Foot_Scanner_Computer_Programm

Foot Scanner – Fuß Fassen

DIE NEUHEIT IST EINE SCHEIBE 


Footscan Maschine. Schon der Name ist fantasiebeflügelnd. Handelt es sich um eine Art Supermarktgerät, bei dem die unteren Körpergliedmaße durchgezogen werden? Oder ist es eher ein Scanner-Gerät mit Deckel, wie wir es aus dem heimischen Computerregal kennen? Der Erstkontakt mit dem technischen Neuzugang bei Sport Conrad  macht sofort klar: Beides weit gefehlt. Die Auflösung ist dennoch überraschend. So entpuppt sich der Footscan als eine Scheibe, die an beamende Elemente aus „Raumschiff Enterprise“ erinnert und wie ein greifbarer Sphärenwechsel anmutet. Nur die Besatzung sieht irgendwie anders aus.

 

Foot_Scanner_Formen

 

Statt auf die gelgescheitelten Leggings-Träger Mr. Spock und Captain Kirk, trifft man auf gut gelaunte Azubis. Übereinstimmende Markenzeichen: Cap auf dem Kopf, Grinsen im Gesicht und lässige Kleidung am Körper. Und –  das mag für diesen Fall entscheidender sein – mit fundiertem Fachwissen zu eben jener futuristischen Maschine ausgestattet. Statt „Spocki beam mich rauf“ gibt es im Folgenden eine Demonstration des Scan Vorgangs samt Ergebnisse. In den Hauptrollen: Ein Azubi auf der Scheibe und ein anderer am angeschlossenen Computerbildschirm.

 

Foot_Scanner_Computer_Programm

 

Bevor der Fuß gescannt, sprich mit zwei speziellen Kameras im Detail erfasst und abgelichtet werden kann, muss man in die Socken kommen. In diesem Fall heißt das: rein in den knallgrünen Stützstrumpfverschnitt, der es ermöglicht, dass die Kameras den Fuß erkennen. Dann geht’s los. Zuerst werden individuelle Daten wie Name, Körpergröße, Schuhgröße, Gewicht usw. in das System eingegeben. Dann kommt ein Fuß auf die Scheibe, der andere daneben, die Knie sind leicht gebeugt. Die rote Fläche in der Mitte erkennt das Körpergewicht und die Grundform des Fußes.

Während die zwei Kameras in 360° Manier um den Fuß fahren, wird anhand eines medizinischen Modells erklärt, wie ein Fuß idealerweise aussieht: ausgeprägtes Längsgewölbe, Druckpunkte auf Ferse, Kleinzehenballen, Großzehenballen und den Zeh verteilt = stabiler Stand. Aber bei den wenigsten ist das so. Umso toller, dass der Footscan Schwachpunkte definiert und anschließend das optimale Schuhwerk ermittelt.

 

Foot_Scanner_Strumpfe

 

Aber weiter im Praxisbeispiel. Die ermittelten Daten des Fußes werden in das System übertragen. Es folgt nun der spannendste Teil, die Analyse der Daten am Bildschirm. Der Fuß wird mit all seinen Besonderheiten visualisiert und grafisch dargestellt. Von Fersenboden– und Achillessehnenwinkeln, über Knickgrade, Wadenumfang, bis hin zu genauer Länge und Breite.

Das Ganze lässt sich dann noch mit Durchschnittsfußmaßen vergleichen und auch in internationalen Maßeinheiten anzeigen. Während der gemeinsamen Sichtung wird klar, wie der Fuß aufgebaut ist und wo es ggf. Probleme gibt. Der „gescannte“ Azubi kann sich freuen. Seine Druckpunkte auf der Unterseite – wie auf einer Wetterkarte blau eingefärbt – sind generell gut verteilt. Gäbe es eine falsche Druckbelastung, ließe sich das wunderbar sehen und ggf. durch entsprechende Einlegesohlen korrigieren.

Dann geht’s zur Schuhauswahl. Wie im Online-Shop werden die zum Fußprofil passenden Schuhe in Bild und Farbe angezeigt. Egal ob Skischuh, Bergschuh oder Skitourenschuh – alles echte Volltreffer. Der Kunde filtert seine (optischen) Favoriten heraus und kann sie sich in einer Art Röntgendarstellung simulierend über den Fuß ziehen. Vorab-Anprobe am Screen sozusagen. Faktisch belegt und ohne Stinkefüße.

Der Service für den Kunden geht jedoch nach dem Kauf weiter. So sind Feinjustierungen nach dem ersten Tragen jederzeit möglich. Zum Beispiel können Innenschalen geweitet und Problemzonen mit Schaumstoff abgeklebt werden. Zu guter Letzt kann sich der Kunde das Ergebnis per Email zusenden lassen. Wenn der Fuß einmal gescannt ist, bleibt die Datei als steter Neukauf-Ratgeber erhalten.

Zudem sind beide Footscan Filialen, nämlich Penzberg und Garmisch, miteinander vernetzt. Wer also im Winter beim Skischuhkauf in Garmisch die Scheibe besucht, kann mit denselben Daten im Sommer einen Bergschuh in Penzberg erstehen und andersrum. Irgendwie doch ein bisschen außerirdisch. Gut.