Das ABC der Trailrunning Schuhe: Alles was Du wissen solltest

Wie auch beim Laufen, ist beim Trailrunning die richtige Ausrüstung, oder besser gesagt der richtige Schuh, entscheidend. Trailrunning Schuhe müssen um einiges mehr aushalten als gewöhnliche Laufschuhe: extremes Gelände und auch extremere Bedingungen. Der Trailrunningschuh muss dem Läufer nicht nur entsprechenden Halt und Sicherheit auf weichem, steinigem, unebenem oder rutschigem Untergrund gewährleisten, sondern auch einen gewissen Laufkomfort abseits von asphaltierten Straßen bieten. Trailrunning soll ja schließlich, wie jede andere Sportart auch, Freude und Entspannung bereiten.

Mit ungeeigneten Schuhen, kann die neue Trendsportart jedoch recht schnell zur Qual werden. Umgeknickte Knöchel, schmerzende Fußsohlen, nasse Füße und Stürze – alles Dinge, die mit dem passenden Schuhwerk verhindert werden können. In dem folgenden Guide verraten wir Dir deshalb, worauf Du bei der Wahl des richtigen Trailrunningschuhs achten solltest, welche Eigenschaften entscheidend sind, und welche Schuhe Du für welches Einsatzgebiet brauchst. 

Tobi von Alpinefex hat sich von unserem Fachverkäufer Marvin aus der Runningabteilung zum Thema Trailrunning Schuh ausführlich beraten lassen. Wer genaue Informationen zu Sohlen, Sprengung, Gore Tex, Typen und Passform von Trailrunning Schuhen sucht und keine Zeit hat sich in unserem Laden beraten zu lassen, bekommt hier einen guten Überblick.

 

 

Die wichtigsten eigenschaften von trailrunningSchuhen auf einen Blick


Um querfeldein, rauf, runter und im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein laufen zu können, benötigen Deine Trailrunningschuhe bestimmte Eigenschaften. Dazu gehören nicht nur wie bereits erwähnt Sicherheit, Stabilität und Komfort, sondern auch die richtige Dämpfung und das richtige Material. Hier erfährst Du was es mit den einzelnen Bereichen genau auf sich hat.

 

Sicherheit & Halt in rauem Terrain

Um Sicherheit und Halt im Gelände zu gewährleisten, spielen vor allem die Sohle und das Profil der Trailrunningschuhe eine entscheidende Rolle. Die Sohle ist grundsätzlich steifer als bei normalen Laufschuhen und kann sich dadurch weniger verdrehen. Insbesondere auf Trails mit vielen Steinen oder weichem Untergrund ist dies ein wichtiger Punkt. Zum Schutz vor spitzen Steinen oder auch anderen Unebenheiten ist außerdem eine gute Zwischensohle entscheidend. Die Zehen sind vor Schlägen zusätzlich durch eine Gummi- oder Lederkappe geschützt.

Das Profil von Trailrunningschuhen ist grob und tief und zeichnet sich je nach Hersteller durch Lamellen, Rippen, Noppen oder auch Stollen aus. Dadurch hast Du im Gelände nicht nur eine bessere Kräfteübertragung und Laufdynamik, sondern auf trockenem Untergrund auch einen besseren Halt. Bei nassen oder eisigen Verhältnissen besteht durch die verminderte Auflagefläche allerdings Rutschgefahr. Dieser wird durch spezielle Gummimischungen entgegengewirkt.

 

Stabilität: Freie Bewegung mit Umknickschutz

Für Stabilität im Gelände ist vor allem ein guter Fersenhalt entscheidend. Dieser hilft nicht nur Landungen besser zu kontrollieren, sondern auch das Umknicken zu verhindern. Um Schutz vor dem Umknicken zu gewährleisten ist die Sohlenkonstruktion unter der Ferse außerdem breiter geschnitten als bei gewöhnlichen Laufschuhen und der Schwerpunkt ist niedriger, um direkteren Bodenkontakt zu ermöglichen. 

Insgesamt ist es sehr wichtig, dass der Schuh im Knöchelbereich ausgezeichneten Halt bietet. Gleichzeitig darf er aber nicht zu hoch geschnitten sein, da Du beim Trailrunning Bewegungsfreiheit für die Knöchel benötigst. 

 

Komfort: Weder zu locker noch zu eng

Wie bei jedem anderen Schuh, ist auch bei Trailrunningschuhen Komfort das A und O. Nur bequeme Schuhe, die für Deine Füße und für Dich optimal sind, sind gute Laufschuhe für die Trails. Da Du beim Trailrunning auch viel bergab läufst, ist es besonders wichtig, dass Deine Zehen genug Platz haben und nicht vorne anstoßen. 

