Alex Alanko ist professioneller Slopestyle-Mountainbiker aus Djurö und belegte den dritten Platz beim legendären Crankworx-Mountainbike-Festival in Rotorua. Egal, ob bei den größten Jumps oder jenseits des Tracks – Alex wirkt herrlich entspannt. Ein Gespräch über Spaß am Sport und die richtige Balance im Leben.
Wann hast du mit dem Slopestyle-Mountainbiking angefangen und wie hast du dir deine Karriere aufgebaut?
Ich habe mit 11 Jahren angefangen, mit meinen Freunden auf Parkplätzen Wheelies und Sprünge zu versuchen. Langsam aber sicher nahm alles Fahrt auf, als wir YouTube-Videos von Leuten entdeckten, die Sprünge und Tricks machten. Wir wollten dasselbe tun und unsere eigenen Sprünge bauen. Von diesem Moment an konnte ich nicht mehr aufhören.
Meine Profikarriere verlief langsam bergauf. Ich war viele Jahre lang am Boden zerstört, weil ich dachte, ich würde es nie nach oben schaffen. Aber gleichzeitig genoss ich den Prozess, also machte ich einfach weiter. 2019 hatte ich den Durchbruch, als ich bei einem der größten Events überhaupt – Crankworx Rotorua Slopestyle – den 3. Platz belegte.
Wie kann man sich deinen Alltag als MTB-Profi vorstellen?
Am besten kann ich es so beschreiben, dass man nie arbeitet, aber gleichzeitig auch ständig arbeitet. Jede Entscheidung, die ich treffe, hat Auswirkungen auf mein Fahrverhalten. Ich muss mir dessen jeden Tag bewusst sein und eine gute Balance zwischen Disziplin, Leidenschaft und Spaß finden.

Alex Alanko belegte 2019 beim legendären Crankworx Rotorua im Slopestyle den 3. Platz. Foto: Sport Conrad
Was hat dir dein Sport beigebracht?
Ich habe so viel davon gelernt, Ziele und Ambitionen auf dem Rad zu haben. Ich bin offener geworden, um von anderen zu lernen, habe Disziplin und Arbeitsmoral entwickelt.
Der Drang, jeden Tag besser auf dem Rad zu werden, hat sich auch auf alle anderen Bereiche meines Lebens ausgeweitet. Alle Lektionen auf meinem bisherigen Weg sind Dinge, die ich für den Rest meines Lebens in meinem Werkzeugkasten habe. Dafür bin ich für immer dankbar.
Du veranstaltest Ridecamps, bei denen du junge Talente trainierst.
Das ist für mich ein natürlicher Weg, der Community etwas zurückzugeben. Ich habe ja selbst erlebt, wie sehr es mein eigenes Leben bereichert hat. Es macht mich einfach glücklich zu sehen, wie Kinder Spaß am Biken haben und sich selbst herausfordern.

Alex möchte mit seinen Ridecamps der Community etwas zurückgeben und trainiert Kinder beim Mountainbiken. Foto: Sport Conrad
Was ist dein wichtigster Rat an sie?
Bleib beim Spaß und lass nicht zu, dass das Biken deine ganze Welt bestimmt. Finde eine gute Balance, wenn du es auf lange Sicht machen willst!
Was gefällt dir am besten an deinem Sport?
Die Freiheit! Du entscheidest, welche Tricks du lernen willst, welchen Fahrstil du magst und wann du fahren möchtest. Außerdem ist die Community großartig.

Balance ist für Alex der Schlüssel zum Erfolg. Foto: Sport Conrad
Was hättest du rückblickend gerne früher gewusst?
Ich hätte gerne mehr über die Bedeutung der richtigen Balance gewusst. Weniger diszipliniert zu sein und dafür mehr Spaß zu haben. In meinen diszipliniertesten Jahren konnte ich bei einem Wettkampf keinen Volltreffer landen, weil ich mental überfordert war. Balance ist für mich der Schlüssel. Als ich das gelernt habe, hat sich vieles zum Positiven verändert.