Der Ortovox AVABAG Lawinenrucksack im Test

Mit dem AVABAG hat Ortovox sein eigenes Lawinenairbag-System auf den Markt gebracht. Den AVABAG gibt es in zwei Varianten – den Ascent und den Freerider. Der wesentliche Unterschied der beiden Modelle liegt dabei, wie zu vermuten, im Rucksack. Während beim Freerider der SPS FLEX-Rückenprotektor und die breiten Hüftgurte im Mittelpunkt stehen, liegt beim Ascent der Fokus auf dem geringen Gewicht, was ihn zum idealen Begleiter für Skitouren macht. Im Frühjahr hat Mira den Ortovox AVABAG Ascent 28S mit auf ihre Reise nach Island genommen um ihn bei ausgiebigen Skitouren im Land der Vulkane, Elfen und Trolle zu testen.

 

LEICHTER, KOMPAKTER, SICHERER. DER NEUE ORTOVOX AVABAG IM TEST.


Mit dem eigens entwickelten Airbagsystem verabschiedet sich Ortovox von ABS, dem Vorreiter in Sachen Lawinenairbags. Damit gewinnt der bayerische Sicherheitsexperte nicht nur ein Stück mehr Unabhängigkeit und Freiheit, sondern hat nun auch die Möglichkeit aktiv Ideen in die Entwicklung und Optimierung einfließen zu lassen.  Oberstest Ziel war es, einen kompakten, sicheren und zugleich leichten Airbag zu schaffen. Und das ist Ortovox auch gelungen! So holte sich der revolutionäre Lawinenrucksack bereits im ersten Jahr seiner Erscheinung den ISPO Award für das innovativste Produkt im Bereich Ski.

 

Der AVABAG überzeugt mit einer mechanische Auslöung statt eines pyrotechnisch-pneumatischen Systems

Da fragt man sich erst mal pyro… pneu…. was bitte? Bei der Auslösung eines Lawinenrucksacks gibt es im Grunde zwei unterschiedliche Systeme, die heutzutage in den Auslösegriffen verbaut werden, und dafür verantwortlich sind, dass sich der Lawinenairbag letztendlich auch aufbläst. ABS verwedet ein pyrotechnisch-pneumatisches System, bei dem im Griff eine Explosionsladung verbaut ist. Der Griff und die Kartusche bilden dabei eine Einheit, denn nur mit einem geladenen Auslösegriff kann man auch die Patrone zünden und den Airbag füllen. Daher ist es bei Lawinenrucksäcken mit ABS System ratsam auch immer einen Ersatz-Auslösegriff parat zu haben.

Der AVABAG hingegen verfügt über ein mechanisches System – ähnlich wie das Mammut R.A.S. System. Die Aktivierung erfolgt hier über einen Bowdenzug, bei dem die Kartusche durch kräftiges ziehen am Auslösegriff „durchstochen“ wird und der Airbag sich dann durch den Druck aus der mit Stickstoff gefüllten Kartusche und der zusätzlich angesaugten Umgebungsluft innerhalb von nur drei Sekunden aufbläst. Da im Auslösegriff keine weiteren „Zündungen“ verbaut sind, muss diese nach einer Auslösung nicht ausgetauscht werden. Dieses System bietet einige Vorteile, denn die reduzierte, geschlossene Venturieinheit ist so optimal vor Schmutz, Eis und Korrosion geschützt. Zudem kann man so beliebig viele Auslösungen bzw. Trainingsaktivierungen simulieren – aber natürlich nur mit ausgeschraubter Kartusche. Was ein großes PLUS ist, da man so ein Gefühl dafür bekommt, wie man im Ernstfall den Auslösegriff ziehen muss. Mittels des Reaktivierungswerkzeug, einer kleinen mitgelieferten Plasikschraube, kann das AVABAG-System anschließend wieder scharf gemacht werden.  Und ganz nebenbei, gestaltet sich die Sicherheitskontrolle am Flughafen bei Lawinenairbags mit mechanischer Auslösung deutlich einfacher.

