Die 5 schönsten Skitouren rund ums Werdenfelser Land

Die Skitourensaison hat begonnen und nun stellt sich für alle Begeisterten die Frage welche Skitour will ich gehen. Die Region rund ums Werdenfelser Land bietet eine Vielzahl an traumhaften Skitouren für Anfänger bis hin zum Touren für Profis. Von leicht erreichbaren Skitouren, die auch bei leicht angespannter Lawinensituation machbar erscheinen, bis hin zur Steilrinne im alpinen Gelände, kommt hier jeder auf seine Kosten. Oftmals lässt sich die Tour sogar durch einen Einkehrschwung an einer naheliegenden Hütte aufwerten. Die klassische Sicherheitshalbe darf ja nicht fehlen.

Hier stellen wir Dir die 5 schönsten Skitouren rund ums Werdenfelser Land mit allen Details vor

 

Grünstein Umrundung im Mieminger Gebirge


Viele Höhenmeter und tolle Abfahrtshänge erwarten euch auf der Grünsteinrunde mit dem Startort Biberwier. Die anspruchsvolle Skitour bietet jederzeit eine atemberaubende Kulisse und Einblicke in die Berglandschaft rund um den Ehrwalder Talkessel. Die Route ermöglicht mehrere Varianten und viel Potential um unverspurtes Gelände zu finden.

 

Routenverlauf

Startpunkt der Unternehmung ist einer der Parkplätze am Skigebiet in Biberwier 1010m. Von hier folgt man entweder der Piste oder lässt sich optional durch die Skilifte zum Marienbergjoch ca. 750 Höhenmeter hochtragen. Von hier steigt man in südöstlicher Richtung zum Hölltörl 2130m auf. Ambitionierte Gipfelstürmer können von hier optional auch weiter zum Höllkopf 2194m aufsteigen. Nun folgt die erste Abfahrt westwärts bis in die sogenannte Hölle 1758m. Von hier beginnt Richtung Nordosten der zweite Aufstieg durch die Höllreise bis zur Grünsteinscharte auf 2272m. Oft wird dieser sonnige Platz zur ersten Brotzeit genutzt um Energie für die weiteren Höhenmeter zu sammeln. Nun geht es aber zunächst wieder etwas abwärts und man quert nordöstlich unter den Griesspitzen bis auf ca. 2150m. Achtung, nicht zu hoch queren da Lawinengefahr! Nun steigt man anschließend zum hinteren Taja-Törl 2259m auf und bei guten Verhältnissen ist von hier optional der Aufstieg zum zweiten Gipfel, dem Hinteren Tajakopf 2408m, möglich. Dabei folgt man nordwärts dem Sommerweg durch felsiges Gelände. Hierbei können leichte Steigeisen sinnvoll sein, doch der geniale Ausblick kann die Strapazen durchaus aufwiegen. Nun folgt die längste Abfahrt zunächst nordöstlich durch das Brendlkar und ab ca. 2000m in nördlicher Richtung bis zum Forstweg (Via Alpina – Roter Weg) 1600m. Diesen folgt man nun mit Blick auf die Zugspitze bis zur Ehrwalder Alm. Die sich auch hervorragend für den verdienten Einkehrschwung eignet, denn von hier aus geht es nur noch über die Piste zur Talstation der Ehrwalder Almbahnen. Nun hat man entweder ein zweites Auto vorab geparkt und kann damit zurück nach Biberwier fahren oder man nimmt den Bus bzw. eine Mitfahrgelegenheit.

 

Alle Fakten auf einen Blick

  • Schwierigkeit: schwer
  • Steilheit: > 40°
  • Lawinengefahr: hoch
  • Aufstieg: 1030 hm (1750hm)
  • Abfahrt: 1780 hm
  • Exposition: NW, S, O SO, N, NW
  • Zeitaufwand: 2,5-4 h
  • Beste Zeit: Feb, März

 

 

Alpspitze über Garmisch-Partenkirchen


Die Alpspitze ist wohl DER BERG über Garmisch-Partenkirchen. Mit der vollendeten Pyramidenform zieht sie Sommer wie Winter viele Bergsteiger an. Dies wird natürlich auch durch die Alpspitzseilbahn unterstützt, welche einen Tourenbeginn auf 2020m ermöglicht. Früher oder später zieht es wohl jeden ambitionierten Skitourenbegeisterten aus der Region auf den Gipfel.

