Packliste für den Klettersteig

Endlich ist es draußen wieder warm und die trockenen Tage werden immer zahlreicher. Der strahlend blaue Himmel lockt Dich hinaus und hinauf in die großen Felsen, und Du willst endlich einen Klettersteig gehen? Aber wie war das? Was brauchst Du dafür nochmal? 

Für Einsteiger oder für alle, bei denen es ein bisschen her ist: Wir haben für Euch die perfekte Packliste zusammengestellt, damit Ihr nicht lange überlegen müsst, sondern die kostbare Zeit lieber draußen an der frischen Luft verbringen könnt. 

 

Das A & O: Die richtige ausrüstung


Für einen Klettersteig brauchst Du sowohl einen bequemen und gut passenden Klettergurt und ein angenehm zu bedienendes Klettersteigset, als auch einen gut sitzenden Helm

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Klettergurt – Die Verbindung zwischen Dir und dem Seil

Für den Klettersteig gibt es spezielle Klettergurte, die nur minimal gepolstert sind. Da Du beim Klettersteig gehen nur wenig im Gurt sitzt, solltest Du außerdem besonders auf das Gewicht und die Bewegungsfreiheit achten. Vor allem solltest Du Dich in Deinem Klettergurt aber wohl fühlen. 

 


 

Klettersteigset – Für den Fall des Falls

Hier unterscheiden sich die Systeme der verschiedenen Hersteller, die ständig getestet und weiterentwickelt werden. Seit 2017 gibt es eine neue DIN Norm, die vor allem bei einem besonders leichten oder besonders schweren Körpergewicht entscheidend ist. Klettersteigsets haben eine sogenannte Klettersteigbremse, die im Fall des Falles ausgelöst wird und einen Sturz dämpft. Es lohnt sich im Laden verschiedene Klettersteigsets in die Hand zu nehmen, denn nicht jeder kommt mit jedem Karabinertyp klar. Es gibt inzwischen auch viele Sets mit Drehgelenken, die dafür sorgen, dass sich die einzelnen Arme des Klettersteigsets nicht zu stark verwickeln. Außerdem wird zwischen Klettersteigsets mit und ohne 180° Fehlerbehebung unterschieden. Klettersteigsets mit 180° Fehlerbehebung bremsen den Sturz auch ab, wenn nur ein Arm am Seil eingehängt ist. Klettersteigsets ohne diese Funktion hingegen lösen nur aus, wenn sich beide Arme am Seil befinden. 

 


 

Helm – Schutz bei Steinschlag und Stürzen

Beim Kletterhelm ist besonders wichtig, dass er gut passt und angenehm sitzt. Hier solltest Du am besten verschiedene Modelle ausprobieren, denn nicht jeder Helm passt auf jeden Kopf. Außerdem wird grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Helmarten unterschieden – dem Hartschalen Helm, der sehr robust und langlebig ist, und dem Inmoldhelm, der zwar leichter, aber dafür empfindlicher ist. Guten Schutz bieten sie Dir beide – die Wahl hängt also ganz von Deiner persönlichen Präferenz ab. 

 


 

Bandschlinge – Für die kurze Verschnaufpause

Optional kannst du noch eine Bandschlinge mit Schraub- oder HMS-Karabiner mitnehmen.  Mit dieser kannst Du Dich zwischendrin einfach mal in den Gurt setzen um zu entspannen, ohne dass Du dabei das Klettersteigset übermäßig strapazierst oder zu weit weg vom Stahlseil hängst.

 


 

Kleidung – Immer angenehm, egal ob beim Auf- oder Abstieg

Am wichtigsten sind hier natürlich die Schuhe. Je nach Schwierigkeitsgrad sind Approachschuhe (Zustiegsschuhe) geeignet. Dabei solltest Du besonders auf die Passform, Schnürung, einen robusten Sohlenrand und ein ausgeprägtes Profil mit Climbing Zone achten.

