Sportsachen vor dem Waschen im Wäschekorb.

Sportsachen waschen: So bleibt Funktionskleidung länger frisch

Ob Laufshirt, Radtrikot oder Softshelljacke: Deine Sportsachen bestehen meist aus Funktionsmaterialien, die ganz anders auf Hitze, Waschmittel und Weichspüler reagieren als eine normale Baumwollhose. Wäschst du sie wie deine Alltagskleidung, verlieren sie schnell ihre Atmungsaktivität, riechen trotz der Wäsche unangenehm oder verschleißen vorzeitig.

 

In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Sportkleidung richtig wäschst, welches Programm sich eignet, wann der Trockner tabu ist und wie du dabei möglichst nachhaltig vorgehen kannst. Außerdem erfährst du, wie du mit imprägnierter Outdoorbekleidung umgehst.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • 🧺 Sportsachen nach dem Training direkt aus der Tasche nehmen, auslüften und bei Bedarf kurz ausspülen.
  • 🌡️ Meist reicht ein Schon-, Fein- oder Sportprogramm bei 30 Grad. 40 Grad nur, wenn das Pflegeetikett es erlaubt.
  • 🧴 Spezielles Waschmittel für Sport- und Funktionskleidung verwenden und auf Weichspüler verzichten, damit die Funktion der Fasern erhalten bleibt.
  • 🧵 Kunstfasern regelmäßig waschen, Merinowolle dagegen oft nur gut auslüften und insgesamt seltener waschen.
  • 🌧️ Imprägnierte Regen- und Outdoorbekleidung selten waschen und bei nachlassender Wasserabweisung neu imprägnieren.
  • ☀️ Sportsachen am besten lufttrocknen, da Hitze viele Funktionstextilien beschädigen kann.
  • 🌱 Niedrige Temperaturen, sparsame Waschmitteldosierung und ein Waschbeutel machen die Wäsche nachhaltiger.

 

Direkt nach dem Sport: Der erste Schritt für Sportkleidung

Je länger Schweiß in der Faser sitzt, desto schwerer bekommst du Gerüche später wieder raus. Nimm deine Sportsachen darum möglichst gleich nach dem Training aus der Tasche und häng sie zum Lüften auf, statt sie im Rucksack oder Wäschekorb liegen zu lassen. Bei nassgeschwitzen Funktionsshirts lohnt es sich, diese direkt unter der Dusche kurz mit klarem Wasser auszuspülen, bevor sie vor der eigentlichen Wäsche aufgehängt werden. Das entfernt einen Großteil des Schweißes sofort und schont die Fasern, weil Salz und Bakterien nicht so lange einwirken können.

 

Die richtige Vorbereitung zum Waschen deiner Sportsachen

Bevor deine Sportkleidung in die Maschine wandert, drehst du sie auf links und schließt Reißverschlüsse sowie Klettverschlüsse. So verhinderst du, dass sich das Gewebe aufraut, Pilling entsteht oder andere empfindliche Kleidungsstücke in der Waschmaschine beschädigt werden. Wasche Funktionstextilien außerdem getrennt von Alltagskleidung wie Jeans oder Handtüchern, denn deren gröbere Fasern erhöhen die Reibung. Ein Wäschenetz schützt zusätzlich vor Verhaken, besonders bei Sport-BHs oder Kompressionswäsche. Und ein Blick auf das Pflegeetikett lohnt sich immer: Dort steht die maximale Temperatur und ob ein Kleidungsstück überhaupt maschinenwaschbar ist.

 

Waschhinweise auf dem Pflegeetikett einer Daunenjacke.

