Egal ob Mountainbike, Gravel, Rennrad oder Stadtrad, wenn die Bremskraft des Bikes nachlässt, wird es Zeit für neue Beläge. Die gute Nachricht: Der Wechsel der Bremsbeläge bei Scheibenbremsen ist mit etwas Vorbereitung auch für Hobby-Schrauber:innen machbar. In diesem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deine Bremsbeläge selbst tauschen kannst.
Wann ist ein Wechsel des Bremsbelags notwendig?
Abgenutzte Bremsbeläge erkennt man einmal an einer deutlich verminderten Bremswirkung, an quietschenden Geräuschen trotz trockener Bedingungen und rein optisch, wenn der Reibbelag nur noch einen Millimeter Restdicke hat, bzw dünner als ein Fingernagel ist. Dabei ist es egal, ob du Scheibenbremsen von den drei größten Herstellern, Sram, Shimano, Magura, oder von einer anderen Marke hast.
Tipp: Kontrolliere deine Beläge regelmäßig, vor allem nach Fahrten im Schlamm oder bei langen Abfahrten.
Werkzeug und Vorbereitung für den Austausch der Bremsbeläge
Du brauchst:
- passenden Inbusschlüssel (meist 2,5 oder 3 mm)
- flacher Schraubenzieher, Kolbenrücksteller oder einen stabilen Reifenheber
- sauberes Tuch, ggf. Einmalhandschuhe
- neue Bremsbeläge (modellkompatibel)
- ggf. Isopropylalkohol zur Reinigung
Vorbereitung: Wenn du einen Montageständer hast, bzw. nutzen kannst, spanne dein Bike ein, ansonsten kannst du es auch auf den Kopf stellen. Dann baust du das Laufrad mit der betroffenen Bremse aus. Solange kein Laufrad montiert ist, darfst du die Bremshebel nicht mehr ziehen.

Kontrolliere deine Beläge regelmäßig, vor allem nach Fahrten im Schlamm oder bei langen Abfahrten. Foto: Sport Conrad
1. Montage-Schritt: Bremsbeläge ausbauen
Zunächst entfernst du die Sicherung deiner Bremsbeläge: Bei vielen Bremsen (z. B. Shimano, SRAM, Magura) sichert ein Splint oder eine Schraube die Beläge. Entferne diese mit dem Inbusschlüssel. Dann nimmst du die Beläge vorsichtig nach unten oder oben (je nach Modell) aus dem Bremssattel. Merke dir dabei ggf. die Einbaurichtung. Danach stellst du noch die Kolben zurück, in dem du mit einem Kunststoffreifenheber oder einem flachen und breiten Schraubenzieher vorsichtig die Kolben (runde Bremszylinder) im Bremssattel zurückdrückst. So schaffst du Platz für neue, dickere Beläge.
2. Montage-Schritt: Neue Bremsbeläge einsetzen
Der neue Belag sowie die Trägerplatte im Bremssattel sollten möglichst sauber und fettfrei sein. Besonders wenn du die neuen Beläge direkt aus der Verpackung nimmst, vermeide es, die Reibfläche (Belaginnenseite) mit den Fingern zu berühren – Fett oder Öl können die Bremsleistung stark beeinträchtigen.
Prüfe dann die Rückstellfeder: Viele Beläge – z. B. von Shimano oder SRAM – werden zusammen mit einer Rückstellfeder geliefert. Diese sitzt zwischen den beiden Belägen, hält sie auf Abstand und sorgt dafür, dass sie im Bremssattel zentriert bleiben. Wenn deine alten Beläge keine Feder hatten, ist es möglich, dass dein System ohne auskommt – dann kannst du diesen Schritt überspringen.
Jetzt kannst du die neuen Beläge mitsamt Feder wieder in den Bremssattel einsetzen, bis sie spürbar einrasten. Achte auf die korrekte Einbaurichtung – die Beläge sollten plan an den Kolben anliegen.
3. Montage-Schritt: Sicherung und Funktionstest für Bremsen
Nun ist es wichtig, die Sicherung, das ist ein kleiner Splint oder eine Schraube zu montieren. Dann kannst du dein Laufrad wieder einsetzen und prüfen, ob die Bremsscheibe zentriert ist. Vermutlich musst du nun mehrfach den Bremshebel betätigen bzw. pumpen, bis die Beläge an der Scheibe anliegen und der Druckpunkt klar spürbar ist.
Am besten, du testest jetzt nochmal das Laufrad, in dem du es drehst. Schleift etwas? Falls ja, überprüfe nochmals die Kolbenposition bzw. den Einbau der Bremsscheibe. Dann kannst du nochmal “testbremsen”.

Nach dem Wechsel deiner Bremsbeläge kannst du dich ungebremst in das nächste Bikeabenteuer stürzen. Foto: Daniel Geiger
Bremsbeläge des Fahrrads einfahren
Neue Beläge brauchen eine kurze Einfahrzeit und das machst du so: Beschleunige auf ca. 25 km/h und bremse kontrolliert runter in Schrittgeschwindigkeit. Das wiederholst du circa 10 bis 20 Mal (Achte auf die jeweiligen Angaben der Hersteller). Dadurch entsteht die nötige Reibschicht zwischen Belag und Scheibe.
Jetzt kannst du dich – ganz ungebremst – ins nächste Bike-Abenteuer stürzen.