WIR DENKEN UM – das neue Logo bei Sport Conrad

Umdenken – es bedeutet, von altbekannten und eingefahrenen Denkmustern abzurücken, gegebenenfalls Sachverhalte neu zu bewerten und, im Endeffekt, diese dann zu überdenken. Unser Anstoß, welcher den Prozess des Umdenkens ins Rollen gebracht hat, war die Überzeugung, mehr für die Umwelt und unsere Zukunft tun zu wollen. Allerdings bemerkten wir relativ schnell die Komplexität und Vielseitigkeit dieses Themas. Simple und schnell umsetzbare Lösungsansätze sind hier nicht zu erarbeiten, sodass uns mit dem WIR DENKEN UM Ansatz wohl eine längere Reise bevorsteht. Somit verstehen wir unsere Initiative als den ersten – und äußerst wichtigen – Schritt in die richtige Richtung und stellen uns auf einen herausfordernden Weg ein, der Schritt für Schritt auf die Optimierung von Nachhaltigkeit, sozialer Verantwortung und Umweltbewusstsein ausgerichtet ist.

 

Gemeinsam ans Ziel


Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass das Thema Umweltbewusstsein in der Sportbranche zur Zeit allgegenwärtig ist. Dies hat uns in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet, da wir zahlreiche Lieferanten und Partner in unsere Initiative integriert haben. Dieses Vorgehen erwies sich als einfach, da bei unseren Partnern das Thema Nachhaltigkeit bereits seit vielen Jahren einen wichtigen Bestandteil der Produkte ausmacht. Somit kann man durchaus sagen, dass wir viele Gleichgesinnte gefunden haben, die uns auch ermutigten diesen neuen Weg konsequent einzuschlagen. 

Es ist genau diese Art der Zusammenarbeit, die für eine erfolgreiche Umsetzung des WIR DENKEN UM Gedankens unerlässlich ist. Während man alleine auf verlorenem Posten kämpfen würde, profitiert man hierbei von den Synergien, Lösungen gemeinsam zu erschließen und voneinander zu lernen. Wir sind selbstkritisch genug um zu sagen, dass wir eher in einer Position sind, in der wir – zumindest im Moment noch – von anderen sehr viel lernen können. Diesen Nachholbedarf wollen wir aufholen, indem wir uns über Attribute wie Ressourcen-schonende Prozesse oder faire Produktionsbedingungen von Firmen informieren, die das Thema der Nachhaltigkeit bereits weiter vorangetrieben haben. Somit versuchen wir, einen Nachteil in einen Vorteil umzuwandeln, indem wir fortschrittlichen Firmen über die Schulter schauen und von deren etablierten Konzepten lernen.

 

 

Wer bekommt das Label – und wie bekommt man es?


Selbstverständlich haben wir unseren Partnern auch einige interessante Vorteile zu bieten. Das beginnt alleine schon damit, dass nicht jeder Hersteller unser WIR DENKEN UM Label bekommt, sondern lediglich diejenigen, die besonders nachhaltige und umweltfreundliche Produkte anbieten. Die Kriterien, welche die Hersteller für die Erteilung unseres Labels erfüllen müssen, haben wir selbst festgelegt. Basis hierfür war die aktuelle Kollektion und  die von uns eingekauften Produkte. Erwähnt sei hier auch, dass unser Logo keine Garantie dafür ist, dass alle Produkte hundertprozentig umweltfreundlich sind. Allerdings möchten wir trotzdem verantwortungsbewussten Herstellern eine attraktive Plattform für deren Produkte anbieten – und umweltbewussten Kunden eine exzellente Alternative. Selbstredend wollen wir Unternehmen, die unseren Weg begleiten, besonders unterstützen. Artikel dieser Firmen werden mit dem WIR DENKEN UM Label gekennzeichnet und freilich ist es unser Ziel, die Anzahl jener Artikel in Zukunft deutlich zu steigern. Aber: welche genauen Kriterien gelten hierfür? 

