Laber Bergbahn Oberammergau

Wo bayrische Gemütlichkeit auf Nostalgie und Charme trifft. Wenn ringsum alles hektisch ist, perfekt optimiert, auf den Punkt geplant, scheint es, als würde über dem Laber die Zeit stillstehen. Gemütlich – oder gmiatlich, wie man in Bayern so schön sagt – gondeln die Kabinen der Laber Bergbahn die 1684 Meter bis zum Gipfel hinauf. Mit einem kleinen Zwischenstopp in der Mitte, damit die Fahrgäste unten aussteigen können. Die Großkabinen-Zweiseilumlaufbahn ist ein altes System, aus dem Jahr 1957. Damals galt es als absolutes Novum. Heute ist es das gleiche, wie anno dazumal.

 

Die erste Fahrt vor 60 Jahren


Mehr als 60 Jahre ist es her, als die Laber Bergbahn Eröffnung feierte. Konrad Adenauer war damals noch Bundeskanzler, die ersten Bergsteiger bewältigten den Broad Peak, Autofahren war keine Selbstverständlichkeit, es gab noch kein IPhone, vom Internet hatte noch niemand etwas gehört. Das Jahr 2019 lag in weiter Ferne.  Alles in allem ging es um einiges langsamer zu, als heutzutage. Ein Hauch dieser Zeit, ein Stück Nostalgie ist in den Kabinen der Laber Bergbahn geblieben. Die Kabinen wurden seit der Eröffnung nicht ausgetauscht. Ganz bewusst. Um den alten Charme der Bahn zu erhalten.

 

 

Entschleunigung ist ein modernes Wort. In den Kabinen der alten Bergbahn passiert sie ganz von alleine. Gemächlich bewegt sich die Bahn die 2,2 Kilometer auf den Gipfel des Labers zu. 10 Minuten benötigt die Nostalgiebahn bis zum Gipfel. Modernere Bahnen bräuchten vielleicht ein Zehntel der Zeit. Doch genau das macht den Reiz der alten Bergbahn aus. Die Landschaft, der weißblaue Himmel, der imposante Berg. Das wunderschöne Ammertal erstreckt sich den Fahrgästen in seiner ganzen Majestät. 

 

Reizvoll zu jeder Jahreszeit


Der Laber hat für Outdoor Sportler in jeder Jahreszeit seinen Reiz. Ihm zu Fuße liegen Ettal, das Graswang- und Loisachtal. Er gehört nicht zu den größten bayerischen Bergen, dafür ist seine Aussicht einmalig. Vom Gipfel aus erstreckt sich das Wettersteingebirge, die Zugspitze das Ammergebirge. Nach Norden und Osten reicht der Blick weit hinaus über das flache Land, über den Staffelsee, Ammersee und Starnberger See hinweg.  An schönen Tagen blickt man sogar bis nach München. Südlich der Bergstation blickt man von den Chiemgauer Bergen, Karwendel, Estergebirge, Wetterstein, bis in die Allgäuer Alpen, hinter denen die österreichischen Gipfel aufsteigen.

 

 

Nur für Geübte!


Im Winter zieht die berüchtigte und nicht präparierte Skipiste „Nordhang“, Skifahrer an, die es wissen wollen. Die einzige Abfahrt, die vom Laber abgeht. Sie gilt als steilste in ganz Deutschland. Anfänger sollten sich daran nicht versuchen. Erfahrene Skifahrer sollten gute Lawinenkenntnisse und das geeignete Material dabeihaben.

Im Frühling, Sommer und Herbst ist der Laber bei Drachen und Gleitschirmfliegern beliebt. An schönen Tagen mit guter Thermik wimmelt es hier nur so von Flugsüchtigen. Kein Wunder, bei der schönen Aussicht. Manche schafften es sogar vom Laber bis zum Lago Maggiore.

 

 

Natürlich ist der Laber auch für Wanderer eine Pilgerstätte. Nach oben führen viele Wege, jeder ist einzigartig. Anfänger und Fortgeschrittene finden ihre perfekte Route.

 

Gmiatlich soll es bleiben


Auch wenn die Laber Bergbahn alt ist, veraltet ist sie nicht. Technisch wird sie regelmäßig gewartet. Sicherheit muss gewährleistet sein, um den wachsenden Zustrom an Fahrgästen auf den Gipfel zu bringen. Dass die Nachfrage immer größer wird, freut Betriebsleiter Andreas Weber. Des Öfteren wurde er schon gefragt, ob man die alte Bahn nicht abreißen und gegen einen modernen, hochtechnischen Neubau austauschen sollte. „Dann gingen bei mir die Alarmglocken los“, sagt Weber und lacht. Gmiatlich soll es auch weiterhin zugehen auf dem Laber, findet er. Ganz schön sympathisch, finden wir.

 

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Fotos: © Anton Brey