 

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Ortovox AVABAG Ascent der ‚ultra-light‘ Begleiter für lange Skitouren

Beim Skitourengehen oder Freeriden kommt es dann doch immer wieder irgendwie auf das Gewicht an. Denn wer will schon Stundenlang unnötigen Balast mit sich herum- bzw. auf den Berg hinaufschleppen. Mit nur 640 g und 1,8 l kommt einem der robuste und abriebfeste AVABAG von Ortovox, der aktuell zu den  leichtesten Airbagsystemen zählt, recht gelegen. Um ein so leichtes System zu schaffen, hat sich der bayerische Hersteller einiges einfallen lassen. Als aller erstes fällt einem auf, dass derAVABAG ein sogenanntes „No-Gimmick“ Design hat – auf gut deutsch: auf Schnick-Schnack Features wurde einfach mal komplett verzichtet. An Features übrig geblieben sind: Pickel- und Stockbefestigung, Materialschlaufen, Seilfixierung, abnehmbares Helmnetz, seperates Fach für die Lawinensicherheitsausrüstung, kleines Außenfach, welches (begrenzt) Platz für Kleinkram bietet und eine diagonale Skifixierung. Ideal, wenn man das Gewicht so gering, wie möglich halten möchte. Hinzu kommt ein aufgeschäumtes 3D-Rückensystem, welches nicht nur leicht und stabil, sondern auch noch überraschend bequem in Sachen Tragekomfort ist.

 

 

3D Griff – die perfekte Griffergonomie für Rechts- und Linkshänder

Für gewöhnlich hat der Auslösegriff eine Hebelform, was es Linkshändern und auch Liebhaber von Fäustlingen nicht immer einfach gemacht hat, den Griff zu ziehen. Doch Ortovox kommt beim AVABAG mit einem eigenständig geformten Griff daher und ist eher Kugelförmig. In Kombination mit der griffigen Oberfläches ermöglicht er eine wirklich super einfach Auslösung für alle Greifarten und Handschuhträger. 

Mit zwei Längepositionen lässt sich die Position des Auslösegriffs am Schultergurt ganz einfach an die individuelle Körpergröße angepassen. Wichtig ist hier allerdings, dass dass die Position auch mit dem dazugehörigen Führungskanal übereinstimmt. So muss bei Position S auch der Führungskanal S verwendet werden…  Wird der Griff nicht gebraucht, so kann er schnell und sicher in der Tasche am Schultergurt verstaut werden, ohne, dass man den Griff dazu abmontieren muss. Und auch der Tragekomfort bleibt uneingeschränkt. 

 

 

Über die folgenden beiden Links gelangst Du zum den Videos, in welchen die korrekte Griffeinstellung für den AVABAG bis Modell 2016/17 und ab Modell 2017/18 ausführlich und sehr anschaulich verdeutlicht wird.

 

Auf das Packvolumen kommt es an

Der Ortovox AVABAG Ascent kommt in drei verschiedenen Größen: zwei davon für Herren und einer, der speziell für Frauen entwickelt wurde. Die Herren können zwischen einer 22 Liter für kurze Touren, 30 Liter Version für die etwas längeren Touren. Für Damen gibt es mit dem 28S leider nur eine Größe: 28 Liter. Dafür hat er Lawinenrucksack einen deutlich kürzeren Rücken – daher auch das S – und auch die Schultergurte wurden an die weibliche Anatomie angepasst.

Getestet wurde der Ascent 28S, der trotz des eingebauten Airbagsystems tatsächlich 28 Liter Volumen besitzt! Baut man das System also aus, so hat man nochmal deutlich mehr Packvolumen zur Verfügung. Besonders imponiert hat der umlaufende Reißverschluss, somit lässt sich der Deckel des Rucksacks fast wie eine Tasche öffnen und man hat den optimalen Blick auf alle Skitouren-Essentials: im eigens dafür designten Fach finden Sonde und Schaufel ihren Platzt, während man im großen Hauptfach ohne Probleme Thermoskanne, Dauenjacke, Wechselshirt, Goggle Erste-Hilfe-Kit und natürlich eine kleine aber feine Brotzeit unterbringt. Im kleinen Außenfach haben Sonnencreme, Energieriegel und Sonnenbrille Platz. Und der Helm lässt sich mit dem abnehmbaren Helmnetz praktisch außen am Rucksack befestigen. Ein echtes Raumwunder eben!

 

 

DER Ortovox AVABAG Freerider – Kleines Packvolumen bei großem schutz und komfort


Für alle die lieber einen kleineren Rucksack für ihre Skitouren bevorzugen hat Ortovox die Freerider Edition geschaffen, die ebenfalls mit dem AVABAG System kompatibel ist. Eine ganz feine Alternative für alle, die beim Skitouren oder auch Freeriden nicht allzu viel Gepäck mit dabei haben.