Neben der richtigen Größe ist auch die richtige Passform entscheidend. Der Trailschuh darf weder zu locker noch zu eng sein. Hier gibt es allerdings keine magische Formel, am besten Du probierst ein paar verschiedene Modelle an und lässt Dich beraten.

 

Dämpfung für alle Untergründe

Die Dämpfung spielt bei Traillaufschuhen eine weitaus geringere Rolle als bei Laufschuhen. Da Du beim Trailrunning eher selten auf Asphalt läufst, sind die Schuhe nur minimal gedämpft. Dadurch kannst Du viel besser auf den ständig wechselnden Untergründen, wie Waldboden, Felsen, Eis, Schnee oder auch Sand laufen. 

Die verwendete Dämpfung ist je nach Hersteller verschieden, von Schaumstoff bis hin zu Gel oder Luftpolsterung ist alles vertreten. 

 

Material: Robust, aber Atmungsaktiv oder Wasserdicht?

Da Trailrunningschuhe im Gelände viel stärker beansprucht werden als normale Sportschuhe muss das Obermaterial auch um einiges robuster sein. Es schützt Deine Füße vor spitzen Gegenständen wie Steinen oder auch Dornen. Die Zehen werden, wie schon erwähnt, noch zusätzlich durch eine Kappe aus Gummi oder Leder geschützt.

Besonders wichtig ist bei Trailrunningschuhen atmungsaktives Material. Natürlich gibt es auch Situation in denen Du einen wasserdichten Schuh mit einer Goretex-Membran benötigst, diese sind aber doch eher die Ausnahme – für einen Anfänger sind solche Schuhe daher nicht unbedingt notwendig. Trailrunning Profis haben meistens mindestens zwei verschiedene Paar Schuhe: Ein wasserdichtes für kältere und nasse Jahreszeiten und ein atmungsaktives für die wärmeren, trockenen Monate. 

 

Passende SCHUHE FÜR JEDEN FUß und jedes GELÄNDE


Bei der Wahl der richtigen Schuhe, kommt es nicht nur auf die eben genannten Eigenschaften an. Auch Deine Füße, Dein Können und Deine Ziele spielen eine wichtige Rolle. 

 

Der richtige Schuh für Deinen Fuß

Kein Fuß ist gleich und daher passt auch nicht jeder Schuh zu jedem Läufer gleich gut. Wie auch beim Kauf von Laufschuhen ist Deine Fußstellung, die sich wiederum auf Deinen Laufstil auswirkt, entscheidend. Dabei ist es vor allem wichtig wie sich der Fuß beim Laufen dreht – sprich, welcher Pronationstyp Du bist. Läufer mit einer neutralen Pronation, weisen keine spezielle Besonderheit auf und haben daher die größte Auswahl an Trailrunningschuhen zur Verfügung.

Hast Du allerdings eine Über- oder Unterpronation, muss diese mit einem entsprechenden Schuh ausgeglichen werden. Während sich der Fuß bei Läufern mit Überpronation verstärkt nach innen dreht, trifft der Fuß bei Läufern mit Unterpronation verstärkt nach außen gedreht auf den Boden auf. Wird diesen Fehlstellungen nicht oder falsch entgegengewirkt, hat die falsche Belastung auch negative Folgen für Deine Knie und Hüfte.

Solltest Du Dir also nicht sicher sein, welcher Pronationstyp Du bist und welche Schuhe Du benötigst, ist es am besten Du lässt Dich von unseren Experten beraten. Mit Hilfe modernster 3D Laufbandanalyse in unseren Filialen in Penzberg, Garmisch-Partenkirchen und Wielenbach lassen sich mögliche Fehlstellungen sofort feststellen und der perfekte Schuhe kann im Handumdrehen für Dich gefunden werden.

 

Welcher Schuh passt zu welcher Kategorie?

Basierend auf der Art des Geländes, der Intensität und der Geschwindigkeit wird Trailrunning oft in vier verschiedene Arten unterteilt: Cross Running, Cross Trail, Cross Adventure und Cross Speed. Für jede dieser Arten gibt es wiederum die passenden Trailrunning Schuhe.

Cross Running ist für viele Anfänger der Einstieg ins Trailrunning. „From door to trail“ ist hier das Motto, sprich der Lauf beginnt ab der Haustüre. Da der Trail in den meisten Fällen allerdings nicht direkt vor der eigenen Wohnung beginnt, werden hier oft ein paar Kilometer auf Asphalt zurückgelegt bevor es ins Gelände geht. Die Trailrunning Schuhe müssen daher sowohl für die Stadt als auch fürs Laufen in der Natur geeignet sein.  Du brauchst daher Schuhe die eine gute Dämpfung haben und etwas mehr Profil als Laufschuhe. Auf die Stabilität musst Du in diesem Fall weniger achten.

