Familie wandert auf einem breiten Weg über eine grüne Almwiese mit Bergwald im Hintergrund.

Wandern für Anfänger: Ausrüstung, Tipps & Touren

Ob du das erste Mal in die Berge willst oder nach einer längeren Pause neu einsteigst: Wandern für Anfänger beginnt nicht mit dem ersten Schritt auf dem Trail, sondern mit der richtigen Vorbereitung. Wir zeigen dir, worauf es beim Einstieg wirklich ankommt: von der Ausrüstung über sinnvolle erste Touren bis hin zu den beeindruckendsten Routen rund um die Zugspitze.

 

Die Zugspitz Region rund um Garmisch-Partenkirchen gehört zu den beliebtesten Wandergebieten überhaupt. Türkisblaue Seen, satte Almwiesen und markante Gipfel: Hier findest du als Anfänger sowohl entspannte Einstiegstouren als auch erste alpine Abenteuer, die Lust auf mehr machen.

 

Wanderausrüstung für Anfänger

Die richtige Ausrüstung sorgt dafür, dass du auch nach mehreren Stunden am Berg noch bequem, sicher und mit Freude unterwegs bist. Gerade am Anfang musst du nicht sofort alles kaufen. Wichtig ist aber, dass die grundlegende Wanderausrüstung für Anfänger von Anfang an passt.

 

Wanderschuhe

Kein Ausrüstungsstück beeinflusst dein Bergerlebnis so stark wie der passende Wanderschuh. Auf felsigem Untergrund, feuchten Wegen oder wurzeligen Pfaden sind Turnschuhe und leichte Sneaker keine gute Wahl. Für leichte bis mittelschwere Wanderungen reicht meist ein stabiler, leichter Halbschuh mit griffiger Sohle. Planst du längere Touren, bist mit Gepäck unterwegs oder bewegst dich auf unebenem Gelände, ist ein knöchelschützender Trekkingschuh die bessere Wahl.

 

Wichtig: Neue Schuhe solltest du nicht direkt auf einer langen Tour testen. Trag sie vorher auf mehreren kleinen Runden ein. So merkst du früh, ob der Schuh wirklich passt, und vermeidest Druckstellen oder Blasen.

 

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Wanderbekleidung: Das Zwiebelprinzip

In den Bergen kann sich das Wetter schnell ändern. Deshalb ist das Zwiebelprinzip mit mehreren dünnen Schichten deutlich praktischer als ein einzelnes dickes Kleidungsstück. So kannst du unterwegs flexibel reagieren, wenn dir warm wird, der Wind auffrischt oder die Temperaturen sinken.

 

Direkt auf der Haut trägst du am besten eine Basisschicht aus Funktionsmaterial oder Merinowolle. Darüber kommt je nach Jahreszeit ein wärmender Midlayer, zum Beispiel aus Fleece. Als äußere Schicht eignen sich eine Softshelljacke oder bei unsicherem Wetter eine wasserdichte Regenjacke. Diese gehört bei längeren Touren grundsätzlich in den Wanderrucksack. Gerade in höheren Lagen kann es deutlich kühler sein als im Tal, auch wenn der Tag sonnig startet.

 

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Wanderrucksack und Inhalt

Für Tagestouren reicht in der Regel ein Wanderrucksack mit 20 bis 30 Litern Volumen. Achte darauf, dass er bequem sitzt und über Brustgurt sowie Hüftgurt verfügt. Noch wichtiger als die Größe ist aber, was du einpackst.

 

Zur Grundausstattung gehören mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Person, ausreichend Verpflegung, ein Erste-Hilfe-Set, Karte oder Offline GPS App, Sonnencreme, Kälteschutz, Stirnlampe und bei längeren Touren ein Notfallbiwaksack. Bei der Verpflegung sind Kohlenhydrate für schnelle Energie sinnvoll, zum Beispiel Müsliriegel, Brot oder Trockenfrüchte. Proteine, etwa Nüsse, Käse oder ein belegtes Brot, sorgen für längere Sättigung. Besonders der Notfallbiwaksack wird gerne vergessen. Dabei kann schon eine Verletzung, ein Gewitter oder ein plötzlicher Wetterumschwung dafür sorgen, dass du länger am Berg bleibst als geplant.

