Das Murnau-Werdenfelser-Rind

Was haben Kühe in einem Sport Conrad Katalog verloren? Zugegeben, auf den ersten Blick nichts. Erst der zweite verrät mehr. Kiah, oder Rindviecher – wie es in Bayern so schön heißt – gehören ins Alpenvorland, wie die sattgrünen Wiesen, die schneebedeckten Gipfel und der weiß-blaue Himmel. Das Murnau-Werdenfelser-Rind zumindest ist nicht mehr wegzudenken von den Hängen und Weiden rund um Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald. Ein Grund, warum man die Rasse nicht außen vorlassen sollte, wenn es um das wunderschöne Werdenfelser Land und seine Umgebung geht. Und genau da kommt auch der Sport Conrad Katalog ins Spiel.

 

 

Echte naturtalente


Das Bayerische Oberland war Kulisse für ein Fotoshooting für diesen Sommerkatalog. Unter anderem auch der Warbichl Hof in Oberammergau und der ArcheHof Schlickenrieder in Otterfing. Beides Landwirtschaften, die idyllischer nicht sein könnten. Geranien am Balkon, Obstbäume, blühende Bauerngärten. Wohin man blickt, saftige Weiden. Und genau da leben sie. Die Murnau-Werdenfelser-Rinder, der ganze Stolz der beiden Landwirtschaften. Viel Beachtung schenkten sie uns nicht, als wir den ArcheHof Schlickenrieder besuchten. Höchstens einmal blickten sie vom Gras auf. „Wanderer. Touristen.“ Nichts Besonderes. Tausendmal gesehen. Lange hat’s dann aber nicht gedauert, bis sie die Kamera bezirzten. Models, von denen jeder Fotograf nur träumt. Echte Naturtalente eben. Freilich, das Murnau-Werdenfelser-Rind ist eben keine gewöhnliche Kuh.

 

 

Vom typischen Fleck- oder Braunvieh, dass man von den Werbeprospekten kennt, hebt sich die Rasse sichtlich ab. Das Murnau Werdenfelser Rind hat nämlich gar keine Flecken, dafür ein rötlich-braunes Fell. Dicht und schimmernd, an manchen Stellen lockig. Fast ein bisserl exotisch. Dabei sind die Murnau-Werdenfelser – auch Oberländer genannt – schon lange in der Region ansässig. Viel länger als das Fleckvieh. Die Rasse ist im Grunde genommen sogar die einzig wirklich einheimische Kuhart in Bayern. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts beackerten die Tiere mit den Bauern die Felder und Hänge im Oberland. Ihr Fleisch und ihre Milch sicherte den Landwirten ein wichtiges Zusatzeinkommen. Das war lange bevor die Murnau-Werdenfelser vom Aussterben bedroht waren.

 

 

Mitte der 1950er Jahre verschwanden die Rinder von den Höfen. Der Kapitalismus forderte Hochleistungs-Kühe. Mehr Milch, mehr Fleisch für mehr Menschen. Fleck- und Braunvieh stand in den Ställen, die Murnau-Werdenfelser wurden dafür immer weniger. 2006 schrumpfte der Bestand auf unter 160 reinrassige Tiere. Mittlerweile ist die Zahl wieder angestiegen. Züchter und Bauern setzen sich für den Erhalt der Rinder ein. So wie der ArcheHof Schlickenrieder in Otterfing. Dort werden unter anderem auch Hofführungen für Fachpublikum und Schulklassen angeboten. Nachhaltige Aufklärungsarbeit quasi – direkt vor Ort. 2007 wurde sogar ein Förderverein gegründet, der die Landwirte aus der Region bei der artgerechten Aufzucht unterstützt. Die Höfe stehen in engem Kontakt und tauschen sich gegenseitig aus.

 

 

Schön, robust und genügsam


Die Murnau-Werdenfelser sind nicht nur schön anzusehen, sie sind auch besonders robust. Und genügsam. Gras, Wasser und blühende Wiesen ist im Grunde alles, was sie brauchen. Auf dem ArcheHof Schlickenrieder und dem Warbichl Hof bekommen sie natürlich auch im Winter nur das Beste: frisches unbehandeltes Heu, regional angebautes geschrotetes Getreide oder haltbare Grascobs – ein hochwertiges, frei von Zusatzstoffen hergestelltes Futter mit hohem Gehalt an Rohfasern und Mineralstoffen. Das schmeckt man.

Die Milch und das Fleisch der Murnau-Werdenfelser-Rinder sind von höchster Qualität. Manche sprechen sogar von einer Delikatesse. Entscheidend ist der Reifeprozess. Das Fleisch lagert für drei bis fünf Wochen, bis der ideale Reifegrad erreicht ist. Auch die Art der Schlachtung ist wichtig für den Geschmack. Der Bauer begleitet die Tiere beim Transport zum Metzger. Die Wege sind kurz. So stressfrei wie möglich. Fast so, wie es früher war.

 

 

Die Murnau-Werdenfelser gehören ins Bayerische Oberland. Mit den Bergen den Wiesen und der Landschaft sind sie verwurzelt. Wunderschön, stolz, a bisserl anders eben. Absolut sympathisch. Wir sind stolz darauf, sie in unserem Katalog vorstellen zu dürfen.

 

 

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Foto Header: Anton Brey | Fotos Landschaft: Manuel Ferrigato