 

Routenverlauf

Die gemütlichste Variante beginnt mit der Seilbahnfahrt auf den Osterfelderkopf 2020m. Von hier fährt man über die Skipiste abwärts bis ca. 200m oberhalb der Talstation vom Bernadeinlift 1500m. Hier zweigt man südöstlich ab Richtung Stuibenhütte. Diesem Weg folgt man nun ca. 500m unter Beachtung der Ausschilderung bezüglich des Naturschutzes und biegt dann nach Süden ab. Von hier durch den Stuibenwald aufwärts ca. 200m und dann in westlicher Richtung weiter. Auf ca. 1950m erblickt man linkerhand den gefrorenen Stuibensee und nun weiter über eine kleine Steilstufe Richtung Bernadeinkopf. Von hier weiter durch den Kessel in nordwestlicher Richtung bis zum Ostgrat zur Alpspitze. Wem die steile Abfahrt durch die Ostwand zu wild ist, kann die Skier am Beginn des Grates auf 2265m deponieren. Der weitere Weg folgt nun entlang des Sommerweges über den Grat hinauf (Steigeisen sind oft sehr hilfreich) bis zum Gipfel. Die Abfahrt über die Ostwand kann nur bei sehr guten Schneeverhältnissen empfohlen werden und ist selbst für den geübten Skifahrer eine spannende Angelegenheit. Die Abfahrt folgt anschließend entlang der Aufstiegsroute bis zur Talstation des Bernadeinlifts. Von hier kann man entweder mit dem Lift oder zu Fuß (ca. 300m extra) wieder hinauf bis zur Osterfelderabfahrt. Nun folgt die Abfahrt bis ins Tal und der anstrengende Teil ist geschafft. Als Belohnung bietet sich die Einkehr in der Hochalm an. Bestenfalls nimmt man die Olympia oder Kandahar Abfahrt, da man hier wieder zum richtigen Parkplatz kommt.

 

Alle Fakten auf einen Blick

  • Schwierigkeit: schwer
  • Steilheit: > 40°
  • Lawinengefahr: hoch
  • Aufstieg: 1115 (+ 300) hm
  • Abfahrt: 2650 hm
  • Strecke: 17,2
  • Exposition: N, O, SO
  • Zeitaufwand: 4 h
  • Beste Zeit: Feb, März, April

 

 

Ochsenälpleskopf im Allgäu


Eine ruhige Atmosphäre und traumhafte Abfahrten bietet der Ochsenälpleskopf im Ammertal. Die Skitour lohnt sich besonders bei viel Schnee und guter Grundlage, um auch an den anfänglichen südostseitigen Waldpassagen Spaß zu haben. Gerade an kalten Tagen freut man sich hier über ein paar Sonnenstrahlen in den Morgenstunden. Startpunkt der Tour ist am Hotel Ammerwald.

 

Routenverlauf

Vom Parkplatz am Hotel Ammerwald geht es nordwestlich auf einem Forstweg (meist geräumt) hinter dem Hotel in den Wald. Diesem folgt man einige Meter bis zu einer kleinen Hütte und zweigt nach links auf den beschilderten Schützensteig. Dieser führt nun in einigen Serpentinen den Hang hinauf und folgt diesem in nordwestlicher Richtung bis zum Sattel auf 1431m an dem eine Jägerhütte steht. Von hier südlich durch den Wald aufsteigen und an einer weiteren Hütte auf 1575m vorbei bis zum Ostgrat auf den Ochsenälpleskopf. Es folgt nun die steilste Passage, welche bis zum Gipfel auf 1905m durch Spitzkehren überwunden werden muss. Die Standardabfahrt führt zunächst über die Aufstiegsroute und, anstatt links zurück zur Almhütte abzubiegen, fährt man auf dem Rücken weiter ostwärts bis man knapp unterhalb von 1200m wieder auf den Schützensteig trifft. Auf diesem geht es nun zurück zum Parkplatz.

 

Alle Fakten auf einen Blick

  • Schwierigkeit: mittel
  • Steilheit: 35°
  • Lawinengefahr: mittel
  • Aufstieg: 820 hm
  • Abfahrt: 820 hm
  • Exposition: N, O, NO
  • Zeitaufwand: 3 h
  • Beste Zeit: Jan, Feb, März

 

 

Hohe Munde ostgipfel


Sozusagen der freistehende Gigant im Tiroler Land. Wer kennt Sie nicht, auf dem Weg nach Innsbruck klar ersichtlich und freistehend ist sie der letzte Berg am Ostende der Mieminger Kette. Der Aufstieg über die Ostflanke ist anspruchsvoll und aufgrund der steilen Hänge meist auch lawinengefährlich. Man wird jedoch belohnt mit einem grandiosen Tiefblick ins Inntal. Gerade in der Frühjahrszeit bei guten Firnverhältnissen ist die Skitour ein Genuss, solange die Schneedecke eben reicht. Früh sollte man aufbrechen und darauf achten, dass die Schneedecke nachts möglichst durchgefroren wurde. Harscheisen sind empfehlenswert.