 

 

 

 

Wanderstöcke

Wanderstöcke sind gerade für Anfänger eine sinnvolle Unterstützung. Sie geben bei Wanderungen auf unebenem Gelände mehr Stabilität und können beim Abstieg die Knie spürbar entlasten. Besonders auf längeren Touren, bei steilen Passagen oder mit schwererem Rucksack machen sie einen deutlichen Unterschied. Besonders praktisch sind teleskopierbare Wanderstöcke aus Aluminium oder Carbon. Sie lassen sich an deine Körpergröße und das Gelände anpassen und bei Bedarf am Rucksack befestigen.

 

 

 

 

Diese Ausrüstung brauchen Wander-Einsteiger

  • Eingetragene Wanderschuhe mit Profilsohle, Wandersocken
  • Bekleidung: Funktionsunterwäsche, Fleece/Softshell, Regenjacke, Sonnenbrille, Kappe/Mütze, Wechselshirt
  • Verpflegung: mind. 1,5l Wasser (Menge nach Tourlänge, Auffüllmöglichkeit und Temperatur), Obst, Studentenfutter/Riegel/Brot, Notreserve
  • Orientierung: Kompass, Karte oder Offline-App (z. B. Komoot, Outdooractive)
  • Sicherheit: Erste-Hilfe-Set, Notfallbiwak, Pfeife, Stirnlampe
  • Sonstiges: Sonnencreme LSF 30+, Powerbank mit Ladekabel, Wanderstöcke

 

Tipps für Anfänger: Deine Wanderungen richtig angehen

Bergwandern ist mehr als ein längerer Spaziergang. Auch leichte Touren verlangen Kondition, Trittsicherheit, Orientierung und eine gute Vorbereitung. Das soll dich nicht abschrecken. Im Gegenteil: Wenn du ein paar Grundregeln beachtest, wird Wandern für Anfänger schnell zu einem sicheren und richtig schönen Erlebnis.

 

1. Langsam anfangen und realistisch steigern

Gerade am Anfang gilt: lieber kürzer starten und mit einem guten Gefühl zurückkommen, als dich auf der ersten Tour zu überfordern. Wähle für deine ersten Wanderungen Strecken, die unter deiner sportlichen Belastungsgrenze liegen. So kannst du dich an Gehzeit, Höhenmeter, Untergrund und das Gehen mit Rucksack gewöhnen.

 

Als grobe Orientierung sind für gesunde Einsteiger Touren bis etwa 400 Höhenmeter im Aufstieg gut machbar. Sportliche Anfänger können sich auch an Wanderungen mit bis zu 700 Höhenmetern herantasten. Touren mit mehr als 1.000 Höhenmetern pro Tag solltest du erst angehen, wenn du bereits Bergerfahrung gesammelt hast und deine Kondition gut einschätzen kannst.

 

Wichtig ist dabei: Nicht die Kilometerzahl allein entscheidet über die Schwierigkeit. Eine Wanderung mit 10 Kilometern und 600 Höhenmetern ist deutlich anstrengender als 15 Kilometer auf flachem Terrain. Für Wander-Einsteiger sind Höhenmeter, Wegbeschaffenheit und Abstieg mindestens genauso wichtig wie die reine Distanz.

 

2. Das passende Terrain für Wander Einsteiger wählen

Eine gute Anfängertour ist abwechslungsreich, gut markiert und technisch einfach. Ideal sind breite Wanderwege, Forstwege, Almwege und gut ausgebaute Pfade ohne ausgesetzte Stellen. Zu Beginn solltest du Routen wählen, bei denen du jederzeit umkehren oder abkürzen kannst.

 

Achte bei der Routenplanung auf folgende Punkte:

🚶 Weglänge: Für den Einstieg sind 6 bis 10 Kilometer oft ideal.

⛰️ Höhenmeter: Starte mit etwa 200 bis 400 Höhenmetern und steigere dich langsam.

🥾 Untergrund: Gut begehbare Wege sind besser als steile, rutschige oder felsige Pfade.

🧭 Markierung: Wähle ausgeschilderte Routen mit klarer Wegführung.

🏡 Einkehr oder Ausstieg: Eine Hütte, Alm oder ein Ort entlang der Strecke gibt zusätzliche Sicherheit.