Firmen, die 4 der 7 Kriterien erfüllen, qualifizieren sich für das Label. So spielt unter anderem die Logistik eine bedeutende Rolle. Gibt es kurze, umweltschonende Transportwege und Lieferketten? Gibt es ein umweltfreundliches Chemikalien-Management? Wie hoch ist der Anteil von recycelten und natürlichen Materialien? Zudem berücksichtigen wir die soziale Komponente bei der Herstellung und die Transparenz der Unternehmen. En detail sind folgende Kriterien ausschlaggebend für die eventuelle Erteilung unseres WIR DENKEN UM Labels:

 

  • Mindestens 50% EU Produktion und kurze Transportwege
  • Mindestens 50% Anteil an Recyclingmaterialien
  • Nachwachsende Rohstoffe, bei Wolle kein Mulesing
  • Systempartner von Blue Sign oder FairWear
  • Reparaturservice/ Neubesohlung
  • PFC-frei bei mindestens 50% der bestellten Ware
  • Nachverfolgbarkeit und Transparenz, wie z.B. TrackMyDown, Wool Promise, Re:Down

 

Folgende Firmen haben bereits das WIR DENKEN UM Label erhalten: ABSChillaz, Contour, CMP, Deuter,  DoghammerDotout, DynafitEdelrid, Elevenate. ExpedFjällräven, Grüezi bagHaglöfs, HanwagHoudini, Icebreaker, Jones Snowboards, Kari Traa, KohlaLa Sportiva, LekiLowa, Maloja, Mandala, Meindl, Mountain Equipment, Northern PlaygroundNorröna, Odlo, OrtovoxP.A.C.Patagonia, Peak Performance, PictureRed Chili, Scarpa, SalewaSchöffel, Tentree, Ternua, TERM-A-REST und Vaude

 

 

Unsere Ziele und wie wir sie erreichen wollen – langfristig zur gesundheit des planeten beitragen


Das übergeordnete Ziel ist es, mittel- und langfristig den Klimawandel zu bekämpfen, um unseren Planeten lebenswerter zu machen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dieses Ziel speist sich aus unserer Liebe zur Natur, den in unserer Heimat verschneiten Wintern, den Wäldern, Wiesen und Flüssen. Wir sind der Meinung, dass es unfair wäre wenn sich unsere Kinder und Enkel nicht auch von dieser fantastischen Natur begeistern lassen könnten. Da wir nicht in Quartalen, sondern in Generationen denken, nützt es nichts sich zu verstecken und die Augen vor den im Moment noch vorherrschenden Missständen in Sachen Nachhaltigkeit zu verschließen. Deshalb sind wir bereit, alte Pfade zu verlassen und auf neue Wege über zu treten.

So werden zum Beispiel unsere Fotoshootings nicht mehr im Ausland durchgeführt, sondern vor unserer wunderschönen Haustüre. Bei unseren Katalogen schauen wir nun auch deutlich mehr auf die Schonung der Umwelt. So gibt es künftig weniger Katalogseiten. Dies spart Papier, sowohl bei der Herstellung als auch bei der Entsorgung. Die Produktion unseres Kataloges wurde überdacht. Wir arbeiten nun mit der Regensburger Firma Niedermayr zusammen und nutzen das in Deutschland umweltfreundlichste Druckverfahren. Von der Druckerei über das Papier, den Farben bis hin zur Verpackungsfolie: alles ist mit dem Umweltsiegel Blauer Engel zertifiziert.

 

 

Dieses Siegel bedeutet, das Druckprozesse und Maschinenreinigung nicht in üblichem Maße zum sogenannten „Sommersmog“ beitragen. Somit kann man bei der Herstellung von Druckerzeugnissen – durch das Verwenden von Papieren mit hohem Altpapieranteil – zur Schonung von Ressourcen und zur Verminderung des Abfallaufkommens beitragen. 

 
 
Wie man sehen kann, geht es bei der WIR DENKEN UM Initiative nicht nur um den eigentlichen Verkauf der Ware, sondern auch um betriebsinterne Prozesse, die wir Schritt für Schritt angehen und optimieren. So stellen wir in allen Filialen die kompletten Beleuchtungsanlagen auf energiesparendes LED um. Ein weiterer Schritt ist die Verpackung. Unsere Versandzentrale verschickt nur noch Recyclingpappe. Ebenso werden Skibindungen nicht mehr mit Plastik-, sondern nur noch mit Pappwürfeln im Karton geschützt. Ein ebenfalls eher langfristig angelegtes Projekt sind gezielte Mitarbeiterschulungen zur Müllvermeidung oder recycelbaren Produktalternativen. Dies sind keine Umstellungen, die über Nacht erledigt sind, aber wir lassen uns von unseren mittel- und langfristigen Zielen nicht abbringen. 

 

 

 

Zu guter letzt: Auf welche Materialien kommt es an?


