Road to Garmisch: Von der Hobbyläuferin zur Trailrunnerin

Als „kölsches Mädche“ waren die Berge für Elke Klein erst einmal ziemlich fern der Heimat. Heute bezwingt sie Berge und Trails und bestreitet Wettkämpfe wie den Zugspitz Ultratrail. Sie startet mit Salomon Road to Garmisch.

 

Wie alles begann


Während des Studiums begann ich –  typisch Flachlandtirolerin – mit dem Laufen auf der Straße und  nahm hin und wieder an einem Volkslauf teil. Zwei bis dreimal pro Jahr. Als ich meinen Job als Unternehmensberaterin aufnahm, bin ich eigentlich nur weitergelaufen, um das ausgiebige Frühstücksbüffet im Hotel genießen zu können. Im  Morgengrauen hieß es erst eine Stunde Laufen, dann zur Belohnung Schlemmen, um danach bis in die Puppen Arbeiten. Irgendwann kam der Ehrgeiz dazu. So baute ich auch zunehmend Tempoeinheiten ein und erfreute mich an steigender Form. Doch eines Tages war der Punkt erreicht, an dem ich genervt von der Jagd nach wenigen Sekunden (ich wollte damals unbedingt die 1:30 beim Halbmarathon knacken), dem eintönigen Asphalt und den Grabenkämpfen mit meinen Mitläuferinnen hinschmiss. Ich wollte weg von der Straße und etwas Neues sehen.

 

Vom Asphalt auf steile Trails


Per Zufall kam ich so zum Drachenlauf, einem 26 km langen „Berglauf“ mit knapp 1.000 Höhenmetern im Siebengebirge. Ich kam völlig euphorisiert  ins Ziel. Eine neue Leidenschaft war geboren. Es folgten zunehmend mehr Trainingstage „im Busch“, die Suche nach Höhenmetern im Bergischen Land und der Eifel und ein Jahr später auch die Möglichkeit, in meiner neuen Wahlheimat Garmisch-Partenkirchen alpine Pfade zu erkunden. Ich war fasziniert von der Hingabe der Organisationsteams bei Trailrunning-Events und der besonderen Stimmung. Hinzu kamen kleinere Rennen, die einfach Spaß machten. Spaß, den ich zuvor beim Laufen gar nicht mehr kannte. 

 

Tiefpunkt nach dem Höhenflug


Nach meinen Höhepunkten beim Laufen, erlebte ich bei der Walser Trail Challenge einen ziemlichen Tiefpunkt. Nach souveränen drei Vierteln der Strecke hatte ich mich bis auf Platz 3 vorgekämpft. Ein Augenblick der Ablenkung hatte einen Bänderriss im linken Sprunggelenk zur Folge. Das bedeutete Arztbesuche statt Feiern auf dem Podium. Aber so  leicht wollte ich mich nicht unterkriegen lassen. Mit dem Arzt schloss ich einen Deal: Mindestens vier Wochen Laufpause, dafür Rennradfahren ohne Limit, allerdings ohne Klickpedale. Darauf ließ sich besser einlassen, als eine komplette Pause. Die letzten Tage der Ruhe glichen einem Countdown. Dann ging es vorsichtig wieder los. Zunächst noch mit Schiene und sehr dosiert, später mit dicken Tape, aber immer noch mit angezogener Handbremse und komplett flach. Ich wusste nicht, ob ich überhaupt wieder einen technischen Downhill laufen wollte, erst recht nicht im Wettkampftempo. Diese Gedanken verflogen aber schnell, das Sprunggelenk fühlte sich stabil an und die Freude an Trampelpfaden stieg. So wagte ich sieben Wochen nach einen Neustart komplett ohne Vorbereitung bei den Salomon Trails 4 Germany Ende September in Albersweiler…und ließ mich mitreißen von der familiären, herzlichen Stimmung und dem Miteinander der Trailgemeinde.

 

Der erste Wettkampf nach schwerer Verletzung


Das hat mich so begeistert, dass ich zur Kompensation des halb verlorenen Sommers auch gleich noch den Rest der Serie gelaufen bin. Erst in Kulmbach übrigens mit richtigen Trailrunning Schuhen (mit einem geliehenen Salomon Sense Ultra) Danach kam dann der Winter mit aller Macht. Erst mental bei mir, dann mit wahren Massen von Schnee. Trailrunning im Schnee funktioniert natürlich auch, aber auf Tourenski den Berg hochzulaufen, ist nochmal ein anderer Spaßfaktor. Und so litten die Laufumfänge zunehmend. Ich verbrachte jede freie Minute auf Ski, um Powdermomente zu sammeln. Immerhin hatte ich so auch immer wieder beim Aufstiegstraining die Gelegenheit, in umgekehrter Richtung den ersten Teil des Zugspitz Ultratrail Downhills vom Osterfelder zu begutachten.

 

Zugspitz Ultratrail mit salomon Road to Garmisch


Der Aufruf zur Road to Garmisch kam da gerade recht. Sich gemeinsam auf DAS Heimatevent – den Zugspitz Ultratrail vorzubereiten und die Skischuhe wieder gegen Laufschuhe zu tauschen und das mit der Unterstützung von professionellem  Material und den Rat von Profis war einfach perfekt. So war die Freude groß, als ich das Go bekommen habe. Fleißig habe ich versucht, den Trainingsplan so diszipliniert wie möglich umzusetzen. Bei der Premiere auf den Herzogstand und den Heimgarten lief es rund mit dem Salomon Sense Ride . Eine perfekte Passform für meinen eher schmalen Fuß, komplett ohne Blasen oder irgendwelche andere Wehwehchen. So ausgerüstet wagte ich mich in die nächste Besichtigung der Originalstrecke.

Bislang sind alle Trails relativ gut mit  Trailrunning-Schuhen zu begehen. Das sollte kein Problem darstellen. Jetzt steht nur noch die Besichtigung des Jägersteigs aus. Und dann: Basetrail, ich komme!