Johannes Ostler und seine Liebe zu den Bergen

Johannes ist der Bergsportler im Sport Conrad Ambassador Team. Seine Liebe zu den Bergen hat der gebürtige Garmisch-Partenkirchener ziemlich sicher von seinen Eltern geerbt. Aufgewachsen ist er am Fuße des Waxensteins, in den Bergen zu sein ist für ihn nicht nur ein Trend oder eine vorübergehende Motivation, die Berge gehören einfach zu seinem Lebensstil. Für Johannes bedeuten die Berge Freiheit, denn nirgends fühlt er sich so frei von alle Zwängen.

 

 

Im Interview mit Johannes ostler


 Servus Johannes, Du als Werdenfelser Bua hast ja quasi das Bergsteiger-Gen schon mit der Babyflasche genuckelt?

Ja, das hab ich sozusagen von meinen Eltern geerbt. Ich bin direkt am Fuße des Waxensteins groß geworden, da muss man die Berge einfach lieben. Für mich war und ist es immer noch etwas ganz Besonderes, in die Berge zu gehen. Wenn ich da oben unterwegs bin, dann fühl ich mich einfach frei! Dabei kann man immer wieder etwas Neues entdecken oder auch auf altbekannten Wegen Freiheit schnuppern.  

 

Der Berg an sich hat also einen besonders hohen Stellenwert für Dich?

Kurzum, in den Bergen zu sein ist für mich ein Lebensstil. Also sagen wir einfach Platz #1 [lacht…]

 

Dann erzähl mal, kannst Du Dich noch an Deine erste große Tour erinnern?

Aber klar, als wäre es gestern gewesen! Das war auf dem Piz Bernina / Bianco Grad. Ich bin gerade 18 geworden und zusammen mit ein paar Freunden haben wir uns vorgenommen, da hochzugehen – aber ohne Hüttenübernachtung. Tja, das Ergebnis kann man sich denken…. Wir waren ungefähr 22 Stunden lang unterwegs, hatten uns irgendwie verlaufen und waren einfach nur super happy, als wir wieder im Tal bei unserem Auto waren [lacht…].

 

Hahahaha, ich hatte zugegebener Maßen etwas komplett anderes erwartet. Erinnert mich etwas an meine ersten Touren… Doch mit Freunden ist das Ganze immer nur halb so schlimm, wie wenn man alleine unterwegs ist. Oder wie siehst Du das?

Als Kletterer ist es immer gut, wenn man mit Freunden unterwegs ist. Beim Laufen bin ich aber – um ganz ehrlich zu sein – auch mal gerne alleine unterwegs und genieße die Ruhe und die Berge um mich herum. 

 

Was war Dein bisher schlimmstes Bergerlebnis? 

Das war 2012. Ich war auf einer Klettertour und wir waren schon beim Abseilen, als auf einmal meine Bandschlinge gerissen ist. Aber ich hatte unglaubliches Glück, denn ich hab den Sturz fast unverletzt überstanden.

 

Und was war dann die größte Lehre, die Dir der Berg bisher gelehrt hat?

Soviel der Berg Dir auch gibt, soviel kann er Dir im gleichen Augenblick auch wieder nehmen.

 

Da stimm ich Dir bei jedem Wort zu! Wenn man direkt in den Bergen aufwächst und diese schroffen Giganten jeden Tag vor sich hat, hat man dann überhaupt noch Träume im Bezug auf’s Bergsteigen?

Aber klar doch! Ich möchte einfach immer wieder da rauf und oben am Gipfel stehen. Wo, wie und wann ergibt sich irgendwie immer wieder auf’s Neue. 

 

Wenn Du nicht in der Heimat auf den Gipfeln unterwegs bist, wo zieht es Dich dann hin? Hast Du schon viele Länder zum Bergsteigen bereist?

Ja, da waren schon einige, die ich von meiner „To-Do“-Liste erfolgreich streichen konnte… Letztes Jahr war ich erst in Nepal. Zusammen mit meinen Kumpel wollten wir ein paar 6000er besteigen – den Ama Dablam (6814m), den Cholatse (6440m) und den Kyajo Ri (6186m). Der Plan war, ohne zusätzliche Hilfe von Trägern, also Sherpas und Guides, auszukommen. Wir wollten einfach möglichst flexibel und unabhängig sein und auch ein bisschen den modernen Alpinstiel ins Himalaya bringen [grinst…]. Der Trip war der Wahnsinn! Das war eine Einsamkeit und Abgelegenheit, die man nur schwer beschreiben kann. Und eben genau solche Erlebnisse kommen meiner persönlichen Interpretation von „Freiheit am Berg“ sehr nahe.

Ansonsten war ich auch schon in Chile, Russland, Norwegen, Griechenland, Frankreich, der Schweiz, Italien und natürlich in Österreich unterwegs – aber da werden noch einige Länder folgen.