Interview mit Dynafit Athlet Andy Steindl

Im folgendem Interview hat uns Dynafit-Athlet Andreas Streindl rund um das Thema Athletic Mountaineering Rede und Antwort gestanden. Was das ist, worauf es dabei ankommt und welche Produkte Du dafür benötigst, kannst Du hier erfahren. Außerdem findet Ihr eine Auswahl der Dynafit Elevation Linie am Ende dieses Beitrags.
Dynafit hat die Elevation Linie speziell für ambitionierte Bergsportler entwickelt, mit dem Ziel, bei herausfordernden Touren beste Unterstützung zu bieten. Mit der Elevation Linie von Dynafit findest Du exakt die Produkte, die Du benötigst, um schnell und leicht bei maximalem Support in den Bergen unterwegs zu sein.

 

Der Schweizer Alpinist und Skibergsteiger Andreas Steindl ist seit 2019 ein Mitglied der Dynafit-Familie. In Rekordzeiten erreicht der Speedbergsteiger höchst anspruchsvolle Gipfel. Dabei legt der 31-jährige nicht nur Strecke und Höhenmeter zurück, sondern meistert mit spielerischer Leichtigkeit selbst schwieriges alpines Gelände. Im Juli 2019 sorgte der Zermatter am Mont Blanc für Furore. Gemeinsam mit dem Italiener Francois Cazzanelli gelang es Steindl, den höchsten Berg der Alpen über den Peutérey Intégral Grat in Rekord Zeit zu besteigen und wieder ins Tal zurück zu kehren. Für die 4.300 Höhenmeter und 45 Kilometer über den längsten Grat der Alpen benötigten die beiden Bergführer lediglich 15 Stunden und 55 Minuten. Einer der größten Erfolge des Schweizers ist außerdem der Rekord am Matterhorn: In weniger als vier Stunden (03:59:57), lief der Extrembergsteiger am 27. August 2018 vom Kirchplatz in Zermatt die 2.861 Höhenmeter und 22,8 Kilometern auf das Matterhorn und wieder zurück.

Dynafit Andreas Steindl

 

Frage:

Du bist erfolgreicher Alpinist, Skibergsteiger und Speedbergsteiger. Was hat Dich dazu bewogen mit dieser Art des Bergsteigens anzufangen?

 

Andy:

In meiner Kindheit und Jugend war ich viel am Rennen und betrachtete die Berge immer vom Tal aus. Mein junges Ich fragte sich, wie schnell man wohl da rauf rennen könne? Also jemand der es kann und sich in dem alpinen Terrain wohl fühlt. Zu jenem Zeitpunkt war es für mich unvorstellbar, wie ich mich heute in den Bergen bewege. Als ich vor 10 Jahren mit der Bergführerausbildung begonnen habe, und praktisch jeden Tag in dem Gelände unterwegs war, kamen immer mehr Ideen auf und im Kopf verfing sich regelmäßig der Gedanke, wie schnell ich alleine ohne Gast unterwegs sein könnte. Aus den Gedanken wurde ab 2011 Realität und ich begann mich an persönlichen Projekten zu versuchen, die im schnellen, dynamischen Bewegen im (hoch-)alpinen Gelände anzusiedeln sind. Dafür steht Athletic Mountaineering. Eine Evolution aus Berglaufen und Bergsteigen. Das schöne für mich ist im Tal zu starten und das Trailrunning mit dem Bergsteigen zu verbinden. Und ich liebe es minimalistisch, leicht und schnell am Berg zu sein.

 

Frage:

Bei dieser Art des Bergsteigens spricht man oft von „Athletic Mountaineering“. Was bedeutet das für Dich und worauf kommt es dabei an?

 

Andy:

Für mich kommt es auf das schnelle und leichte Gefühl, wie man sich in den Bergen bewegen kann, an. Mit dem Minimum an Material und in Trailrunning oder ähnlichen Schuhen wie dem Dynafit Sky Pro und nicht in schweren Bergstiefeln. Jedoch spielen da die Erfahrung und das Können die größte Rolle. Vor allem im Zeitalter der sozialen Medien und von YouTube sieht man immer wieder faszinierende und inspirierende Videos und viele denken sich, sie können das auch. Das liegt daran, dass es einfach und spielerisch rüberkommt. Aber oft sieht der Zuschauer in den Videos nicht was dahinter an Training und Vorbereitung steckt. Da muss jeder für sich die Verantwortung übernehmen und auch zu sich ehrlich sein, ob er das wirklich kann und das Risiko eingehen möchte. Vermutlich einfache Berge können bei schlechten Bedingungen oder bei einem Wetterumschwung schon über dem Limit sein.

 

 

Frage:

Von Zermatt aus hast Du hast das Matterhorn in weniger als 4 Stunden bestiegen, inklusive Auf- und Abstieg! Wie bereitest Du Dich auf ein solches Projekt vor?

