Eine Hochtour stellt andere Anforderungen an deine Ausrüstung als eine klassische Bergwanderung. Sobald Gletscher im Spiel sind, gehören Seil, Gurt und Material für die Spaltenbergung zur Tourenplanung. Firn- und Altschneefelder können ebenfalls heikel sein – hier entscheiden Steilheit, Härte, Absturzgelände und Tageszeit darüber, welche Ausrüstung und Technik nötig sind. Damit dir das Packen leichter fällt, findest du hier im Überblick die komplette Hochtourenausrüstung und eine praktische Packliste zum Ausdrucken.
Hochtouren Packliste zum Download
Check deine Ausrüstung vor der Tour und sieh dir an, was du für eine Hochtour wirklich brauchst!
Was deine Ausrüstung auf Hochtour leisten muss
Der große Unterschied zur einfachen Bergwanderung liegt in den Anforderungen: Auf klassischen Hochtouren bewegst du dich häufig im hochalpinen Gelände, oft auf Gletschern, Firn, Altschnee, Blockfeldern oder ausgesetzten Graten. Viele Routen führen in Höhen um oder über 3.000 Meter. Entscheidend sind aber nicht nur die Höhenmeter, sondern auch Wetter, objektive Gefahren, technische Passagen und die nötige Sicherungstechnik. Dafür brauchst du Ausrüstung, auf die du dich unter anspruchsvollen Bedingungen verlassen kannst, darunter steigeisenfeste Schuhe, Pickel und Seil mit Sicherheitsausrüstung. Dieses Equipment ist kein Nice-to-have, sondern die Voraussetzung dafür, dass du und deine Seilpartner im Ernstfall richtig reagieren können.
Dazu kommt die alpine Höhenlage selbst: Auf 3.000 bis 4.000 Metern schwanken die Temperaturen stärker als im Tal, die UV-Strahlung ist durch Schnee und Eis deutlich intensiver und du startest viele Touren schon vor Sonnenaufgang. Deine Bekleidung muss also mehrere Temperaturbereiche abdecken, dein Rucksack muss kompakt genug für Kletterpassagen sein, und Dinge wie Stirnlampe oder Sonnenschutz gehören von Anfang an ins Gepäck.

📌 Weil eine Hochtour alpine Erfahrung und eine Ausbildung in Seiltechnik und Spaltenbergung voraussetzt, sollten sich Einsteiger zunächst einer geführten Tour anschließen.
Deine Hochtouren Ausrüstung
- 🧥 Kleidung
- 🥾 Bergschuhe
- 🎒 Rucksack
- 🧗 Hochtourenausrüstung
- 🧭 Orientierung & Technik
- 🚑 Erste Hilfe & Notfallausrüstung
- ☀️ Sonnenschutz
- 🥪 Verpflegung & praktisches Zubehör
- 🛖 Zusatzausrüstung für die Hüttenübernachtung
Kleidung
Auf einer Hochtour können sich die Bedingungen innerhalb weniger Stunden stark verändern: Im Tal ist es oft sommerlich warm, am Gipfel eisig kalt. Das Zwiebelprinzip gehört deshalb zur Grundausstattung. Sinnvoll ist eine Kombination aus funktionellem Baselayer aus Merino oder Kunstfaser, wärmender Mittelschicht, leichter Isolationsjacke für Pausen und windige Passagen sowie einer Hardshelljacke gegen Wind, Schnee und Regen. Beim Gehen mit Steigeisen ist außerdem eine robuste, lange und körpernah geschnittene Tourenhose wichtig, damit du mit den Zacken nicht am Hosenbein hängenbleibst.