 

Am schönsten sind Touren mit wechselnden Eindrücken: ein See, eine Almwiese, ein Aussichtspunkt oder ein kleiner Gipfel. Nach ein paar Wanderungen merkst du schnell, was dir liegt. Vielleicht magst du kurze, knackige Runden. Vielleicht eher sanfte Genusswanderungen. Oder du findest Gefallen an längeren, ruhigen Touren.

 

Familie wandert durch eine felsige Waldschlucht mit kleinem Bachlauf.

 

3. Schwierigkeitsstufen richtig einschätzen

Bei der Tourenplanung helfen dir zwei Angaben: die SAC-Wanderskala und in Bayern zusätzlich die farbige Wegekennzeichnung. Für Anfänger sind vor allem einfache und gut markierte Wege sinnvoll.

 

SAC-Wanderskala:

  • T1: einfache Wanderwege, gut markiert, technisch unkompliziert
  • T2: Bergwanderwege, teils schmaler, steiler oder unebener, für Anfänger mit etwas Kondition gut machbar
  • Ab T3: deutlich anspruchsvoller, oft schmaler oder ausgesetzter, Trittsicherheit nötig
  • T4 bis T6: alpines Gelände, teilweise mit Kraxelstellen, für Anfänger nicht geeignet

 

Farbige Wegekennzeichnung in Bayern:

  • 🔵 Blau: leichte Wege, meist breit, gut begehbar und ohne Absturzgefahr
  • 🔴 Rot: mittelschwere Bergwege, oft steiler, schmaler oder steiniger, feste Wanderschuhe und Trittsicherheit wichtig
  • ⚫ Schwarz: schwere Bergwege, häufig steil, felsig oder ausgesetzt, nur mit alpiner Erfahrung

 

Für deine ersten Touren gilt: Wähle am besten T1 oder T2 beziehungsweise blau markierte Wege. So kannst du dich sicher an das Wandern in den Bergen herantasten.

 

4. Gehzeit realistisch planen

Die Dauer einer Wanderung wird von Anfängern häufig unterschätzt. Als grobe Faustregel kannst du mit etwa 300 Höhenmetern pro Stunde im Aufstieg, 500 Höhenmetern pro Stunde im Abstieg und rund 4 Kilometern Strecke pro Stunde rechnen. Daraus lässt sich eine ungefähre Gehzeit ableiten.

 

5. Wettervorhersage ernst nehmen

Das Wetter ist am Berg ein entscheidender Faktor. Auch wenn es im Tal warm und stabil wirkt, können Wind, Regen, Nebel oder Gewitter in höheren Lagen schnell zum Problem werden. Prüfe deshalb vor jeder Tour den Wetterbericht für die konkrete Bergregion und nicht nur für den nächstgelegenen Ort im Tal.

 

Achte besonders auf Gewitterrisiko, Wind, Temperatur, Niederschlag und Sichtverhältnisse. Bei unsicherer Wetterlage ist eine kürzere Tour mit früher Rückkehr die bessere Wahl. Ziehen unterwegs dunkle Wolken auf, hörst du Donner oder wird der Wind plötzlich stärker, solltest du rechtzeitig umkehren oder Schutz suchen. Der Gipfel läuft nicht weg.

 

6. Orientierung: Nicht nur auf das Handy verlassen

Auch auf einfachen Wanderungen solltest du wissen, wo du bist und wie du zurückkommst. Eine Offline Karte auf dem Smartphone ist sehr hilfreich, aber dein Akku kann leer werden, das Gerät kann nass werden oder das GPS-Signal kann ungenau sein. Lade die Route deshalb vor der Tour herunter und nimm idealerweise zusätzlich eine Karte oder einen Tourenausdruck mit.

 

7. Die richtige Verpflegung

Auch bei leichten Wanderungen braucht dein Körper Energie und Flüssigkeit. Für eine Tagestour solltest du mindestens 2 Liter Wasser pro Person einpacken. An heißen Tagen, bei langen Anstiegen oder wenn keine Einkehr möglich ist, darf es deutlich mehr sein. Als grober Richtwert sind 0,5 Liter pro Stunde bei schweißtreibenden Touren sinnvoll.