 

Routenverlauf

Startpunkt der Tour ist der Parkplatz zur Rauthhütte im Ortsteil Moos 1178m. Von hier folgt man zunächst der alten Skipiste bis zur Rauth Hütte. Diese dient meist bis in die Osterzeit als Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit. Nun links an der Hütte vorbei und bald hält man sich Richtung Nordwesten. Rechts vorbei am Rand einer Mulde und einer kleinen privaten Hütte. Hier beginnt der Sommerweg, möglicherweise sind Spuren erkennbar und der Weg richtet sich in einem Bogen nach Südwesten immer durch die Latschenfelder hindurch. Ab 2090m hält man sich wieder nordwestlich und folgt dem Rücken immer dort hinauf, wo es am flachsten ist. Ab 2540m geht es weiter Richtung SW die letzten Meter auf den Gipfel auf 2662m. Die Abfahrt verläuft entlang der Aufstiegsroute.
VARIANTE (schwer)Wer auf dem Ostgipfel noch nicht ausgelastet ist, kann bei guten Verhältnissen weiter zum Westgipfel. Dazu geht es zunächst in die Scharte zwischen den beiden Gipfeln bergab und dann den schmalen Grat hinauf. An der steilen Stelle ist es möglicherweise besser ohne Ski hochzulaufen. Ansonsten ist der Gipfel leicht zu finden, denn es geht immer dem Grat entlang. Die Abfahrt verläuft wieder entlang der Aufstiegsroute und ist nicht zu unterschätzen. Bei Eis oder hartem Firn sind Steigeisen anzuraten.

 

Alle Fakten auf einen Blick

  • Schwierigkeit: mittel
  • Steilheit: 45°
  • Lawinengefahr: hoch
  • Aufstieg: 1413 hm 
  • Abfahrt: 1413 hm
  • Distanz 8,4 km
  • Exposition: S, SO
  • Zeitaufwand: 4 h
  • Beste Zeit: März, April

 

 

Steinkarspitze im Lechtal


Das Lechtal bietet viele schöne Skitouren und eine davon liegt in Kelmen. Auf 1450m beginnt der Aufstieg zur Steinkarspitze. Ideal ist die hohe Einstiegslage, da man selbst im Frühwinter schnell genügend Schnee für eine Tour vorfindet. Im Folgenden wird die Tour mit einer kurzen Variantenabfahrt beschrieben, welche nordseitig vom Kelmer Joch beginnt und durch die schattige Lage meist über schönen Pulverschnee verfügt.

 

Routenverlauf

Startpunkt ist der Parkplatz direkt am Abzweig nach Kelmen. Von hier nordwärts über die Wiese hinauf und an Kelmen vorbei bis zur Forststraße. Dieser folgt man nun 2 Kehren hinauf bis auf 1515m und direkt in einer Rechtskehre zweigt man links in den Wald hinauf ab. Durch den Eggwald geht es weiter, bis man noch einmal die Forststraße quert. Es geht nun abwechselnd durch Wald- und Wiesenabschnitte nordwestlich bis zum Kelmer Joch. Von hier entweder weiter nordwestwärts auf ca 1880m den Hang querend zum Steinkar hinüber oder direkt die erste Abfahrt über die Nordseite vom Kelmer Joch hinab bis auf 1780m. Nach der Abfahrt wird wieder aufgefellt und man hält sich zunächst ca. 300m nördlich. Nun steigt man westwärts und entlang der Ostflanke bis zum Gipfel hinauf.

Die Abfahrt verläuft zunächst entlang der Aufstiegsspur und zweigt dann je nach Lawinengefahr in Richtung Südosten in den Hang des Steinkars bis ins erste Becken ca 1890m. Anschließend folgt eine Querung unter den Ausläufern der Knittelkarspitze zurück zum Kelmer Joch. Von dort folgt man der Aufstiegsspur zurück ins Tal. 

 

Alle Fakten auf einen Blick

  • Schwierigkeit: einfach
  • Steilheit: 35°
  • Lawinengefahr: mittel
  • Aufstieg: 931 hm
  • Abfahrt: 931 hm
  • Distanz: 6,6 km
  • Exposition: SO, O, N, S
  • Zeitaufwand: 3,5 h
  • Beste Zeit: Dez, Jan, Feb, März

 

 

Der Autor übernimmt keinerlei Haftung für die dargestellten Informationen. Tourengehern sollten sich immer über die Risiken bewusst sein und sich durch Kurse (Lawinentraining etc.) regelmäßig weiterbilden.