- Funktionsunterwäsche (Merino oder Synthetik)
- Langarmshirt und kurzärmliges Funktionsshirt
- Fleece– oder Softshelljacke als Midlayer
- leichte Daunen- oder Kunstfaser-Jacke als Isolationsschicht
- Hardshelljacke, wasser- und winddicht
- robuste Tourenhose mit verstärkter Innenseite
- Überhose, wind- und wasserdicht
- warme Mütze, Schlauchtuch und dünne sowie dicke Handschuhe
- Kappe für sonnige Abschnitte
- Wechselsocken und Wechselwäsche
Bergschuhe
Dein Bergschuh entscheidet mit darüber, wie sicher du auf Felsen, Firn und Eis unterwegs bist. Für einfache Hochtouren brauchst du mindestens bedingt steigeisenfeste Bergschuhe, häufig Kategorie B/C oder C. Entscheidend ist nicht nur die Kategorie, sondern die Kompatibilität mit dem Steigeisen: Riemenbindungen funktionieren mit vielen bedingt steigeisenfesten Schuhen, halbautomatische Steigeisen benötigen in der Regel eine Kipphebelaufnahme an der Ferse. Vollautomatische Steigeisen sind Spezialfällen vorbehalten und brauchen passende Aufnahmen an Ferse und Zehenbereich.
- Bergschuh Kategorie B/C oder C (bedingt steigeisenfest bzw. steigeisenfest)
- passende Einlegesohlen
- Gamaschen, je nach Schneelage
- Ersatzschnürsenkel
Rucksack
Auf einer Hochtour hast du deine komplette Sicherheitsausrüstung, Bekleidung und Verpflegung dabei, ergänzt durch Wechselwäsche und einen Hüttenschlafsack. Für viele geführte oder hüttenbasierte Hochtouren reichen 25 bis 35 Liter Volumen für den Rucksack. Je nach Dauer, Wetter, persönlicher Ausrüstung und Verteilung des Seil- und Sicherungsmaterials in der Gruppe kann auch etwas mehr Volumen sinnvoll sein. Achte auf Befestigungsmöglichkeiten für Pickel und Helm außen am Rucksack.
- Tourenrucksack (ca. 25 bis 35 Liter)
- Regenhülle (sofern der Rucksack nicht bereits wasserdicht ist)
- Packsäcke zur Organisation im Rucksackinneren
Hochtourenausrüstung am Gletscher
Sobald der Weg über vergletschertes Gelände führt, wird aus der Bergtour eine technische Unternehmung. Steigeisen, Pickel, Hüftgurt und Helm sind die Basis, dazu kommt das Sicherungsmaterial für die Seilschaft: Karabiner, Reepschnüre und Bandschlingen. Je nach Route, Bedingungen und Sicherungskonzept können Eisschrauben sinnvoll oder notwendig sein. Was genau mitkommt, sollte die Seilschaft vorab mit Blick auf Tour, Verhältnisse und Ausbildungsstand festlegen. Außerdem nützt diese Ausrüstung nur etwas, wenn du den Umgang damit vorher in einem Kurs gelernt hast – deshalb ist eine fundierte Ausbildung mindestens genauso wichtig wie das Material selbst.
- Steigeisen, deren Bindung exakt zum Bergschuh passt
- Pickel
- Hüftgurt bzw. Hochtourengurt
- Kletterhelm
- Kletterseil
- Bandschlinge und Reepschnüre
- HMS-Karabiner und Normalkarabiner
- Seilklemme und Seilrolle mit Rücklaufsperre
- Eisschrauben
- Teleskopstöcke
Orientierung & Technik
Klassische Wegmarkierungen fehlen auf Gletschern häufig. Spuren können sich durch Wetter, Neuschnee oder Ausaperung schnell verändern Eine topografische Karte, ein Kompass und ein Höhenmesser als analoge Orientierungshilfen gehören deshalb als Back-up ebenso ins Gepäck wie die digitalen Tools: Ein GPS-Gerät, eine Sportuhr mit Höhenmesser- und Kompassfunktion bzw. GPS.
- topografische Karte oder Gebietsführer
- Kompass
- Höhenmesser
- GPS-Gerät
- Sportuhr
- Stirnlampe (viele Hochtouren starten vor Sonnenaufgang)
- aufgeladenes Mobiltelefon mit gespeicherter Notfallnummer
- Ersatzakkus und Ladegerät bzw. Powerbank
Erste Hilfe & Notfallausrüstung
Im hochalpinen Gelände dauert es oft deutlich länger, bis Hilfe eintrifft, als im Mittelgebirge. Ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set und Verbandsmaterial gehören deshalb genauso zur Grundausstattung wie ein Biwaksack, der im Notfall vor Wind und Kälte schützt. Außerdem ist es sinnvoll Schmerzmittel und Blasenpflaster einzupacken.