 

Beim Essen bewährt sich eine Mischung aus schnellen Kohlenhydraten und länger sättigenden Snacks. Müsliriegel, Bananen, Trockenfrüchte oder Brot liefern schnell verfügbare Energie. Nüsse, Käse, ein belegtes Brot oder ein proteinreicher Snack halten länger satt. Iss lieber regelmäßig kleine Mengen, statt erst dann, wenn du schon richtig hungrig bist. Das hilft, dein Energielevel stabil zu halten.

 

8. Zugspitze wandern als Anfänger: realistisch bleiben

Die Region rund um die Zugspitze ist wunderschön und bietet viele Touren, die sich gut für Einsteiger eignen. Wenn du nach Wanderungen in der Zugspitz-Region für Anfänger suchst, solltest du aber genau unterscheiden: Wandern in der Zugspitz Region ist etwas anderes als eine Besteigung der Zugspitze selbst.

 

Für Anfänger sind leichte Touren rund um Garmisch-Partenkirchen, Ehrwald, den Eibsee oder durch das Reintal ein guter Einstieg. Die klassischen Routen auf die Zugspitze, etwa durch das Reintal ab Garmisch oder über das Gatterl von Ehrwald, sind lang und konditionell anspruchsvoll. Im Sommer sind Klettersteigset und Grödel auf diesen Wegen nicht zwingend notwendig, trotzdem brauchst du eine sehr gute Kondition, Trittsicherheit, stabile Wetterverhältnisse und eine sorgfältige Zeitplanung. Für die erste Wanderung sind diese Touren nicht geeignet. Als ambitioniertes Ziel nach mehreren erfolgreichen Bergtouren können sie aber ein starkes Erlebnis sein.

 

Leichte Wanderungen in Bayern für Anfänger

Bayern ist ideal, wenn du mit dem Wandern anfangen möchtest. Gerade in den Voralpen und rund um die Seen findest du viele Touren, die landschaftlich viel bieten, aber technisch nicht zu anspruchsvoll sind. Wichtig ist: Auch leichte Wanderungen solltest du passend zu deiner Kondition, dem Wetter und der Jahreszeit auswählen.

 

Wandern an Seen

Seenwanderungen sind perfekt für den Einstieg. Die Wege sind meist gut ausgebaut, die Höhenmeter halten sich in Grenzen und du bekommst trotzdem echtes Berggefühl. Besonders schön sind Touren rund um den Eibsee, Tegernsee, Schliersee, Spitzingsee oder Königssee. Viele Routen lassen sich flexibel verkürzen oder mit einer Einkehr verbinden.

 

Für Anfänger, die in Bayern wandern wollen, eignen sich vor allem Rundwege mit wenig Höhenmetern. Achte trotzdem auf festes Schuhwerk, denn auch Seewege können wurzelig, steinig oder nach Regen rutschig sein.

 

Leichte Berge für den Einstieg

Wenn du deine erste richtige Bergtour planst, such dir am besten einen Gipfel mit moderaten Höhenmetern, guten Wegen und einer einfachen Abstiegsmöglichkeit. Ideal sind Touren mit etwa 300 bis 700 Höhenmetern, je nach Kondition. Noch besser ist es, wenn du bei Bedarf mit einer Bergbahn abkürzen oder ins Tal fahren kannst.

 

Gute Einsteigerberge bieten ein echtes Gipfelerlebnis, ohne technisch schwierig zu sein. Wichtig sind trotzdem eine realistische Zeitplanung, ausreichend Wasser und ein früher Start, besonders im Sommer.

 

Wandergruppe läuft bei tief stehender Sonne auf einem alpinen Bergpfad.

 

Hüttenwanderungen für Anfänger

Eine Hütte als Ziel macht die erste Wanderung besonders motivierend. Du hast einen klaren Zwischenpunkt, kannst Pause machen und die Tour mit einer Einkehr verbinden. Für Anfänger eignen sich Hütten, Almen oder Berggasthöfe, die über breite Forstwege oder gut markierte Wanderwege erreichbar sind.

 

Plane bei Hüttenwanderungen immer genug Zeit für den Rückweg ein. Gerade nach einer längeren Pause fällt der Abstieg oft schwerer als erwartet. Prüfe außerdem vorher die Öffnungszeiten, denn nicht jede Hütte ist ganzjährig bewirtschaftet.

