Kletter-Essentials: Das brauchst Du als Kletteranfänger

Der Sommer mit seinen unzähligen Outdoor Möglichkeiten steht wieder vor der Tür – Biken, Wandern, Trailrunning und natürlich auch Klettern darf nicht fehlen. Klettern steht für Dich dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Programm und Du weißt noch nicht so recht was Du dafür alles brauchst und worauf es ankommt? Dann bist Du hier in unserem Kletter-Essentials Guide genau richtig. Hier erklären wir Dir kurz und knapp , welche Ausrüstung wichtig ist, was es damit auf sich hat und auch was Du sonst noch beachten solltest.

 

Kletterschuhe – Eng, aber bequem

Wie bei fast allen anderen Sportarten ist das richtige Schuhwerk auch beim Klettern entscheidend. Anders wie bei Wander- oder Laufschuhen, bei denen vorne noch immer etwas „Luft“ im Schuh sein sollte, müssen Kletterschuhe allerdings wie eine zweite Haut sitzen – eng und gleichzeitig nicht unbequem. So hast Du mehr Gefühl in Deinen Zehen und kannst Dich auch sicherer am Fels bewegen. In der Regel sind Kletterschuhe außerdem sehr leicht und haben eine glatte Gummisohle mit der Du besonders guten Halt hast. 

Mehr Details und Informationen zu Kletterschuhen findest Du in unserem großen Kletterschuh Kaufberater

 


 

Klettergurt – Verbindung zwischen Mensch und Seil

Ebenso wie die Schuhe, gehört der Klettergurt zu den essentiellen Ausrüstungsgegenständen beim Klettern. Er ist quasi das Verbindungsstück zwischen Kletterer und Seil. Ohne Klettergurt könntest Du Dich also gar nicht erst Sichern.

Wie bei den Schuhen, ist es beim Klettergurt wichtig, dass er gut sitzt, aber keine Schmerzen verursacht. Auch wenn Du während Deiner Klettertour also mal eine Pause einlegst und deshalb länger im Gurt sitzt, sollte er auf gar keinen Fall einschneiden. Gleichzeitig sollte der Gurt aber nicht zu groß sein. Wichtig ist, dass der Gurt um den Bauch passt – nicht um die Hüfte! Die Beinschlaufen passen, wenn zwischen Schlaufe und Bein noch Deine flache Hand Platz hat. Mit verstellbaren Beinschlaufen bist Du deshalb auch bei unterschiedlich dicken Hosen auf der sicheren Seite. 

 


 

Seil – Deine unerlässliche Hilfe

Sobald Du schon etwas geübter bist und beim Klettern auch selbst öfter mal vorsteigen möchtest, solltest Du Dir auch überlegen ein eigenes Kletterseil zuzulegen. Der Standard, sowohl für drinnen als auch für draußen, ist hier das sogenannte dynamische Einfachseil. Einfachseil bedeutet, dass es im Gegesatz zum Zwillings- oder Halbseil, im Einzelstrang verwendet wird. Dynamisch weißt auf die geringfügige Dehnbarkeit des Seils hin – Stürzte werden dadurch besser abgefangen.

Um die richtige Länge auszuwählen, solltest Du Dir vor dem Kauf überlegen, wofür Du das Seil brauchst. Zum Klettern in der Halle, brauchst Du zum Beispiel kein besonders langes Seil – 40m sollten hier reichen. Zum Felsklettern im Freien ist das allerdings zu kurz. Dafür brauchst Du schon eine Länge von 60-70m.  Beim Durchmesser des Seiles sind in der Regel 9,8 bis 10,2mm ideal. Dickere Seile sind zwar robuster, dafür allerdings auch schwerer. Dünnerer Seile sind leichter, müssen aber schneller mal ausgewechselt werden.

 


 

Sicherungsgerät – Im Falle eines Falles

Das richtige Sichern ist beim Klettern das A und O. Schließlich willst Du ja nicht, dass Du oder Dein Kletterpartner abstürzt. Aber keine Sorge, dazu gibt es inzwischen eine große Auswahl an verschiedenen Sicherungsgeräten, wie zum Beipspiel das Grigri von Petzl. Wenn Du diese Geräte richtig verwendest, ist das Sichern Deines Partners kein Problem. Trotzdem solltest Du es nicht auf die leichte Schulter nehmen, schließlich trägst Du eine große Verantwortung! 

 


 

Kletterhelm – Schutz bei Sturz und Steinschlag

Ein Kletterhelm ist beim Klettern genauso unverzichtbar wie Seil und Klettergurt, denn Sicherheit geht vor. Der Helm schützt Dich nicht nur vor möglichen herabfallenden Steinen, sondern auch davor bei Stürzen mit dem Kopf gegen den Fels zu schlagen. Neben einem guten Schutz sind beim Kletterhelm vor allem das geringe Gewicht und eine angenehme Passform wichtig. 