- Erste-Hilfe-Set
- Biwaksack
- Rettungsdecke
- Schmerzmittel
- Blasenpflaster
- Kabelbinder
- Tape
Sonnenschutz
In großer Höhe ist die UV-Strahlung deutlich intensiver als im Tal. Schnee und Eis reflektieren das Sonnenlicht zusätzlich. Eine Gletscherbrille mit seitlichem Schutz bewahrt deine Augen vor dieser doppelten Belastung, während Sonnencreme und Lippenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor Haut und Lippen vor Verbrennungen schützen. Eine Kappe oder ein Hut ergänzt den Schutz für Kopf und Gesicht an sonnenintensiven Tagen.
- Gletscherbrille oder hochwertige Sonnenbrille mit seitlichem Schutz (idealerweise Kategorie 4, mindestens Kategorie 3 je nach Einsatzbereich)
- Sonnencreme (Lichtschutzfaktor 50)
- Lippenschutz mit UV-Filter

Verpflegung & praktisches Zubehör
Auf Hochtour verbrauchst du durch Höhe, Kälte und Anstrengung mehr Energie und Flüssigkeit als bei vergleichbaren Wanderungen im Tal. Am besten ist es, die Getränke auf mehrere Behälter aufzuteilen. Eine Trinkblase, um auch während der Tour ohne anzuhalten zu trinken und ein bis zwei unzerbrechliche Trinkflaschen für Pausen. Bei Kälte sollte der Trinkschlauch isoliert werden. Bei den Snacks solltest du schon im Vorfeld der Tour probiert haben, was dir schmeckt und was du gut verträgst. Packe kleine Snacks so, dass du sie griffbereit hast – zum Beispiel in Hüftgurttaschen oder Jackentaschen. Bargeld für die Hütte, ein Taschenmesser/Multitool und eine Mülltüte für den eigenen Abfall runden die Grundausstattung ab.
- Trinkblase und/oder unzerbrechliche Trinkflasche
- Proviant (Energieriegel, Trockenfrüchte, Brotzeit) richtet sich nach Tourenlänge
- Taschenmesser oder Multitool
- Bargeld
- Mülltüte
- Sitzunterlage
Zusatzausrüstung für die Hüttenübernachtung
Viele klassische Hochtouren sind als Zwei- oder Mehrtagestour mit Hüttenübernachtung geplant. Dafür brauchst du zusätzliche Ausrüstung. Ein Hüttenschlafsack ist auf vielen Hütten ohnehin Pflicht, dazu kommen Waschzeug, ein kleines Handtuch und der Alpenvereinsausweis für den Mitgliederrabatt.
- Hüttenschlafsack
- kleines Handtuch und Waschzeug im Kulturbeutel
- Hüttenschuhe
- Alpenvereins- oder Naturfreunde-Ausweis
- Ohrstöpsel
Fazit: Mit der richtigen Ausrüstung auf deine erste Hochtour
Mit der richtigen Hochtourenausrüstung im Rucksack und einer fundierten Gletscherausbildung steht deiner ersten Hochtour nichts mehr im Weg. Schau dich in unserem Sport Conrad Shop nach passender Bekleidung, Sicherheitsausrüstung und Zubehör um und lass dich bei Fragen gern in einer unserer Filialen beraten. Machst du deine erste Hochtour mit einer Bergschule, gibt diese oftmals eine verbindliche Materialliste vor. Vor jeder Tour solltest du dich immer mit deiner Tourengruppe absprechen, da bestimmte Ausrüstung wie Ladegeräte oder Erste-Hilfe-Material in der Seilschaft aufgeteilt werden kann.
Unsere Hochtouren Packliste hilft dir dabei, nichts Wichtiges zu vergessen.