 

Andy:

Das Projekt Zermatt Matterhorn und zurück hatte ich seit 2011 im Kopf. 2011 bin ich das erste Mal für mich alleine hoch und benötigte knapp 3 Stunden bis zum Gipfel. Jedoch war dies unvorbereitet und einfach als Training gedacht. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, was mit einer gezielten Vorbereitung möglich wäre. Daraus entwickelte sich die Herzensangelegenheit dort an mein Maximum zu gehen. Warum es nachher so lange dauerte, bis ich mir den Traum unter 4 Stunden hoch und runter zu rennen realisieren konnte, lag an mehreren Gründen. Ich war nicht 100 %ig fit oder verletzt, die Verhältnisse passten nicht oder andere Projekte und Rennen standen an. So musste ich mich einige Jahre in Geduld üben. Darum steckt ein grosser Perfektionismus dahinter. Die Verhältnisse und das Wetter müssen passen, damit es so sicher wie möglich ist. Zusätzlich gehört jahrelanges Training in dem klassischen Bergsteigergelände dazu, um sich so leichtfüssig und sicher zu bewegen. Egal ob im Sommer oder Winter. Da kommt über die Jahre einiges an Stunden und Höhenmetern zusammen. Sei es auf den Tourenski, beim Trailrunning und Athletic Mountaineering oder auf dem Rad. Und zu guter Letzt muss man die Route, jeden Stein, jede Wurzel perfekt kennen. Denn im Abstieg geht alles so schnell, da habe ich keine Zeit nachzuschauen, ob der Stein hält oder ich links oder rechts weiterlaufen muss. Im Kopf muss ich die Bewegungsabläufe, sowie die Route einspeichern und automatisch abrufen können. Ansonsten kann es schnell gefährlich werden.

 

Frage:

Welche Ausrüstung darf auf keinen Fall fehlen und unterstützt Dich dabei, solche Leistungen abrufen zu können?

 

Andy:

Das Wichtigste bei solchen Projekten ist der Schuh. Man muss diesem voll vertrauen können und auch wissen wo dessen Limit ist, speziell wenn man dann mit Steigeisen auf einem Trail-Running Schuh unterwegs ist. Aber welche Ausrüstung nicht fehlen darf, ist sehr individuell nach Tour und kann nicht verallgemeinert werden. Denn unter Umständen braucht man nur was zu trinken und zu essen, vielleicht noch eine dünne Jacke. Auf einer anderen Tour jedoch Steigeisen, Pickel, Helm, Klettergurt, eventuell ein Seil für eine Abseilstelle… Es kommt also auf die Tour und die Verhältnisse an. Sicherheit geht aber im Zweifelsfall vor. Lieber habt ihr als Bergsportler die Steigeisen mitgetragen und nicht gebraucht, als andersherum.

 

 

Frage:

Was sind für Dich die größten Herausforderungen beim Athletic Mountaineering?

 

Andy:

Die grösste Herausforderung ist es, zu sich selber ehrlich zu sein. Nur weil man eine Tour oder Route letztes Jahr gemacht hat, mit einem Minimum an Ausrüstung, muss es nicht heißen, dass ich jedes Jahr das Können und den Kopf mitbringe, um dies zu wiederholen. Wichtig ist auch dem Berg immer den Respekt entgegenzubringen und ihn nicht zu unterschätzen. Die Berge bleiben schließlich und wir können wiederkommen, wenn wir richtig entscheiden.

 

Frage:

Was sind Deine nächsten Projekte/Was ist Dein nächstes Projekt?

 

Andy:

Über neue Projekte rede ich nicht gern. Denn man weiß in den Bergen nie, ob die Verhältnisse in diesem Sommer passen werden oder erst nächstes Jahr. Zudem setzt das einem zusätzlichen Druck auf. In dem Moment könnte das die Entscheidung beeinträchtigen, so dass man vielleicht einmal mehr Risiko eingeht, als man es sonst tun würde. Wenn keiner von dem Vorhaben weiß, wirkt sich das positiv auf die Entscheidungsfindung aus. Zudem sind solche Projekte persönliche Ziele und Träume, welche ich lieber zuerst für mich genieße und erst im Nachhinein mit Anderen teile.

 

Frage:

Zum Abschluss: Was ist Dein absolutes Lieblingsprodukt?

 

Andy:

Mein Lieblingsprodukt ist der Dynafit Trailrunning Schuh Feline Up Pro. Er gibt mir das Vertrauen und den nötigen Grip und mit ihm kann ich einfach schön und leicht laufen. Interessant ist auch der Dynafit Sky Pro, der denselben Aufbau wie der Feline Up Pro hat, zusätzlich aber noch eine integrierte Gamasche besitzt und sich mit auch in hohen alpinen Gelände oder beim Queren von Schneefeldern gut eignet.

 

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