 

Leichte Touren in der Zugspitz Region für Wanderanfänger

Die Zugspitz Region hat viel mehr zu bieten, als eine Wanderung zum Gipfel. Rund um Garmisch-Partenkirchen, den Eibsee und die umliegenden Täler findest du viele Touren, die sich auch für Wanderanfänger gut eignen. Besonders schön: Du bist schnell mitten in der Bergwelt, ohne direkt eine anspruchsvolle Gipfeltour planen zu müssen.

 

Drei Wanderungen für Anfänger in der Zugspitz-Region:

 

  1. Eibsee-Runde (7,5 km, ca. 2 h)

Die 7,5 Kilometer lange Umrundung des türkisblauen Eibsees auf 1.000 Höhenmetern ist ein idealer Einstieg. Der Weg ist gut markiert, kaum exponiert und bietet mit Blick auf die Zugspitze eine der bekanntesten Panoramen der Region. Höhenunterschied: unter 100 Meter. Parkplatz an der Eibsee-Bergstation der Seilbahn, Anreise auch per Bahn möglich.

 

  1. Partnachklamm (Talsohle, ca. 1,5 h Rundweg)

Die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen gehört zu den beeindruckendsten Natursehenswürdigkeiten Bayerns. Der gesicherte Weg führt durch eine spektakuläre Felsschlucht, in der der Gebirgsbach das Gestein tief eingeschnitten hat. Der Weg ist teils nass und erfordert feste Schuhe, ist aber ansonsten auch ohne Bergerfahrung gut machbar. Eintritt kostenpflichtig. Perfekt als Halbtagesausflug oder vor einer längeren Tour.

 

  1. Wank (Garmisch-Partenkirchen, ca. 700 Hm, 3–4 h)

Der Wank (1.780 m) ist einer der klassischen Hausberge von Garmisch-Partenkirchen. Mit 700 Höhenmeter im Aufstieg ist er für gut trainierte Einsteiger eine ideale erste echte Bergtour. Wer die Beine schonen will, kann die Wankbahn für den Abstieg nutzen. Oben wartet ein weiter Blick auf die Zugspitze, das Wettersteingebirge und das Tal rund um Garmisch-Partenkirchen.

 

Auf die Zugspitze Wandern als Anfänger: Geht das?

Die Zugspitze (2.962 m) ist der höchste Gipfel Deutschlands. Wer sie zu Fuß besteigen möchte, ohne Klettersteig oder alpine Klettererfahrung zu benötigen, hat zwei realistische Optionen: die Route durch das Reintal aus Garmisch-Partenkirchen und die Route übers Gatterl aus Ehrwald. Aber: Eine Hochgebirgstour ist keine Anfängertour im klassischen Sinn. Bergerfahrung, Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf beiden Routen Voraussetzung. Außerdem sollte das Wetter sorgfältig in die Planung einbezogen werden.

 

Beide Wanderungen sind am sichersten als 2-Tages-Unternehmung mit Hüttenübernachtung zu planen. Als Eintagestour sind sie möglich, aber konditionell sehr fordernd.

 

Route 1: Reintal aus Garmisch-Partenkirchen

  • Startpunkt: Olympia-Skistadion Garmisch-Partenkirchen (760 m)
  • Gipfel: Zugspitze (2.962 m)
  • Distanz: rund 22 km (Hinweg)
  • Gehzeit: rund 8-10 h (je nach Erfahrung)
  • Schwierigkeit: mittel (technisch einfachste Gipfelroute auf die Zugspitze)
  • Hütten: Bockhütte (1.052 m), Reintalangerhütte (1.369 m), Knorrhütte (2.052 m)

 

Die Reintaltour ist die längste, aber technisch einfachste Aufstiegsvariante auf die Zugspitze. Vom Olympia-Skistadion führt der Weg zunächst durch die spektakuläre Partnachklamm. Wer den kostenpflichtigen Eintritt und vielen Besuchern aus dem Weg gehen möchte, kann vorher abbiegen und eine alternative Route zur Bockhütte nehmen. Danach folgt ein breiter, gut markierter Weg über die Bockhütte zur Reintalangerhütte. Bis hierher ist die Tour als leicht einzustufen: gut 500 Höhenmeter auf 14 Kilometern.