 

Programm, Temperatur & Waschmittel

Für die meisten Funktionstextilien reicht ein Schon- oder Feinwaschgang bei 30 Grad völlig aus, um Schweißgeruch, Bakterien und leichte Verschmutzungen zu entfernen. Viele neuere Waschmaschinen bieten sogar ein eigenes Sport- oder Outdoor-Programm an. Bei starker Verschmutzung oder sehr strengem Geruch kannst du auf 40 Grad hochgehen, sofern das Etikett es erlaubt. Solltest du dir nicht sicher sein, ob gröbere Flecken rausgehen, kannst du diese beispielsweise mit Gallseife vorbehandeln. Verwende ein mildes, flüssiges Feinwaschmittel und dosiere es eher niedrig als hoch. Idealerweise kannst du speziell entwickeltes Waschmittel für Sport- und Funktionskleidung verwenden. Auf Weichspüler solltest du bei Sportsachen komplett verzichten: Er legt sich wie ein Film über die Fasern, verschließt die Poren und macht die Kleidung weniger atmungsaktiv. Am Ende bleibt der Schweiß dann eher im Stoff hängen, statt nach außen abtransportiert zu werden.

 

 

 

 

Materialien unterschiedlich Waschen

 

Kunstfasern wie Polyester, Polyamid und Elasthan

Die meiste Trainingskleidung besteht aus diesen Kunstfasern, weil sie leicht sind, Feuchtigkeit gut nach außen transportieren und schnell trocknen. Genau diese glatte Oberfläche bietet Schweiß und Bakterien aber auch besonders guten Halt, weshalb du sie regelmäßig waschen solltest. Ein Schonwaschgang bei 30 Grad mit mildem Waschmittel reicht dafür aus. Auf Weichspüler solltest du verzichten, da sie die Atmungsaktivität der Textilien zerstören.

 

 

 

 

Merinowolle

Merino verhält sich anders: Die Naturfaser wirkt von sich aus antibakteriell, sodass Kleidungsstücke aus Merinowolle auch nach mehrmaligem Tragen kaum nach Schweiß riechen. Deshalb ist Merino auch die erste Wahl bei mehrtägigen Touren mit wenig Gepäck oder auf Rucksackreisen. Auch nach schweißtreibenden Trainingseinheiten genügt es, Merinokleidung gut auszulüften. Erst nach drei bis vier Trainingseinheiten musst du Sportsachen aus Merinowolle waschen. Nutze am besten ein Wollprogramm, wasche kalt oder bei maximal 30 Grad sowie mit geringer Schleuderzahl. Sportkleidung aus Merinowolle sollten nie zusammen mit Textilien aus groben Stoffen gewaschen werden.

 

 

 

 

Imprägnierte Outdoor- und Regenkleidung

Regenjacken und Regenhosen mit wasserabweisender Beschichtung solltest du seltener waschen als normale Sportkleidung, da jeder Waschgang die Imprägnierung etwas abnutzt. Membranhersteller wie Gore-Tex empfehlen außerdem den Schonwaschgang bzw. ein Pflegeleicht-Programm ohne Schleudern.

 

Denke zudem daran, vor dem Waschen alle Reißverschlüsse zu schließen und elastische Zugbänder zu zuziehen, damit sich nichts verheddern kann. Beim Waschmittel raten die meisten Hersteller zu einem speziellen Outdoor-Waschmittel für Membranen und Imprägnierungen.

 

Der Membranspezialist Gore-Tex gibt an, dass auch ein normales Waschmittel ausreicht. In jedem Fall sollte es ein Flüssigwaschmittel sein und du solltest auf Weichspüler verzichten. Hast du einen besonders hartnäckigen Flecken auf deiner Outdoorbekleidung, kannst du diesen im Waschbecken mit Waschmittel einweichen und so vorbehandeln. Zum Schluss lohnt sich ein Extra-Spülgang, um wirklich alle Waschmittelreste aus den Fasern zu waschen.

 

Lässt die Wasserabweisung nach, kannst du mit einem Imprägnierspray nachhelfen. Manche Hersteller empfehlen danach ausdrücklich einen kurzen Trockengang bei niedriger Temperatur, damit sich die Imprägnierung durch die Wärme neu aktiviert. Ob das für dein Kleidungsstück gilt, steht auf dem Pflegeetikett oder in der Herstelleranleitung.

 

 

 

 

Sportsachen nach dem Waschen richtig trocknen

Für die meisten Funktionstextilien aus Polyester, Elasthan oder Nylon ist der Trockner tabu. Die Hitze macht die elastischen Fasern spröde, das Material verliert an Atmungsaktivität und die Lebensdauer sinkt spürbar. Häng deine Sportsachen darum lieber zum Lufttrocknen auf, aber nicht in die pralle Sonne, da UV-Strahlung Elasthan zusätzlich angreift.