 

Ansonsten empfehlen wir Dir flexible und robuste Kletterbekleidung, am besten im Zwiebelprinzip. Denn auch wenn du auf dem Weg nach oben vielleicht ins Schwitzen kommst, Du willst im Abstieg nicht zu schnell abkühlen oder gar frieren.

 


 

Rucksack – Leicht, kompakt aber viel Platz

Hier empfehlen wir Dir einen eher leichten und kleinen Kletterrucksack, und besonders einen ohne viele Bänder außen dran. Versuche zu vermeiden außen die Flasche oder Jacke zu befestigen, denn dadurch könntest Du hängenbleiben und in unangenehme Situationen geraten.

 


 

In deinem Rucksack sollten außerdem folgende Dinge nicht fehlen:

  • Handschuhe: Es gibt spezielle Klettersteig-Handschuhe, die besonders dann empfehlenswert sind, wenn man sensible Hände hat und vor allem, wenn man längere Klettersteigrouten plant.
  • Wasser & Riegel: Vergiss nicht, genug Wasser einzupacken. Gerade bei langen Touren ist es wichtig, dass Du nicht dehydrierst. Einen Riegel dabei zu haben ist natürlich auch immer eine gute Idee.
  • Regenjacke: In den Bergen schlägt das Wetter manchmal schneller um als man denkt. Eine leichte Regenjacke hat in jedem Rucksack Platz.
  • Sonnenschutz: Gerade in den Sommermonaten ist die Sonne am Fels nicht zu unterschätzen. Schütze Dich mit Sonnenbrille, Cap und Sonnencreme.
  • Erste Hilfe Set: Es kann zwar nur ein Kratzer sein, aber im Klettersteig bist Du dann doch für ein Pflaster dankbar. Ein Erste Hilfe Set sollte deshalb in keinem Rucksack fehlen.
  • Stirnlampe: Die Stirnlampe gehört zu jeder Notfallausrüstung dazu und sollte immer in Deinem Rucksack dabei sein.
  • Handy: Aus Sicherheitsgründen ist es natürlich sinnvoll ein Handy dabei zu haben. Wenn Du unsicher bist, überprüfe vorher, ob Du auf Deiner gewählten Route auch Empfang hast.
  • Biwacksack: Um in brenzligen oder unerwarteten Situationen ein Notbiwak aufzuschlagen.

 


 

Die richtige Route FÜR DiCH


Wenn Du schließlich dabei bist Deine Route auszuwählen, empfehlen wir Dir, genau auf den Schwierigkeitsgrad zu achten und Dich zunächst nicht zu überfordern. Denn das kostet unnötig viel Spaß und Laune, und kann einen Klettersteig zudem zu einem wirklich gefährlichen Unterfangen machen. Wähle die Tour also gemäß Deiner Fitness und Erfahrung. Anders als beim Klettern gelten für Klettersteigrouten im deutschsprachigen Raum die Schwierigkeitsgrade A – E. Dabei ist A leicht und E extrem schwer.

Neben dem Schwierigkeitsgrad der einzelnen Stellen ist natürlich die Länge des Klettersteigs entscheidend. Ein kurzer schwieriger Steig könnte insgesamt leichter zu handeln sein, als ein langer leichter Steig. Zudem ist es wichtig, Dir einen „Exit-Plan“ einzuprägen, also zu wissen wo es auf der Route mögliche (Not-)Ausstiege gibt. Nicht zuletzt lohnt es sich natürlich auch zu wissen wie lang und anspruchsvoll der Abstieg nach dem Klettersteig ist, oder wie Du zur nächsten Hütte gelangst.

Du solltest Dir also vor dem Start möglichst eine Topografie der Route ansehen um Dir gegebenenfalls ein paar Details, wie die Ausstiege und schwierigsten Stellen einzuprägen. Außerdem solltest Du Dich vor allem bei höher gelegenen Klettersteigen vorab informieren, ob Schnee liegt. 

 

 

Wenn Dir jetzt noch die Wettervorhersage wohlgesinnt ist, dann steht Deinem Gipfelstürmen nichts mehr im Wege. Viel Spaß und pass auch Dich auf!

 

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