eine bessere Mtb-Technik

Du willst sicherer, flüssiger und mit mehr Spaß auf dem Bike unterwegs sein? Ganz gleich, ob du gerade erst mit dem Mountainbiken begonnen hast oder schon länger fährst: Techniktraining bringt immer etwas, du steigerst dein Selbstvertrauen, kannst schwierigere Trails fahren und hast am Ende mehr Spaß. Wir zeigen dir 10 praktische Tipps aus der Fahrtechnikschule, mit denen du deine MTB-Skills aufs nächste Level hebst.

 

1. Grundposition auf dem Mountainbike

Die sogenannte Grundposition ist elementar – für Entspannung, Übersicht und Kontrolle. Deine Kurbeln stehen waagrecht, der Körperschwerpunkt befindet sich zentral über dem Tretlager, die Arme sind ganz leicht angewinkelt, die Beine sind nahezu vollständig gestreckt und tragen dein Gewicht. Dein Blick geht 1–3 Sekunden voraus in den Trail. Diese Position gibt dir maximale Bewegungsfreiheit, um auf Hindernisse und Geländeänderungen zu reagieren.

 

2. Aktivposition bei Wurzeln, Stufen, Steinen

Aus der Grundposition heraus kommst du in die sogenannte Aktivposition, sobald du auf Hindernisse zurollst – zum Beispiel vor einer Wurzelpassage oder in der Abfahrt. Dabei senkst du den Oberkörper ab, verlagerst das Becken leicht nach hinten und winkelst Arme und Beine stärker an. Wichtig: Der Lenker bleibt lastfrei, der Körperschwerpunkt zentral. So bist du reaktionsbereit und absorbierst Stöße besser. Je höher das Hindernis desto mehr musst du anpassen. So reicht es bei einer kleinen Stufe die Arme und Beine vor dem Abrollen leicht zu Beugen. Werden die Hindernisse größer baust du mehr Körperspannung auf und der Oberkörper senkt sich mehr Richtung Bike. Wichtig: Nicht verkrampfen und aktiv mit Armen und Beinen „federnd“ arbeiten. Die Aktivposition ist somit auf keinen Fall eine festgelegte Position, sondern immer an Hindernisse, Steilheit und Beschaffenheit des Geländes angepasst. Außerdem solltest du es vermeiden, die Arme komplett zu strecken und dein Gewicht komplett nach hinten zu verlagern. Damit verlierst du Grip und Kontrolle des Vorderrads.

 

3. Linienwahl und Blickführung

Dein Blick folgt dem Trail. Richte deinen Fokus immer dorthin, wo du hinfahren willst – nicht auf Hindernisse. Suche dir schon früh eine Linie, die du kontrolliert fahren kannst. Bei unsicherem Gelände: absteigen, anschauen, gedanklich eine Linie auswählen und fahren. Vorausschauendes Fahren ist sicheres Fahren. Du wirst auch merken, dass du beispielsweise am Anfang einer Abfahrt weniger vorrauschauend fährst als nach einiger Zeit auf dem Trail. Ähnlich wie bei einem Warm-Up für deinen Körper braucht auch dein Gehirn ein bisschen Zeit, um sich auf die neue Anforderung (“Hindernisse und Wege möglichst schnell erkennen”) einzustellen. 

 

Mountainbikerin auf einem Trail in der Natur

Linienwahl und Blickführung sind besonders wichtig, richte daher deinen Fokus immer dorthin, wo du hinfahren willst. Foto: Sport Conrad

 

4. Richtig bremsen auf dem Mountainbike

Dosiertes Bremsen ist der Schlüssel zu Kontrolle. Nutze beide Bremsen gleichzeitig und mit Gefühl. Brems mit nur einem Finger – so behältst du mit den restlichen Fingern festen Halt am Lenker. Bei stärkerem Bremsen verlagerst du dein Gewicht etwas nach hinten unten. Das verhindert Überschläge und hält das Vorderrad in der Spur. Faustregel: Nicht zu viel vorne, nicht zu plötzlich hinten. Bremsen kannst du wunderbar üben, indem du dir beispielsweise mit Stöckchen eine Bremszone zurechtlegst, an deren Ende du “geräuschlos” und ohne Abzusteigen zum Stehen kommst.