 

Der eigentliche Anstieg beginnt nach der Reintalangerhütte. Von dort bis zur Knorrhütte (2.052 m) gewinnt der Weg auf rund 6 Kilometern weitere 700 Höhenmeter. Wer die Tour auf zwei Tage aufteilt, übernachtet am besten hier. Am zweiten Tag geht es über das Zugspitzplatt zum Sonnalpin und weiter zum Gipfel. Der letzte Abschnitt über einen teilweise drahtseilgesicherten Bergweg erfordert Trittsicherheit und führt über eine steile Schutt- und Schrofenflanke. Zudem können Schneefelder den Aufstieg erschweren.

 

❗ Gerade als Anfänger solltest du die Bedingungen vor der Tour unbedingt genau prüfen. Informiere dich vor dem geplanten Aufstieg über Wetter, Schneelage, Gewitterrisiko und aktuelle Wegverhältnisse, zum Beispiel bei Hütten, Bergbahnen oder lokalen Tourenportalen. Der letzte Abschnitt Richtung Gipfel ist steil, anspruchsvoll und als schwarzer Bergweg eingestuft. Hier brauchst du Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Reserven in den Beinen. Wenn du unsicher bist, ist es sinnvoll, ein Klettersteigset zur Selbstsicherung zu nutzen oder die Tour mit erfahrenen Begleitern beziehungsweise einem Guide zu gehen. Bei Schnee, Nässe oder schlechter Sicht solltest du lieber umkehren oder die Tour verschieben.

 

Abstieg: Bahn zurück nach Garmisch-Partenkirchen (Zahnradbahn bis Zugspitzbahnhof, von dort ca. 30 Minuten zum Startpunkt).

 

Route 2: Gatterl aus Ehrwald (Tirol)

  • Startpunkt: Talstation Ehrwalder Almbahn (Ehrwald, Tirol, ca. 1.000 m)
  • Gipfel: Zugspitze (2.962 m)
  • Distanz: ca. 11-13 km
  • Gehzeit: 6,5-8 h (je nach Erfahrung)
  • Schwierigkeit: mittel bis schwer, einzelne gesicherte Passagen
  • Hütten: Ehrwalder Alm, Knorrhütte (2.052 m), Sonnalpin (2.576 m)

 

Die Gatterl Route startet in Ehrwald auf der österreichischen Seite und führt über den südwestlichen Zugang zur Zugspitze. Sie ist abwechslungsreicher, aber auch technisch anspruchsvoller als der Weg durch das Reintal. Dafür erwarten dich Almwiesen, Latschenfelder, Karstlandschaften und immer wieder starke Ausblicke auf das Wettersteingebirge. Mit der Ehrwalder Almbahn kannst du die ersten rund 400 Höhenmeter abkürzen.

 

Von der Bergstation der Ehrwalder Almbahn führt der Max Klotz Steig über das Brandjoch und das Feldernjöchl zum Gatterl auf 2.024 Metern. Der historische Übergang markiert die Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Kurz vor dem Gatterl wartet eine kettengesicherte Passage, an der du die Hände zur Unterstützung einsetzen musst. Je nach Jahreszeit und Bedingungen können außerdem Schneefelder den Weg erschweren.

 

Ab dem Gatterl geht es weiter durch das Karstgelände zur Knorrhütte, anschließend über das Zugspitzplatt zum Sonnalpin und von dort wie bei der Reintaltour weiter Richtung Gipfel. Für diese Route ist das Gatterl Kombiticket praktisch, da es die Auffahrt mit der Ehrwalder Almbahn, die Talfahrt mit der Tiroler Zugspitzbahn und optional die Gletscherbahn kombiniert.

 

 

💡 Beide Touren sind anspruchsvolle Ziele für fortgeschrittene, sehr fitte Anfänger mit erster Bergerfahrung, aber keine Einsteigerwanderungen. Wer gerade erst mit dem Wandern anfängt, sollte zuerst leichte Touren in der Zugspitz Region machen, etwa die Eibsee Runde, die Partnachklamm oder den Wank, und sich danach langsam an längere Bergtouren herantasten.

 

 

Bereit für deine erste Tour?

Die richtige Ausrüstung ist der erste Schritt zu einem sicheren und entspannten Einstieg ins Wandern. Im Sport Conrad Shop findest du passende Wanderschuhe, Wanderrucksäcke, funktionelle Bekleidung und alles, was du für deine ersten Touren brauchst. In unseren drei Filialen in Bayern bekommen Wanderanfänger eine professionelle Beratung zur richtigen Ausrüstung.

 

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