 

Auch imprägnierte Outdoorbekleidung kannst du lufttrocknen. Jedoch raten einige Hersteller bei Kleidung mit Membran zu einem kurzen niedrig temperierten Trockengang. Schau hier einfach auf die Herstellerangabe im Etikett. Gore-Tex empfiehlt beispielsweise eine Behandlung im Trockner, sobald die wasserabweisende Wirkung nachlässt: 20 Minuten bei niedrigen Temperaturen im Trockner reaktiviert durch die Wärme die wasserabweisende Imprägnierung der Gore-Tex-Membran.

 

Sportsachen nachhaltiger waschen

Bei jedem Waschgang lösen sich aus synthetischer Sportkleidung kleinste Kunststofffasern, sogenanntes Mikroplastik, das über das Abwasser in Flüsse und Meere gelangt. Je nach Material und Waschtemperatur können dabei mehrere Zehntausend bis über hunderttausend Mikropartikel pro Waschgang freigesetzt werden. Ein spezieller Waschbeutel für Synthetikwäsche fängt einen großen Anteil davon auf.

 

Zusätzlich hilfst du der Umwelt, wenn du niedrige Temperaturen und eine geringe Schleuderzahl wählst, dein Waschmittel sparsam dosierst und Sportkleidung erst dann in die Maschine gibst, wenn es wirklich nötig ist. Auch die Wahl langlebiger, hochwertiger Kleidungsstücke reduziert langfristig, wie oft überhaupt gewaschen werden muss.

 

Hardshelljacke richtig waschen in der Waschmaschine.

 

Weitere Pflegetipps für Sportkleidung

🍶 Essig ist ein wahrer Alleskönner und entfernt umweltfreundlich Seifenreste, Kalk, Grauschleier und Gerüche. Du kannst Essig zur punktuellen Vorbehandlung geeigneter Textilien verwenden. Als Ersatz für Waschmittel eignet sich Essig jedoch nicht, da er Schmutz, Fett und Schweißrückstände nicht zuverlässig entfernt. Auch in der Waschmaschine solltest du ihn nur sparsam und unter Beachtung der Herstellerhinweise verwenden, da die enthaltene Säure Dichtungen und Schläuche beschädigen kann.

 

❄️ Ein weiterer Tipp ist der Einsatz der Gefriertruhe gegen Gerüche. Lege dazu verschwitzte Kleidung über Nacht in einem Beutel ins Gefrierfach. Kälte hemmt geruchsbildende Bakterien kurzfristig, ersetzt aber keine richtige Wäsche und wirkt nur vorübergehend.

 

🎒 Denk außerdem an deine Sporttasche: Sie sammelt Feuchtigkeit und Bakterien genauso wie deine Kleidung und sollte regelmäßig mitgewaschen oder zumindest gut ausgelüftet werden, sofern es das Material erlaubt.

 

Häufig gestellte Fragen zum Waschen von Sportkleidung

 

Wie oft solltest du Sportsachen waschen?

Kunstfaser-Kleidung wäschst du am besten nach jedem intensiven Training, Merinowolle nach mehrmaligem Tragen. Dazwischen reicht es, Merinosachen zum Lüften aufzuhängen.

 

Welche Temperatur ist für Sportkleidung geeignet?

In den meisten Fällen reichen 30 Grad im Schon- oder Sportprogramm. Nur bei starker Verschmutzung und wenn das Etikett es erlaubt, ist es nötig, bei 40 Grad zu waschen.

 

Darfst du Sportsachen in den Trockner geben?

Bei den meisten Funktionstextilien solltest du darauf verzichten, da Hitze Elastizität und Atmungsaktivität schädigt. Ausnahmen gelten nur für einzelne imprägnierte Textilien laut Herstellerangabe.

 

Wie vermeidest du Schweißgeruch in der Sportkleidung?

Wasche verschwitzte Kleidung möglichst bald nach dem Einsatz, verzichte auf Weichspüler und setze bei Bedarf auf einen Essig-Spülgang. So bekommt Geruch gar nicht erst die Chance, sich festzusetzen.

 

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