Selbstverständlich benötigt man im Rahmen unserer Initiative auch so einiges an Fachwissen. Wer weiß zum Beispiel, dass Modal aus nachwachsendem Buchenholz hergestellt wird und eine reine Cellulose-Faser ist? Oder dass der Einsatz von recycelten Materialien die Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung senkt? Wusstest du, dass lediglich fünf wiederverwertete Sodaflaschen genügend Garn für ein extra großes T-Shirt ergeben? Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, seien im Folgenden drei besonders umweltfreundliche Materialien kurz vorgestellt:

 

Lyocell-Tencel®


Lyocell, auch als Tencel® bekannt, ist eine aus natürlichen Rohstoffen industriell hergestellte Faser. Sie wird aus Holz hergestellt und ist biologisch abbaubar. Die weiche Faser bietet angenehme Wärme und Atmungsaktivität, zudem regelt sie auf natürliche Art und Weise den Feuchtigkeitstransport. Dazu ist Lyocell auch nass äußerst reißfest und somit ein sehr langlebiges Material. Das Besondere an der Herstellung von Lyocell ist, dass der Herstellungsprozess durch die Verwendung umweltschonender Lösungsmittel und eines geschlossenen Stoffkreislaufs kaum umweltbelastend ist. Lyocell ist die generische Faserbezeichnung und wird von der Lenzing AG unter dem Markennamen Tencel angeboten. 

 

Modal


Modal wird aus Buchenholz hergestellt und ist eine reine Cellulose-Faser: Das Rohmaterial wird entrindet, in kleine Späne abgespalten und aufbereitet. Schließlich entsteht eine honigartige Masse, die durch mikrofeine Düsen gepresst wird, so werden die Fasern gesponnen. Diese Vorgänge können rein industriell durchgeführt werden, weshalb Modal trotz der natürlichen Herkunft zu den Chemie- und Synthetikfasern gezählt wird. Die Modalfasern können besonders dünn gesponnen werden und überzeugen so mit weichem Tragekomfort. Zudem sind sie elastisch und formbeständig. Ihr schneller Feuchtigkeitstransport macht sie in der Outdoor Branche besonders beliebt.

 

Recyceltes Polyester


 

Produkte aus recyceltem Polyester bestehen aus recycelten PET-Plastikflaschen, Altware oder Verschnitt-Resten. Durch die Verwendung von Materialien, die sich bereits im Umlauf befinden, wird der Einsatz neuer Rohstoffe reduziert – insbesondere derer, die aus nicht-erneuerbaren Quellen stammen. Dies hat spürbare Folgen: eine Reduzierung der Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung. Die Verarbeitung von recyceltem Polyester verringert zudem die Abhängigkeit von Erdöl. Die Wiederverwertung von ausgedienter Polyesterkleidung wird ebenfalls gefördert.

 
 
 
Abschließend wollen wir an dieser Stelle noch kurz die Zertifizierungen bluesign® und Fair Wear vorstellen.

 

bluesign®


 

Dieses Siegel wird von der unabhängigen Firma bluesign® Technologies AG vergeben. Das schweizerische Unternehmen verfolgt hier einen komplexen Ansatz. Deren Ziel ist ganz klar, die Textilproduktion umweltfreundlicher zu gestalten. Durch das Input Stream Management werden Rohwaren schon vor dem eigentlichen Produktionsbeginn überprüft. Dies verhindert, dass Materialien in die Produktionskette gelangen, die nicht den Standards entsprechen. Das System basiert grundsätzlich auf fünf Prinzipien: Ressourcenproduktivität, Verbraucherschutz, Gewässerschutz, Immissionsschutz und Arbeitssicherheit. Das bluesign® Siegel trägt somit dazu bei, den ökologischen Fußabdruck in der Textilindustrie so klein wie möglich zu halten. In den Bereichen der technologischen Weiterentwicklung und beim Umweltschutz steht dieses Zertifikat für klare Standards und überwacht deren Einhaltung. Die bluesign® Systempartner erhalten in unserem Shop das entsprechende Logo.

 

Fair Wear


 

Der Fair Wear Foundation geht es um die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Sie ist eine gemeinnützige Organisation, die mit verschiedenen Partnern zusammen arbeitet. Dazu zählen unter anderem gemeinnützige Organisationen, Unternehmen und Regierungen. Ziel ist es, langfristige Lösungen zu erschaffen. Fair Wear besichtigt regelmäßig die Produktionsstätten, führt Interviews mit ArbeiterInnen und berichtet öffentlich über etwaige Fortschritte ihrer Mitglieder. Dadurch soll eine dauerhafte Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Lieferketten der jeweiligen Unternehmen gewährleistet werden. Ihren Fokus legt die Organisation klar auf die Näharbeiten, welche die arbeitsintensivste Sparte darstellt und in welcher ArbeiterInnen immer wieder Opfer von Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen werden.

 


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