 

5. Mtb-Kurventechnik 

Kurven fahren heißt: Bike neigen, nicht lenken. Dein Oberkörper bleibt stabil, der Körperschwerpunkt zentral. Neigst du das Bike aktiv, erzeugst du automatisch einen Lenkeinschlag. Schaue zudem bewusst ans Kurvenende und dann weiter auf die Strecke nach der Kurve. So fährst du runder, flüssiger und verlierst weniger Speed. Viele geben den Tipp, dass das kurvenäußere Pedal unten sein sollte und das kurveninnere oben, da dies für Grip sorgt. Dies ist bei schnellen, kürzeren Kurven nur schwer umsetzbar. Im Zweifel ist es besser, die Pedale waagrecht oder nur leicht geneigt zu halten. 

 

6. Bergauf: Zentral und ruhig

Beim Bergauffahren gilt: Sattel oben lassen (außer bei technischen Passagen, dann leicht absenken), ruhiger Tritt, ruhiger Oberkörper. Bei ganz steilen Passagen kannst du dich auf die Sattelspitze schieben, die Ellbogen leicht nach außen drehen und etwas Gewicht auf den Lenker geben, damit das Vorderrad nicht abhebt. Der Blick scannt auch hier den Trail nach vorne. So kannst du mit einer klugen Linienwahl große Hindernisse umfahren.

 

7. Anfahren und Absteigen am Berg

Klingt simpel, ist aber oft unterschätzt: Das korrekte Anfahren und Absteigen in steilem Gelände will geübt sein. Anfahren: Stelle das Bike leicht schräg zur Fahrtrichtung, finde einen guten Gang (2. oder 3.), stelle die talseitige Kurbel parallel zum Unterrohr. Dann stelle den talseitigen Fuß auf das Pedal und trete langsam und kontrolliert los. Beim Absteigen kippt dein Körper zur Bergseite, du bringst kontrolliert den Fuß zu Boden – mit gezogenen Bremsen. Das Bike bleibt stabil.

 

8. Langsam fahren und balancieren

Langsam fahren ist schwerer als schnell. Mit etwas Übung kannst du deine Balance im Stand oder bei minimaler Geschwindigkeit trainieren – zum Beispiel mithilfe des Pedalkicks: Dabei schiebst du das vordere Pedal kurz nach vorn/unten, um wieder Schwung für eine neue Balancephase aufzubauen. Ideal zur Schulung von Koordination und Bikebeherrschung.

 

Mountainbiker in den BergenDas korrekte Anfahren und Absteigen in steilem Gelände will geübt sein. Es ist nicht so einfach wie man denkt. Foto: Sport Conrad

 

9. Vorderrad anheben, Bunny Hops, Hinterrad versetzen usw.

Wer beispielsweise auf dem Pumptrack oder einfach auf der Straße vor dem Haus anfängt seine Bikeskills zu verbessern, hat auch später im Gelände Vorteile. Es gibt unzählige Bike-Manöver, die das Handling verbessern, Motorik und Gleichgewicht schulen. Die wichtigsten Skills sind Vorderrad anheben, Hinterrad heben und dann versetzen und der Bunny Hop. Hier gilt Übung macht den Meister, beispielsweise auch etwas für den Winter, wenn du dein Fahrrad sowieso vermisst. 

 

10. Regelmäßig fahren und reflektieren

Je öfter du fährst, desto besser wirst du. Nutze auch kurze Fahrten im Alltag zum Training – zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit. Gerade das Balancieren lässt sich an der Ampel wunderbar üben. Ergänzend lohnt sich ein Techniktraining mit Coach, gerne geben unsere Expert:innen beim GAP Pubride Tipps.

 

 

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