Mehr zum Thema Trailrunning in der Stadt erfährst Du in unserem Urban Trailrunning Guide.

Cross Trail ist die ursprüngliche Form des Trailrunning. Hier wird vollkommen abseits von asphaltierten Straßen, auf präparierten Wegen in der Natur gelaufen. Auch diese Art des Trailrunnings ist bestens für Anfänger geeignet – vor allem für Outdoor Fans die ihren Sport zu 100% in der Natur ausüben wollen. Die Stabilität der Schuhe sollte hier im Gegensatz zum Cross Running ebenso gegeben sein wie eine erhöhte Dämpfung und ein mittelstarkes Profil.

Cross Adventure ist eine etwas anspruchsvollere Form des Trailrunnings und eignet sich daher für fortgeschrittene Läufer bis Profis. Schauplatz ist das alpine Gelände, durch das sich die Runner über natürliche Hindernisse hinweg ihre Routen bahnen. Die unbefestigten Wege erfordern höchste Konzentration, um Verletzungen zu vermeiden. Trailrunning Schuhe beim Cross Adventure müssen sich vor allem durch ein starkes Profil und hohe Stabilität auszeichnen. Dämpfung ist hier eher kontraproduktiv, da die Kraftübertragung dadurch schwammig wird.

Cross Speed ist die Meisterklasse des Trailrunnings. Hier geht es im Rahmen von Wettkämpfen darum möglichst schnell ans Ziel zu kommen. Da durch die hohe Geschwindigkeit oft nicht die nötige Zeit bleibt jeden Schritt bedacht zu wählen, ist hier eine sehr hohe Stabilität der Schuhe ausschlaggebend. Ebenso wird ein starkes Profil für besseren Halt und eine gute Kraftübertragung benötigt. Trailrunningschuhe für diese Disziplin zeichnen sich außerdem durch ein geringes Gewicht, eine präzise Passform und einen bodennahen Standpunkt aus. 

 

Verschiedene Hersteller und ihre Besonderheiten


Neben den verschiedenen Eigenschaften und Einsatzgebieten von Trailrunning Schuhen gibt es natürlich auch von Hersteller zu Hersteller den einen oder anderen Unterschied und so manche Besonderheiten. Hier können allerdings keine allgemein gültigen Aussagen getroffen werden, welcher Hersteller für welchen Läufer am besten geeignet ist – das kommt ganz auf Deine persönlichen Präferenzen an. Wenn Du aus Deiner Lauferfahrung allerdings schon mit gewissen Marken gute Erfahrungen gemacht hast, ist es durchaus empfehlenswert sich auch die Trailrunning Schuhe dieser Hersteller näher anzusehen. 

Um eine Idee zu bekommen, was die verschiedenen Hersteller von Trailrunning Schuhen auszeichnet, haben wir die wichtigsten Besonderheiten für Dich aufgelistet:

Das Quicklace System von Salomon und deren Division S/LAB ist wohl eine der beliebtesten Erfindungen im Trailrunning-Bereich. Es handelt sich um ein Schnellschnürsystem, das es ermöglicht die Schuhe in Sekundenschnelle mit nur einem Zug zu „schnüren“ und den Druck dadurch ideal auf den ganzen Fuß zu verteilen. Das Band kann anschließend in einer kleinen Tasche am oberen Rand der Zunge praktisch verstaut werden. Dadurch können die Schuhbänder nicht ungewollt aufgehen und auch nicht an Geäst oder Gestrüpp hängen bleiben. Das Quicklace System wird in etwas abgewandelter Form inzwischen auch von anderen Herstellern, wie zum Beispiel Dynafit, La Sportiva und Adidas, verwendet.

Ein weiteres Schnürsystem, das bei Trailrunning Schuhen teilweise zum Einsatz kommt ist das sogenannte Boa System, das insbesondere von Snowboardschuhen bekannt ist. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Salomon Quicklace System, allerdings wird hier das Schuhband nicht per Hand zugezogen, sondern mit Hilfe eines Rädchens „zugedreht“. Durch ein einfaches Nachobenziehen des Rades wird das Band wieder gelöst. Dieses System wird im Trailrunning Bereich beispielsweise von Asics genutzt. 

Hoka sticht mit seiner extrem dicken Sohle bei Dämpfung und Flex heraus, La Sportiva bietet je nach Einsatz der Trailrunning Schuhe unterschiedliche Gummimischungen an und je nach Hersteller gibt es auch Schuhe mit integrierter Gamasche. Dazu zählen beispielsweise La Sportiva, Scarpa und Salomon.

Auch hinsichtlich der Passform gibt es Unterschiede. Während Inov-8 eher breiter geschnitten ist, findest Du bei La Sportiva und Dynafit auch einige Modelle mit schmalem Schnitt.

 

YouTube Video: AlpineFex