Außerdem lassen sich zwei Arten von Kletterhelmen unterscheiden – der sogenannte Inmodling und der Hybrid Helm. Hybrid Helme besitzen ein robuste Hartschale in der innen ein Styroporeinsatz für Dämpfung sorgt. Bei Inmolding Helmen hingegen wird das Styropor direkt in die Schale gespritzt. Diese besteht aus dünnem Polycarbonat. Dadurch ist der Inmolding Helm wesentlich leichter, allerdings weniger stoßfest und muss häufiger getauscht werden als der Hybrid Helm. Schutztechnisch sind beide Helme sehr gut. 

 


 

Chalk und Chalkbag – Für den Halt am Fels

Als „Chalk“ wird beim Klettern die Kreide oder besser gesagt das Magensiumkarbonat genannt, das auf die Hände kommt. Es sorgt dafür, dass Deine Hände trocken bleiben, wenn Du mal ins Schwitzen kommst. Dadurch hast Du einen besseren Halt am Fels, aber auch in der Kletterhalle und bist sicherer unterwegs. 

Damit Du auch während dem Klettern Deine Hände regelmäßig mit Chalk versorgen kannst, gibt es die praktischen Chalkbags, die Du ganz einfach an Deinen Klettergurt befestigen kannst.

 

 

Express-Sets – Die Sicherung für zwischendrin

Als Express-Sets, Express-Schlingen, oder auch einfach nur Exen werden zwei Karabiner bezeichnet, die durch eine Bandschlinge miteinander verbunden sind. Ein Karabiner wird an Deinem Seil eingehängt, der andere an Haken in der Wand beziehungsweise im Fels. Diese Haken dienen als Zwischensicherung – im Notfall kannst Du also nicht tiefer fallen als bis zu Deinem letzten Sicherungspunkt.

Kletterhallen haben in der Regel fest installierte Exen, die dauerhaft an der Wand bleiben. Sobald Du aber raus in die Natur und an den Fels willst, musst Du Deine eigenen Exen mitbringen. Je nachdem wie lange die Routen sind, die Du kletterst, reicht für den Anfang ein Satz von 8 bis 12 Exen.

 


 

Kletterpartner – Im Team sicherer und spaßiger

Ein essentieller Teil der Kletterausrüstung ist natürlich auch der richtige Kletterpartner! Klettern ist ganz klar ein Teamsport. Soloklettern und Selbstabsicherung sind zwar möglich, allerdings brauchst Du dafür ausreichende Erfahrung und zusätzliche Ausrüstung. Für Anfänger ist es daher auf keinen Fall zu empfehlen – außerdem macht es zu zweit doch gleich viel mehr Spaß!

 

Koordination und Schwindelfreiheit

Wichtig beim Klettern ist nicht nur die richtige Ausrüstung, sondern auch eine gute Koordination, Körperkraft, Beweglichkeit und natürlich auch Schwindelfreiheit. Höhenangst beim Klettern kann schnell zu einer Blockade führen und ist auch nicht ganz ungefährlich. Schwindelfreiheit lässt sich allerdings genauso wie Koordination und andere körperliche Voraussetzungen trainieren. Um nicht in brenzlige Situation zu geraten ist es allerdings immer wichtig, dass Du Deine eigenen Grenzen im Auge behältst und Deine Fähigkeiten richtig einschätzt.

 

Mentale Stärke – Immer positiv bleiben

Klettern ist ganz klar Kopfsache. Neben der nötigen körperlichen Kraft und Beweglichkeit ist deshalb auch mentale Stärke besonders wichtig – denn nur so kommst Du beim Klettern weiter und kannst Dich an schwierigere Routen wagen. Positives Denken ist angesagt, wer im Vorhinein schon sagt „Das schaff ich nicht“, hat schon verloren. Auch ist es essentiell über die eigenen Stärken  und Schwächen zu reflektieren – nur so kannst Du sie bewusst einsetzen beziehungsweise ihnen bewusst entgegensteuern. Vergleiche Dich nicht mit anderen, gerade als Anfänger kann das schnell demotivieren und lass Dich nicht von anderen aus der Ruhe bringen. 

Eine häufig verwendete mentale Technik beim Klettern ist die Visualisierung – gehe die Route vor dem Klettern im Kopf durch und überlege Dir im Vorhinein wie Du sie am besten meistern kannst. 

 

Gutes Wetter – Ohne wird es unsicher

Eine wichtige Rolle beim Kletter im Freien spielt natürlich auch das Wetter. Wirf unbedingt vorher einen Blick auf den Wetterbericht – bei Unwetter am Fels zu sein, solltest Du auf jeden Fall vermeiden. Ist das Wetter unbeständig solltest Du lieber auf Nummer sicher gehen und der Kletterhalle einen Besuch abstatten.

 

Du willst lernen wie ein Profi zu klettern und abzusichern?

In unserem Blogbeitrag „Kletterkurse in den Alpen“ findest Du eine Übersicht von Workshops und Trainings, die Dir den Einstieg in die Welt des Kletterns erleichtern oder Deine Fähigkeiten auf ein neues Level bringen. Vielleich findest Du dort auch den perfekten Kletterpartner, wer weiß? 

 

Weitere nützliche Blogbeiträge:

Die wichtigsten Kletterarten auf einen Blick

→ Effektives Training für Kletterer mit BLACKROLL®

→ Sicher am Berg und in der Halle: Alles über Kletterseile

 

Foto Header: RedChilli/©Moritz Attenberger