Robert Grasegger – Kletterer aus Leidenschaft

Aufgewachsen am Fuße der Zugspitze, trieb es Robert verständlicher Weise schon recht früh in die Berge. Mit 14 Jahren ging es schon auf die ersten „richtigen“ Klettertouren. Klettern bedeutet für den Grainauer vor allem eines: Freiheit!

Im September wird Robert zusammen mit seinem Kletterpartner Alex für 4 Wochen in die USA reisen. Das Ziel: Der Traum eines jeden Kletterers – es geht ins kalifornischen Yosemite Valley. Das Tal der Aussteiger, aber auch das der Ärzte, Ingenieure und Anwälte, denn wenn man im Valley ist, dann ist es nicht mehr wichtig, woher man kommt und womit man seinen Lebensunterhalt verdient, dann geht es nur noch im das Eine: sich an den Giganten des Nationalparks zu messen.  

 

Im Interview mit ROBERT GRASEGGER


 Hi Robert, erzähl uns mal, was bedeutet Klettern für Dich?

Ich liebe das Klettern, die Freiheit in den Bergen und die vielen schönen Erinnerungen, die man hat, wenn man mit guten Freunden unterwegs war.  

 

Das ist das tatsächlich Beste! Tollen Erinnerungen kann man nicht genug haben. Aber wie kam es dazu, dass das Klettern für Dich einen so hohen Stellenwert eingenommen hat? Wer hat Dich inspiriert?

Ganz klar Ueli Steck R.I.P Legend und Walter Bonatti. Ueli Steck war einfach ein Perfektionist, der den Alpinismus unserer Zeit prägte und auf ein ganz neues Level hob. Aber auch Dean Potter, Wolfgang Güllich und Kurt Albert sind Sportler, die mich stets inspiriert haben, das sie alle Ihren Traum lebten.

 

Ich kann mir vorstellen, das man beim Klettern viel rumkommt, denn immer nur die heimischen Felsen klettern ist auch irgendwann keine Herausforderung mehr. In welche Ecken dieser Welt hat es Dich schon überall hinverschlagen?

Ja, das stimmt, man will auch mal was anderes sehen und mit neuen Herausforderungen wachsen. Ich war da schon in einigen Ecken zum klettern unterwegs…. Zum Beispiel in Bolivien, USA, Canada, Patagonien, Schottland, Russland, Frankreich, Italien, Schweiz, Kroatien, Slovenien…

 

Und was war von all diesen Trips der eindrucksvollste?

Utah, USA! Ich war mit meiner Freundin unterwegs, die Schwierigkeiten waren zwar moderat aber klettern in Amerika – vor allem im Indian Creek, den Dessert Towers und im Zion NP – war sehr eindrucksvoll. Zudem lief dann auch noch alles einfach perfekt, sogar das Wetter hat mitgespielt! 

 

Wie ist das bei Dir, gibt es eine Person, mit der Du am häufigsten zum klettern unterwegs bist? 

Beim Klettern gibt es ein paar Menschen, mit denen ich wirklich sehr gerne am Fels bin. Da gehört ja nicht nur Sympathie & Vertrauen dazu, auch das Level sollte einiger Maßen gut zusammenpassen. Zur Zeit trainiere ich ja viel für das Yosemite Projekt, daher bin ich gerade häufig mit dem Alex unterwegs, der auch mein Kletterpartner auf dieser Reise sein wird.

 

Erzähl uns mal ein bisschen von eurem Yosemite Projekt. Was habt ihr vor?

Yosemite steht wahrscheinlich auf der Wunschliste eines jeden Kletterers, zusammen mit dem Alex erfüll ich mir diesen Traum und es geht für 4 Wochen an die großen Granitblöcke.

Dort haben wir uns fünf der bekanntesten Big Walls auf unsere „to-do„-Liste geschrieben:  Salathe und The Nose sind die absoluten Klassiker am El Cap, und die Regular am Half Dome ist eben die klassische Linie dort, also ein Muss für uns beide. Die anderen beiden Touren am Washington Column und am Lost Arrow Spire sollten den Trip komplettieren.

 

Was denkst Du, wo werdet ihr an eure Grenzen stoßen und an neuen Herausforderungen wachsen?

Ganz vorne voran wird es mal eine Herausforderung werden das ganze Material zum Einstieg der Touren zu schleppen und vor allem das ganze Wasser durch die Wand zu [lacht]. Pro Tag braucht man pro Person ca 4l Wasser und für die Nose rechnet man 3-5 Tage da kommt dann schon einiges zusammen!

 

Trainiert ihr beide viel für den Trip ins kalifornische Kletterparadies?

Wir haben in der letzten Zeit schon einige Touren zusammengemacht und sind auch einige im Big Wall Stil gegangen. Damit wir einfach Abläufe perfektionieren. Jetzt geht es nochmal 2 Wochen zum Big Wall klettern. Wir wollen die nächsten Wochen gemeinsam durch Frankreich, die Schweiz & Italien road trippen, wo wir uns auf die Suche nach großen Wänden und Granitrissen machen werden. Aber einen konkreten Trainingsplan gibt es also nicht, Hauptsache so viel wie möglich klettern.

 

Wie schaut es aus, könnte nicht auch die eigene Leistung und die Deines Partner eine Art Herausforderung werden… Der eine ist besser, als der andere?

Auf gar keinen Fall! In einer Seilschaft muss man zusammenhelfen und sich auf den anderen verlassen können, man hat ja das Leben des anderen in seinen Hände da wären Wettkampfgedanken wirklich mehr als fehl am Platz.

 

Sehr gute Einstellung! Wie habt ihr zwei euch eigentlich kennengelernt?

Hahahaha… das ist ne gute Geschichte. Wir haben uns in der Eiger Nordwand getroffen, am Götterquergang beim biwakieren. Mein Kletterpartner Thomas, mit dem ich auf diesem Trip unterwegs war, und ich wollten die Wand an einem Tag machen, also eher technisch und schnell. Aber die Verhältnisse waren dafür eher suboptimal, somit haben wir und spontan für ein ungeplantes Biwak entschieden, wo wir auf Alex und seinen Partner trafen. Die beiden haben dann ihre Schlafsäcke mit uns geteilt! Sowas vergisst man nicht so schnell…